







Stuttgart signalisiert: 2008 möglich/ „Kuh vom Eis“
„Wenn nichts Weltbewegendes passiert, kann der Jagststeg 2008 gebaut werden.“ Mit dieser Erklärung überraschte Oberbürgermeister Andreas Raab im Gemeinderat nach einem Gespräch mit Innenstaatssekretär Rudolf Köberle.
Der CDU-Landtagsabgeordnete und Stadtrat Helmut W. Rüeck hat das Treffen eingefädelt. Festzuhalten ist, dass der Eberlsteg bei der Fortschreibung des Förderprogramms 2008 mit 174000 Euro berücksichtigt werden soll. „Die Kuh ist vom Eis“, sagte das Stadtoberhaupt, und Ingrid Bullinger, die zweite Vorsitzende der Bürgergemeinschaft Roter Buck, die eigentlich zur Erläuterung des Bürgerantrags eingeladen war, war erleichtert: „Es bleibt nur noch, danke zu sagen.“ Ob ein Ruf-Pendelbus bis zur Fertigstellung des Stegs fahren kann (Anregung des CDU-Stadtrats Franz Köberle) will die Verwaltung klären.

Bei 30 Jahre alter Realschule am Karlsberg hilft kein Flicken mehr: Von 3,3 Mio. zahlt Stadt 670000 Euro
Die Generalsanierung der Realschule am Karlsberg duldet keinen Aufschub mehr. Deshalb winkten die Stadträte das von der Bauverwaltung detailliert vorbereitete Projekt durch.
Das Flachdach ist undicht. Die Fenster, Türen, Bodenbeläge sind marode, Elektro-, Beleuchtungs- und Sanitäranlagen veraltet. Die Betonkonstruktion und -fassade müssen saniert werden, und dabei können auch 40 Prozent des Energieverbrauchs eingespart werden.
Die Stadt rechnet damit, das sie von den errechneten Sanierungskosten in Höhe von 3,325 Mio. Euro (inklusive Mietcontainer für die zeitweise Auslagerung von Klassen) 2,66 Mio. Euro ersetzt bekommt. Wann das Land die Zuschüsse zahlt, ist abhängig von dessen Kassenlage, erklärte Finanzbürgermeister Harald Rilk auf die Frage des SPD-Fraktionsvorsitzenden Manfred David. Auf Anregung von UGL-Stadtrat Peter Gansky wird überprüft, ob eine Photovoltaik-Anlage aufs Flachdach gebaut werden kann statt es extensiv zu begrünen.
Die neuen Alufenster werden in die Außenfassade eingepasst (nach außen versetzt). Die Fassade erhält eine Wärmedämmung, wodurch auch die Wärmebrücken der Betonkonstruktion beseitigt werden. Erneuert wird der Sonnenschutz. Am Eingang wird ein Windfang gebaut.
An der Ostseite der Aula werden Ersatzräume für die den Brandschutzmaßnahmen geopferten Nebenräume sowie für die Küche und die Bäckertheke geschaffen. Auch der Boden der Aula wird verändert. Im gesamten Gebäude wird die Beleuchtung ausgetauscht. Lautsprecher- und eine Einbruchmeldeanlage werden installiert. Die Heizung und die Sanitäreinrichtungen sind weitgehend in Ordnung.
Wenn der Zuschuss genehmigt ist, wird 2008 mit der Dach-und Fassadensanierung begonnen.

Gemeinderat
Vier Termine bot die Stadtverwaltung am Samstag an, bei der die Bürgermeister Herbert Holl und Harald Rilk sowie die Experten der Crailsheimer Architektengemeinschaft Hanselmann-Fessel-Bantle die Stadträte in Gruppen durchs Rathaus führten.
Die Ortsbesichtigung war in der Gemeinderatssitzung am 25. Oktober von der SPD-Fraktion beantragt und vom Gemeinderat einstimmig beschlossen worden, als zuvor das Ausmaß der notwendigen Sanierungen und die damit verbundenen Kosten öffentlich wurden.
