







Gemeinderat bremst den sofortigen Abbruch/Stadtverwaltung prüft, welche vorübergehende Nutzung möglich ist
Keinen aktuellen Handlungsbedarf erkannten die Stadträte und bremsten daher die Pläne der Verwaltung, das Kommandeursgebäude der ehemaligen amerikanischen Kaserne sofort abzureißen.
Vielmehr soll jetzt geprüft werden, welche vorübergehende Nutzungen ohne weitere Investitionen in dem Gebäude möglich ist. Die katholische Kirche hatte bereits angefragt. Denkbar ist auch, dass die Jugend vom Container in das Haus umzieht, das Haus für das Jugendferienprogramm oder als vom Lise-Meissner-Gymnasium als Ausweichquartier zur Schülerbetreuung genutzt wird oder ein Bürgertreff auf Zeit einzieht oder dass sich dort Seniorengruppen treffen, schlug Stadtrat Peter Gansky (UGL) vor.
Eine dauerhafte Nutzung, wie sie die SPD-Stadträtin Eva Kochendörfer für das letzte Gebäude, das noch an die Kaserne erinnert, vorgeschlagen hat, ist wohl kaum in Sicht. Denn Oberbürgermeister Raab machte unmissverständlich klar: Investiert wird nichts mehr und sobald ein Investor in Sicht ist, der das Grundstück an der Haller/Willy-Brandt-Straße kaufen möchte, fällt das Haus.
Im Rahmen der Gemeinderatssitzung bildete sich eine klare Mehrheit heraus, die das Gebäude für Interimsnutzungen vorerst erhalten will und einen Prüfauftrag an die Stadt befürwortet (es gab nur zwei Enthaltungen). Klar ist: Jede Gruppe, die dort einzieht, muss wissen, „dass sie wieder raus muss” (Stadtrat Kraft). Dem stimmte auch Oberbürgermeister Raab zu. Gegen einen Jugendraum auf Zeit hatten Bürgermeister Rilk und der CDU-Fraktionsvorsitzende Werner Gulden Bedenken. Rilk betonte, dass es lange dauere, bis ein Jugendraum von der Umgebung akzeptiert werde. Gulden befürchtet eine wenig pfleglichen Umgang mit den Räumen, wenn klar ist, dass der Abbruch eh kommt.
Altenmünster-Ingersheim
Entlang der für Radfahrer besonders gefährlichen Kreisstraße 2642 zwischen Altenmünster und Ingersheim soll für 470000 Euro ein 1675 Meter langer Geh- und Radweg gebaut werden. Für eine Fortführung in Ingersheim ist die Ortslage zu eng, erklärte Bürgermeister Holl auf Frage des UGL-Stadtrates Peter Gansky. Wann gebaut wird, hängt vom Landkreis ab, der ebenso wie die Stadt Crailsheim rund 125000 Euro Anteil an den Baukosten einplanen muss. Es wird außerdem damit gerechnet, dass 46 Prozent Zuschuss vom Land kommen. Der Kreis wird noch eine Bedarfsprüfung durchführen.

Neues Fördermodell für Hirtenwiesen II beschlossen/Abkehr von der Quadratmeter-Kinderzahl-Formel
Es ging der Verwaltung und dem Gemeinderat nicht darum, bei der Familienförderung Geld zu sparen. Vielmehr wird ein gerechteres Fördermodell ins Werk gesetzt.
Sozial ausgewogener sei das neue Modell, betonte Baubürgermeister Herbert Holl, nachdem UGL-Stadtrat Peter Gansky sein Unverständnis über die Umstellung geäußert hatte. Zuerst sei überhaupt nicht gefördert worden. Dann habe man die Quadratmeterpreise für Familien günstiger gemacht und jetzt werde nach der Zahl der Kinder gefördert. Diese dreifachen Unterschiede sind aus Sicht des Stadtrates einfach „ungerecht”.