In einer Sitzungsvorlage hatte die Verwaltung dargelegt, dass die Generalsanierung ohne eventuelle Neubauten 7,2 Mio. Euro koste. Dafür könne ein 50-Prozent-Zuschuss aus dem Stadtsanierungsprogramm des Landes und zusätzlich beim Ausgleichstock beantragt werden. Finanzbürgermeister Harald Rilk konkretisierte die Kosten, die von der Stadt zu tragen wären, in einem vom Stadtblatt geführten Interview (veröffentlicht in der Ausgabe 44, 2. November) auf 2,6 Millionen Euro. Baubürgermeister Holl verdeutlichte in der gleichen Ausgabe, dass die Sanierungskosten unter seinem Vorgänger 2000/2001 mit 1,8 Mio. Euro nur grob geschätzt worden waren.
Gemeinderat
Die Sitzungen beruft der Oberbürgermeister nach Beratung mit dem Ältestenrat ein, machte Andreas Raab deutlich. Er wird aber dem Wunsch der Stadträte folgen und für die Prioritätendiskussion einen Extra-Termin finden.
Die vorgelegte Prioritätenliste der Verwaltung wurde letzten Donnerstag erst gar nicht zur Vorberatung aufgerufen, da die AWV-Fraktion die Vertagung beantragt und eine Sonder- bzw. Klausursitzung gefordert hatte.
Die Prioritätendiskussion hätte nach Auffassung der AWV und der SPD schon im Juli in Kirchberg (da waren Gemeinderat und Verwaltungsspitze in einer Klausur) stattfinden können, so AWV-Chef Norbert Berg und Gernot Mitsch (SPD). Das von der Verwaltung vorgelegte Investitionsprogramm und die Rathaussanierung könne nicht einfach „durchgewunken“, sondern müsse im Einzelnen diskutiert werden. „Aber öffentlich“, forderte Nils Kaiser, der UGL-Fraktionsvorsitzende. Sein Antrag, die Vorberatung trotz der auch von ihm befürworteten Sondersitzung durchzuziehen, fand keine Mehrheit. CDU-Stadtrat Christoph Heisig sah darin nur eine Zeitverschwendung.
Gemeinderat
Die SPD-Fraktion ist verärgert über das Rathaus. Sie habe ein „ungutes Gefühl, was da passiert“, so Stadtrat Gernot Mitsch.
Bei der Klausur im Juli sei nicht über Konkretes informiert worden. „Warum konfrontiert die Verwaltung dann den Gemeinderat im Herbst mit solchen Überraschungseiern wie Rathaussanierung, Lange Straße?“ Beim Rathausportal und der Jahnhalle wirft Mitsch der Verwaltung „Salami-Taktik“ vor.
Zusätzliche Büroräume im Rathaus stellt er in Frage, „wo doch die Raab'sche Verwaltungsreform nicht gerade geringe Personaleinsparungen vorsieht?“ Gerüchte über einen Stadthallenbau kämen „offensichtlich immer aus dem Rathaus“ – z. B. vor der OB-Wahl bzw. zurzeit (Stadthallenbau auf dem Schlossgelände)? Ob es „im Rathaus ein Interesse an dieser Gerüchteküche“ gebe, will er wissen? Vor der OB-Wahl sei über die Jahnhalle in aller Breite diskutiert worden, während aktuell kein Hahn danach krähe. Dass die Erstellung der Prioritätenliste fast eineinhalb Jahre gedauert habe, sei – „so wie die aussieht“ – nicht nachvollziehbar.
Ob im Stadtblatt künftig auf Wunsch Stellungnahmen der Gemeinderatsfraktionen veröffentlich werden können, fragt der Stadtrat: „Die eigenwillige bis seltsame Berichterstattung des HT lässt dies notwendig erscheinen!“ (Mitsch)
Helga Hartleitner kritisierte die vom Stadtblatt-Redakteur mit den Bürgermeistern Rilk, Holl und Oberbürgermeister Raab im Zusammenhang mit der Rathaussanierung geführten Interviews. Das Stadtblatt solle nicht Mitteilungsblatt der Verwaltung sein. Gernot Mitsch bemängelte, in der Vorlage zur Rathaussanierung sei „der Zuschuss mit keinem Wort erwähnt“ gewesen.

Nur der Lärmschutzwall an der Haller Straße stößt bei Hirtenwiesen II auf Skepsis
Ein- und zweigeschossige Häuser, ein kleiner Stadtteilmittelpunkt und die Möglichkeit, ein Mehrgenerationen- bzw. Seniorenprojekt zu bauen, machen das Wohngebiet Hirtenwiesen II West sehr attraktiv.
Darin waren sich die Stadträte in der letzten Sitzung, als sie den städtebaulichen Entwurf einstimmig befürworteten, einig. Einzig am Lärmschutzwall an der Haller Straße kam seitens der SPD-Fraktion die Frage nach einer Alternative auf. „Das kann nicht die richtige Lösung sein“, sagten der Fraktionschef Manfred David und der CDU-Stadtrat Uwe Berger.
Die Kombination von Erdwall und Gabionen (mit Bruchsteinen gefüllte Metallkörbe) habe sich in der Fachdiskussion als am besten geeignet angeboten, betonte Baubürgermeister Herbert Holl. Die Alternative wäre eine Lärmschutzwand, oder es käme wieder großflächiger Einzelhandel ins Spiel. Über den Wall wird auf Antrag der SPD im Bebauungsplanverfahren entschieden.
Ausdrückliches Lob erhielt die Bauverwaltung für die Kombination von Wall und Gabionen vom UGL-Stadtrat Peter Gansky. Lärmschutz sei in dem Gebiet sehr wichtig. Er fand Zustimmung für seinen Hinweis, dass man den Wall aus Sicht der Hirtenwiesen-Bewohner betrachten und nicht so sehr die Sicht der Autofahrer im Vorbeifahren in der Abwägung berücksichtigen solle. Gut sei auch, dass die Wallfläche den Privatgrundstücken zugeschlagen werden soll. Seine Anregung, die Häuser so zu drehen, dass die Dächer gut zur Sonnenstromerzeugung genutzt werden können, wird von der Bauverwaltung aufgenommen.
Klar ist, da waren sich die Stadträte und Baubürgermeister Herbert Holl sofort einig: Ein Handels- oder Dienstleistungszentrum darf nicht zu nah an den Kreisel heranrücken. Die CDU-Sprecher Friedrich Ludwig und Helmut Hassel wiesen darauf hin, dass der Kreisel eines Tages Bypässe bekommen müsse. Er sei jetzt schon in Spitzenzeiten täglich überlastet. Das Eckgrundstück soll ohnehin nicht in den Bebauungsplan aufgenommen werden, da erst die bindenden Rahmenbedingungen an einem konkreten Projekt in einem vorhabenbezogenen Bebauungsplan festgelegt werden sollen. Das verdeutlichte die Bauverwaltung.
Wenn der städtebauliche Entwurf zum Bebauungsplan wird, erhält das Wohngebiet einen Stadtteilmittelpunkt mit Bushaltestelle, Laden, Café, Bäcker, Metzger, Friseur und ein Mehrgenerationenhaus mit Sozialstation. Zwischen Hirtenwiesen Ost und West entsteht eine parkähnliche Grünzone.

Gemeinderat
Seit Mitte 2005 fördert die Stadt junge Familien, wenn sie in den Hirtenwiesen bauen.
Die Förderung wurde sehr gut angenommen: Verkauft wurden seither 60 Bauplätze, 32 Familien erhielten einen Zuschuss der Stadt. Im Einzelnen wurden im Starthalbjahr 2005 für sechs (von 13) Bauplätzen 26000 Euro gewährt. Im Jahr 2006 waren es dann 15 (30) Bauplätze mit 48450 Euro Zuschuss und im laufenden Jahr elf (17) mit 44500 Euro. Die Förderung soll beibehalten werden.
Gemeinderat
Der Gemeinderat hat auf Vorschlag der Verwaltung den Bauplatzpreis in den Hirtenwiesen gesenkt.
Die Plätze im Mischgebiet südlich der Sophie-Scholl-Straße waren bislang nicht verkäuflich. Gewerbliche Projekte, die als Idee existierten, wurden nicht umgesetzt. Diese Grundstücke werden nun zum gleichen Preis wie die Bauplätze im Innenbereich verkauft: 86 Euro
pro qm (erschließungsbeitragsfrei). Investoren zahlen zehn Euro Zuschlag. Wiesenfläche mit Bauverbot kostet 20 Euro/qm.
Alle Stadträte wollen Verfahren in Goldbach, aber UGL bemängelt Vorgehen der Stadt
Bei drei Enthaltungen von UGL-Stadträten gab der Gemeinderat die Zustimmung zum städtischen Beitrag für das geplante Flurneuordnungsverfahren Goldbach.
Damit wird dem Antrag, in Goldbach wie in Jagstheim und Westgartshausen eine Flurneuordnung durchzuführen, nachhaltig unterstrichen. Die Stadt beteiligt sich mit 13 Prozent an den Kosten, sodass mit den Geldern von Bund, Land und EU (79 Prozent) ein Gesamtzuschuss von 92 Prozent winkt.