Dagegen verteidigte Baubürgermeister Holl die Umstellung auf die Zahl der Kinder als sozial gerechter. (Bisher zahlten Familien mit einem Kind 4,30 Euro weniger auf den Quadratmeterpreis, bei zwei Kindern betrug der Rabatt 8,60 Euro, bei drei Kindern 12,90 Euro. Bei einer Bauplatzgröße von durchschnittlich 500 Quadratmetern kamen so beispielsweise 2150, 4300 bzw. 6450 Euro Nachlass zusammen.)
Die Stadt gab für die Familienförderung 31000, 48000 und 60000 Euro in den Jahren 2005 – 2006 – 2007 aus. Im laufenden Jahr sind es wegen der geringeren Bauplatzzahl nur noch 22000 Euro. Fürs nächste Jahr sind nach dem einstimmig beschlossenen neuen Fördermodell rund 52000 vorgesehen.
Info
Ab sofort bis zum 31. Dezember 2012 erhalten Familien, die im Baugebiet Hirtenwiesen II West und Ost bauen, folgende Pauschalzuschüsse als Abzug vom Kaufpreis:
mit 1 Kind 1750 Euro
mit 2 Kindern 3500 Euro
mit 3 Kindern 5250 Euro
mit 4 und mehr Kindern 7000 Euro
Landkreis-Behörden
Dass der Sitz des Gesundheitsamtes eines Tages ganz in Crailsheim sein wird, war klar. Beabsichtigt ist nun, auch die Flurneuordnung und die Vermessung mit Sitz in Crailsheim zu konzentrieren. Das ist die Beschlusslage im Kreistag.
In der Gemeinderatssitzung fragte Stadtrat Gerhard Neidlein (CDU), wie folgende Formulierung in der am letzten Donnerstag vorgelegten Bekanntgabe zu verstehen sei: „Die Flurneuordnung bleibt in Crailsheim, die Zusammenlegung mit der Vermessungsverwaltung ist angedacht. Die Behördenleitung dieses gemeinsamen Amtes soll in Crailsheim sein.” Dazu betonte der Oberbürgermeister, der auch Kreisrat ist, dass dies mit Landrat Gerhard Bauer so abgestimmt sei. Zuständig sei der Landrat, und „er hat das mit mir so besprochen”. Das Forstamt wird komplett in Hall zusammengelegt, das Veterinäramt wandert von Hall nach Ilshofen. Das Schulamt ist nun wieder Landesbehörde. Es hat seinen Sitz nun in Künzelsau.
Hirtenwiesen II West
Der Gemeinderat hat für Hirtenwiesen II West die Preise festgelegt: Selbstnutzer zahlen 86 Euro pro Quadratmeter. Investoren zehn Euro Zuschlag. Mischgebietsflächen kosten ebenfalls 86 Euro/qm, Gewerbeflächen an der Haller Straße 105 Euro/qm.
Flurneuordnung Goldbach
Wassergräben, Rohrleitungen, Entwässerungseinrichtungen und alles, die Anlagen, die dem Boden-, Klima- und Naturschutz sowie der Landschaftspflege dienen, gehen bei Zuteilung in der Flurneuordnung Goldbach an die Stadt. Der Gemeinderat stimmte zu.
Flurneuordnung Jagstheim
Klare personelle Verhältnisse erwarten die Bürger im Flurneuordnungsverfahren Jagstheim, betonten Ortsvorsteher Kurt Meiser und Oberbürgermeister Andreas Raab im Gemeinderat. Ein förmlicher Antrag, die Ortslage einzubeziehen, ist nicht notwendig.
Brunnenstraße
Der Gemeinderat hat dem abgeänderten Bebauungsplan Süd-West in der Brunnenstraße zugestimmt. Dort will eine Privatschule auf dem bisherigen Voith-Parkplatz neben dem Sportplatz ein Schulgebäude errichten. Der Plan geht jetzt in die Anhörung.

Bei Maulach soll unterhalb des ehemaligen Bahnhofs eine Freiland-Photovoltaikanlage entstehen: 3 Mio. Kilowattstunden Stromertrag pro Jahr
Für die Landwirtschaft sind die Wiesen bei der ehemaligen Kabelverschwelungsanlage wegen der Belastung mit dem Ultragift Dioxin für immer verloren. Jetzt sollen sie als Sonnenstromfeld sinnvoll genutzt werden.
Auf einer Fläche von 8,5 Hektar will der Wiesennachbar, der im ehemaligen Bahnhof von Maulach lebt, eine riesige Freiland-Solarstromanlage bauen. „Die Flächen sind für eine solche Anlage prädestiniert”, betonte Baubürgermeister Herbert Holl in der jüngsten Gemeinderatssitzung. Im Erdreich stecken 100 bis 1000 Nanogramm pro Kilogramm Dioxin und andere Ultragifte, die einst von der unsachgemäß betriebenen Kabelverschwelungsanlage auf die umliegenden Flächen niedergingen. Der Austausch des Erdreichs, das höchst aufwendig entsorgt werden müsste, kommt allein schon aus Kostengründen nicht infrage.
Jetzt sollen dort Photovoltaikmodule, in drei Einheiten gruppiert, aufgebaut werden. Installiert wird eine Leistung von drei Millionen Kilowatt-Peak. Damit können rund drei Millionen Kilowattstunden Strom erzeugt werden (eher mehr). Das entspricht dem Jahresverbrauch von etwa 1000 Zwei- bis Drei-Personenhaushalten. Gleichzeitig wird die Umwelt von etwa 3000 Tonnen Kohlendioxid (CO2) pro Jahr verschont, das bei der konventionellen Stromproduktion mit fossilen Brennstoffen entstünde. Der Photovoltaik-Anlage wird eine Laufzeit von 30 bis 35 Jahren zugeschrieben.
Die Stadtverwaltung und der Gemeinderat stellten sich einmütig hinter das Projekt.
Oberbürgermeister Andreas Raab betonte, dass überhaupt nichts gegen eine solche Anlage an dieser Stelle spreche. Baubürgermeister Holl fügte hinzu: „Wenn nicht dort, wo sonst?”
Angeregt wurde von Stadtrat Franz Köberle, die Anlage durch einen Gehölzstreifen, der entlang der Maulach angelegt werden sollte, zu verdecken, denn von der ehemaligen B 14 aus sind die Rückseiten der Solarmodul-Flächen zu sehen.
Der Grundsatzbeschluss zum Bebauungsplanverfahren war einstimmig. Das Kreisplanungsamt, das auf diesem Gebiet Erfahrungen hat, wird die Planung ausarbeiten. Die Kosten ersetzt der Bauherr.

Hubert Rossner im Gemeinderat verabschiedet/Die CBE erfolgreich gemanagt
Das Ziel der Crailsheimer Bau- und Entwicklungsgesellschaft war, Familien zu günstigem Wohneigentum zu verhelfen. Diese Aufgabe hat Hubert Rossner als Betriebsleiter der CBE erfolgreich wahrgenommen.
Das betonte Oberbürgermeister Andreas Raab zu Beginn der letzten Gemeinderatssitzung, als er Hubert Rossner verabschiedete und ihm für seine Tätigkeit dankte. „Wir werden sie in bester Erinnerung behalten als den Mann, der die CBE erfolgreich gemanagt hat”, sagte das Stadtoberhaupt auch im Namen des Baubürgermeisters Herbert Holl. In dessen Verantwortungsbereich war das Projekt der Umwandlung der ehemaligen amerikaschen Wohnsiedlung angesiedelt.
Der hauptamtliche Betriebsleiter der CBE hatte seine Tätigkeit am 1. April 1996 angetreten. Zwölf Gebäude mit zusammen 240 Wohnungen wurden in seiner Zeit saniert und zu äußerst günstigen Konditionen an (junge) Familien verkauft. „Was Sie hier geleistet haben, kann sich wahrlich sehen lassen”, sagte Andreas Raab. Hubert Rossner habe als Betriebsleiter der CBE annähernd 25 Millionen Euro umgesetzt. „Ziel war nicht, Geld zu verdienen”, betonte der Oberbürgermeister. Vielmehr sollten Familien Eigentum bilden. „In ihrer Zeit ist dort ein neuer Stadtteil geschaffen worden.”