Aus seiner Überzeugung, dass alle Bürger und die Stadt von den Flurbereinigungen profitieren, macht Oberbürgermeister Raab keinen Hehl. Alle Fraktionen im Gemeinderat und der Ortschaftsrat Goldbach stehen dabei hinter ihm. Im Sommer hatten sich zudem bei einer schriftlichen Befragung 72 Prozent der Grundstücksbesitzer (die 65 Prozent der Fläche halten) für die Flurbereinigung ausgesprochen, oder sie hatten ihren Fragebogen nicht zurückgeschickt, was ebenfalls als Zustimmung gewertet wurde – und das stand klar und deutlich auf dem Fragebogen.
Diese unterstellte Zustimmung empfand der Fraktionsvorsitzende der UGL, Nils Kaiser, als „großzügige Auslegung“. Er und seine Fraktionskollegen seien ebenfalls für die Flurbereinigung, betonte er, aber das Fragebogenverfahren und den Umgang mit den Gegnern kritisierte er.
Zig Gespräche hatten Oberbürgermeister Raab, Ortsvorsteher Stegmeier und Stadtrat Druckenmüller in Goldbach geführt – am Ende ging es immer nur im Kreis herum. Dabei sind solche Verhandlungen gar nicht Sache der Stadt.
CDU-Stadtrat Friedrich Ludwig bedauerte, dass es immer wieder „beratungsresistente Menschen“ gebe. Dabei werde der städtische Haushalt durch eine Flurbereinigung zehn bis 15 Jahre lang entlastet. Die Flurneuordnung sei ein wichtiges Instrument zur Qualitäts- und Strukturverbesserung, betonte der SPD-Fraktionschef Manfred David.
Gemeinderatsmehrheit für Ausschreibung der Stelle
Die Wirtschaftsförderung ist und bleibt „Chefsache“, auch wenn jetzt ein Profi
gesucht wird. Er soll Oberbürgermeister Raab unterstützen. Die neue Stelle wird außertariflich bezahlt.
Ursprünglich wollte der Oberbürgermeister wieder einen persönlichen Referenten. Der sollte ihn, wie einst Jochen Ogger, auch bei der Wirtschaftsförderung unterstützen. Die Gemeinderatsmehrheit aber wollte mehr: Die AWV setzte sich im Juli mit ihrem Antrag durch, eine neue Stelle für Wirtschaftsförderung zu schaffen. Diesem Wunsch folgte der Oberbürgermeister: „Ich verschließ mich doch nicht aus falsch verstandener Sparsamkeit.“
Beschlossen wurde in der letzten Gemeinderatssitzung die Ausschreibung der außertariflich zu bezahlenden, zunächst auf drei Jahre befristeten Stelle mit 19 zu 14 Stimmen. SPD und UGL widersetzten sich – allerdings unterschiedlich begründet.
Bevor die Stelle ausgeschrieben werde, sollte, so die SPD, erst einmal geprüft werden, ob ein geeigneter Mensch nicht bereits im Rathaus arbeite. Sie hat dafür einen Favoriten im Blick: Mit ihm gäbe es die Wirtschaftsförderung quasi „zum Nulltarif“, meinte Stadtrat Günther Herz.
Oberbürgermeister Raab ließ keinen Zweifel aufkommen, dass er nur ein „offenes Verfahren“ für zulässig hält. Dabei könne sich dann jeder, der sich für geeignet hält, bewerben: „Ich will keine Mauschelei.“ Der SPD-Fraktionschef Manfred David reagierte mit Entrüstung: „Wir lassen uns nicht in die Ecke der Mauschler stellen.“ Der mit dem internen Prüfungsauftrag verknüpfte Vertagungsantrag der SPD wurde abgewiesen.
Die UGL sieht in der neuen Stelle keinen Sinn – schon gar nicht mit Befristung. Da die Wirtschaftsförderung Chefsache bleiben sollte, sähe die
Arbeit eines „beschnittenen“ Wirtschaftsförderers laut Stadtrat Peter Gansky so aus: „Der darf anklopfen, aber durch die Tür kommt dann doch der Herr Raab.“ Der Rathauschef solle lieber Ehrenämter und die beiden Posten bei den Stadtwerken ablegen.
Nur an fünf Vormittagen im Jahr unterrichte er den Verwaltungsnachwuchs an der Fachhochschule in Ludwigsburg: „Das bindet meine Freizeit und nicht meine Arbeitszeit“, konterte das Stadtoberhaupt verärgert. Selbst wenn, wie die UGL meinte, sich die Wirtschaftsförderung fast nur in „Bestandspflege“ erschöpfe, sollte ein Wirtschaftsförderer häufiger in den Betrieben sein, als er das als Oberbürgermeister leisten könne.
In der Wirtschaftsförderung sei in der Vergangenheit zu wenig passiert, begründeten der AWV-Sprecher Norbert Berg den Vorstoß seiner Fraktion. Die Stadt habe riesige Ausgaben für ihre Gewerbegebiete getätigt, jetzt gehe es auch um die Schaffung neuer Arbeitsplätze. Dass Wirtschaftsförderung mehr als nur Bestandspflege sein sollte, war auch für SPD-Stadtrat Gernot Mitsch klar: „Wir wollen eine Akzentsetzung.“
„Vom Oberbürgermeister wurde in der Vergangenheit eine sehr gute Wirtschaftsförderung geleistet“, betonte der CDU-Sprecher Uwe Berger, der im Blick auf die Ausstattung und Kosten aber Fragezeichen hinter die neue Stelle setzte. Es wäre „ein zu teueres Pilotprojekt, um auszutesten, was in der Wirtschaftsförderung geschehen sollte“, sprach auch der UGL-Fraktionschef Nils Kaiser die Kosten an. Die von Oberbürgermeister Raab beschriebene Tätigkeit in der Wirtschaftsförderung könne auch intern erledigt werden.
Diese Darstellung wies das Stadtoberhaupt entschieden zurück. „Wenn der Wirtschaftsförderer seine Arbeit gut macht, macht sich der selber bezahlt.“ Andreas Raab zeigte auch mit Hinweisen auf das Konversionsgebiet und beispielsweise den Ausbau des Voith-Werkes kein Verständnis für negative Äußerungen über die Betreuung der Wirtschaft: „Wir reden uns manchmal viel zu schlecht.“ In gleicher Weise äußerten sich die CDU-Stadträte Klaus-Jürgen Mümmler und Helmut W. Rüeck. „Wir brauchen keinen Assistenten für den OB... Man muss erst säen, wenn man ernten will“, betonte Mümmler. Die AWV wolle weder die Wirtschaftsförderung schlecht reden noch die Verwaltung aufblähen, unterstrich der AWV-Stadtrat Rolf Klunker: „Crailsheim hat Chancen, und die müssen verbessert werden. Da kann ein guter Wirtschaftsförderer helfen.“
Gemeinderat
Für Unterhaltungsmaßnahmen wurden Zeitverträge ausgeschrieben. Der Gemeinderat gab den Zuschlag für Putz und Stuckarbeiten an die Fa. Stirn, Westgartshausen (69850 Euro). Die Dachdecker- und Dachabdichtungsarbeiten erledigt die Firma Hermann Heinrich, Marktlustenau für 70470 Euro.
Gemeinderat: Parkhaus Grabenstraße
Ein Jahres-„Abo“ fürs Parkhaus Grabenstraße kostet 120 Euro. Der Anwohnerparkausweis ist für 150 Euro erhältlich.
Diese bewährte Regelung wurde einstimmig bis 31.12. 2009 verlängert. Seit 1. Juni 2006 stellen zusätzlich 48 Autofahrer ihr „heilig’s Blechle“ im Parkhaus Grabenstraße ab. Dazu kommen sieben „Tarifwechsler“.
Gleichzeitig wurden nur noch 70 statt vorher 105 Anwohnerparkausweise ausgegeben. Beide Effekte bringen der Stadt sogar 5500 Euro Mehreinnahmen.

Erste Bilanz der Jugendgemeinderäte/Stadträte bieten Zusammenarbeit an
Ein Gleichgewicht zwischen Spaß und Politik – das hat sich Desirée Styblo, die engagierte Vorsitzende des Jugendgemeinderates, als Arbeitsziel vorgenommen.
Eine beeindruckende Bilanz hat der Jugendgemeinderat bereits für das erste Halbjahr vorzuweisen. Im Gemeinderat legten Desirée Styblo, Thomas Rück, Manfred Betz und Philipp Köberle dar, was die Jugendlichen bereits alles angestoßen und in Gang gebracht haben. Dabei wurde deutlich: Der vierte Jugendgemeinderat hat einen Blitzstart hingelegt, wie es noch kein Vorgängergremium geschafft hat.
Seit 22. Mai sind die Jugendgemeinderäte im Amt. Aus dem Stand haben sie sich mit einem in Eigenarbeit und Unterstützung des Baubetriebshofs aufgebauten Wagen erfolgreich am Volksfestzug beteiligt.
Die gewählten Jugendlichen haben sich in sogenannten Abteilungen (Ausschüssen) organisiert. In der Politik-Abteilung ist eine CD in Vorbereitung, die im Rahmen der Aktion „Schöner leben ohne Nazis“ an den Schulen verteilt werden soll. Das Geld für die Lieder-CD wollen die Jugendstadträte über den Verkauf von Bändchen zusammenbringen.
Desirée Styblo kündigte die Kontaktaufnahme zum Arbeitskreis „Weiße Rose“ an. Geplant ist auch, sich an der Jugendkulturwoche zu beteiligen.
Die Sportabteilung will
einerseits Spaß am Sport fördern, und gleichzeitig das Interesse auf die Arbeit des Jugendgemeinderates lenken. Am 23. Dezember ist ein Fußballturnier geplant. Die Teams spielen in den Altersklassen 14 bis 16 und 17 bis 22 Jahre. Mannschaftsmeldungen kosten 25 Euro: Das sind weniger als vier Euro pro Spieler, betonte Desirée Styblo.
Mit einer ersten kleineren LAN-Party hat die Technik-Abteilung einen Anfang gemacht. Die PR-Abteilung hat die Homepage des Jugendgemeinderates (www. jgr-crailsheim.de) wieder gestartet. Im nächsten Jahr soll diese Homepage, aber auch die Pressearbeit verbessert werden. Und der Kontakt zu den Schulen soll intensiviert werden.
Die Party-Abteilung hat sich Musik und Tanz auf die Fahnen geschrieben. Auch auf diesem Weg wolle der Jugendgemeinderat die Jugend erreichen, erklärte Manuel Betz.
Einige Jugendgemeinderäte kümmern sich auch um die städtischen Jugendräume. So wurden die Räume in Wittau, Jagstheim und auf dem Kreuzberg besichtigt, berichtete Philipp Köberle. Es folgen die Räume in Roßfeld, Hirtenwiesen, Onolzheim, Roter Buck und Triensbach. In Altenmünster sollte in Zusammenarbeit mit dem Jugendbüro ein Jugendraum eingerichtet werden, erklärte er den Stadträten. In diesem Zusammenhang gab Stadtrat Rolf Klunker den Hiweis, dass die Stadt beim ESV einen Jugendraum mitfinanziert hat.
Die Stadträte versicherten den Jugendlichen, dass sie mit ihren Anliegen bei ihnen auf offene Ohren stoßen. Stadtrat Kurt Meiser betonte aus eigener Erfahrung: „Dieser Jugendgemeinderat ist erfrischend.“
Gemeinderat beschließt freiwillige Zuschüsse und hofft auf, dass viele mitmachen
„Wir wären froh, wenn sich möglichst viele geeignete Menschen als Jugendbegleiter melden.“ Das betonte Schulbürgermeister Harald Rilk im Gemeinderat. Ein freiwilliger städtischer Zuschuss soll Anreize geben.
Es geht ganz sicher nicht darum, dass pädagogisch geschulte Mitarbeiter von anderen Einrichtungen (wie der Volkshochschule) abgeworben werden sollen. Deshalb werden acht bis maximal zwölf Euro als Aufwandsentschädigung pro betreuter Wochenstunde von der Stadt über die Schulen ausbezahlt.
Die Jugendbetreuer sollen an den Schulen ehrenamtlich (bzw. mit der genannten Aufwandsentschädigung) dazu beitragen, dass neben dem Unterricht auch außerschulische Angebote gemacht werden können. Sport, Musik, Theater, Medien, Tanz, Literatur, Heimat, Geschichte, Wirtschaft, Umwelt, Naturwissenschaften, aber auch Hausaufgabenbetreuung, Erste-Hilfe-Kurse, Streitschlichtung werden genannt.
Diese städtischen Mittel ergänzen den pauschalen Zuschuss des Landes: Bis vier Jugendbegleiterstunden in der Woche fließt kein Geld aus Stuttgart und auch nicht aus dem Stadt-Etat. Die Schulen erhalten für vier bis zehn Stunden 2000 Euro (plus 240 Euro städtischen Zuschuss je Wochenstunde ab der achten Wochenstunde), über zehn 4000 Euro (plus 240 Euro je Wochenstunde städtischen Zuschuss ab der 15. Wochenstunde) und über 40 Jugendbegleiterstunden pro Woche 5000 Euro (weitere 240 Euro von der Stadt pro zusätzlicher Wochenstunde). Am Beispiel: Meldet eine Schule zehn Wochenstunden zum Programm an, werden 2000 Euro vom Land und von der Stadt maximal 720 Euro (ab der achten Stunde je 240 Euro) ausbezahlt. Das Budget wird von der Schule verwaltet und abgerechnet. Die Schulen entscheiden auch darüber, ob ein Bewerber für die Jugendbetreuung geeignet ist, erklärte Bürgermeister Rilk.
Es beteiligen sich vorerst die Eichendorffschule und die Käthe-Kollwitz-Schule. Ab dem Schuljahr 2008/09 soll es im Herbst unter Einbeziehung der Erfahrungen ein einheitliches Betreuungskonzept für alle Crailsheimer Ganztagesschulen geben. Neu hinzu kommen dann die Leonhard-Sachs-, Geschwister-Scholl- und Astrid-Lindgren-Schule.

Die Ringgasse will die Stadt 2009 ausbauen. Damit geht sie über den Etatantrag der SPD-Fraktion von 2007 hinaus. Angestrebt wird, dass auch die Privatflächen hergerichtet werden. Dafür bietet die Stadt einen Zuschuss in Höhe von 30 Prozent (wie im Quartier Adam-Weiß-Straße) an. Öffentliche Mittel stehen nicht zur Verfügung – die Straße liegt nicht in einem Sanierungsgebiet. Während der SPD-Fraktionschef Manfred David die Sanierung der desolaten Gasse begrüßte, meinte der UGL-Stadtrat Peter Gansky, die Ausgaben in Höhe von 100000 Euro inklusive des Zuschusses für Privatmaßnahmen seien „unnötig wie ein Kropf“. AWV-Fraktionschef Norbert Berg wünschte sich, dass ein Brachegrundstück erschlossen wird, bevor die Straße gerichtet ist.

Ein eigenes Domizil erhalten die Jugendlichen auch im Stadtteil Beuerlbach. Der Jugendraum wird in der ehemaligen Feuerwehr-Garage eingerichtet. Der Gemeinderat hat den Ausgaben in Höhe von 5500 Euro zugestimmt. Der Jugendraum beim Dorfgemeinschaftshaus wird in Eigenregie von der Dorfgemeinschaft umgebaut.
Beschlossen hat der Gemeinderat die neue Erschließungsbeitragssatzung, die regelt, in welchen Fällen wieviel Anliegerbeiträge bezahlt werden müssen. Eine Mehrfacherschließung mit entsprechenden Gebühren entfällt. Erschließungsbeiträge sind beschränkt auf Anbaustraßen und Wohnwege. Bei Sammelstraßen, Sammelwegen, Parkierungsflächen, Grünanlagen, Kinderspielplätzen und Lärmschutzanlagen sind z. B. die Entfernung der Grundstücke zu berücksichtigen.
Derzeit hat das Stadtblatt eine Auflage von 4279 Exemplaren pro Woche. Doch jede Ausgabe wird intensiv und mehrfach gelesen. Es ist von der doppelten bis dreifachen Leserzahl auszugehen, betont die Stadt in einer Antwort auf eine Anfrage des SPD-Stadtrates Magnus Krause. Die Leser bezahlen für das Jahresabonnement nur 19,20 Euro, im Einzelverkauf 50 Cent (bei Bücher Baier oder im städtischen Verkehrsbüro und in der Stabsstelle des Rathauses).
Standorte der Glascontainer werden überprüft. Stadtrat Peter Gansky (UGL) hatte auf doppelte Lärmbelastung von Bussen und Containern im Sauerbrunnen hingewiesen.
Das 234 Kilometer lange Abwasserkanalnetz wird regelmäßig untersucht. Den Auftrag für die Untersuchung, Spülung und das Kanalfräsen erhält die Firma Baierle Kanalservice GmbH aus Fremdingen-Schopflohe für knapp 171000 Euro.