Hubert Rossner wurde im Gemeinderat mit Applaus verabschiedet. Für seinen Ruhestand überreichte Oberbürgermeister Andreas Raab ein Geschenk.
Als wilde Müllkippe und Schutthalde präsentiert sich ein Grundstück in der Kirchstraße in Altenmünster. Es liegt am Schulweg bzw. am Radweg und gegenüber der denkmalgeschützten Kirche. Auf diesen Zustand machte die AWV-Stadträtin Eva Doose in der letzten Gemeinderatssitzung aufmerksam. Die Stadt ist in dieser Angelegenheit mehrfach sehr deutlich vorstellig geworden, hat aber keine zwingende rechtlichen Möglichkeiten – und „das Entgegenkommen des Grundstückseigentümers sei sehr begrenzt”, so Oberbürgermeister Andreas Raab. Ohne Gefährdung der Sicherheit seien der Stadt die Hände gebunden, meinte Baubürgermeister Herbert Holl. AWV-Stadtrat Norbert Berg brachte daher eine „Gestaltungssatzung” ins Spiel. Das wird jetzt geprüft.
Die Fahrradwege seien zum Teil in schlechtem Zustand, bemängelte Stadtrat Helmut Hofmann (SPD). Die Stadtverwaltung wird danach schauen.
„Wir brauchen die klare Abgrenzung”, betonte Baubürgermeister Holl auf eine Frage des AWV-Stadtrates Armin Augner im Blick auf die Poller am Karlsplatz, die häufig umgefahren oder beschädigt werden. Der Stadtrat wollte wissen, ob die Poller nicht ganz weggelassen werden könnten und wann die schräge Anordnung der Parkplätze komme. In Absprache mit dem Vollzugsdienst sei man der Meinung, dass die jetzige rechtwinklige Anordnung belassen werden sollte, sagte Holl.
Durch einen Neubau in der Schönebürgstraße sei die Gehwegbreite „halbiert” worden, bemängelte AWV-Stadtrat Rolf Klunker. Auch sei das Sichtfeld der Autofahrer auf die Einfahrt zum Volksfestplatz eingeschränkt. Mit 2,50 Metern sei die Gehwegbreite ausreichend und man habe auch eine eventuelle Beeinträchtigung des Sichtfeldes geprüft, das sei aber nicht der Fall, betonte Baubürgermeister Holl.
Die Auswirkungen des nächtlichen Lkw-Fahrverbots auf dem Pamiersringes auf andere Stadtteile und Straßen sowie der Sperrung der B 85 bei Dinkelsbühl auf das Verkehrsnetz in Crailsheim will der AWV-Stadtrat Norbert Berg wissen. Diese Darstellung sagte die Verwaltung zu.
Die Fußgängergrünphase am Ehrenfriedhof sei so geschaltet, dass der Autoverkehr gestaut werde. Darauf wies UGL-Stadtrat Peter Gansky hin. Die Phasen seien bewusst so eingerichtet worden, um den Linksabbiegern in die Beuerlbacher Straße ohne Gegenverkehr eine sichere Einfahrt zu ermöglichen, erklärte dazu Bürgermeister Holl. Man werde sich die Sache nocheinmal unter dem von Stadtrat Gansky aufgezeigten Aspekt betrachten.
Am neuen Backshop an der Ecke Ellwanger Straße/Hammersbachweg sei keine Ausfahrt und eine Abbiegespur sei auch nicht vorgesehen, erklärte Baubürgermeister Holl auf Frage von Stadtrat Manfred David (SPD).
Im Mischgebiet seien Mauern als Sicht- und Lärmschutz zulässig, erklärte Baubürgermeister Holl auf Frage von CDU-Stadtrat Franz Köberle. Vorgesehen sei aber eine Begrünung.
Erst im Januar wird das Thema Wahlalter der Jugendstadträte im Gemeinderat behandelt. Im Moment werde nach Erfahrungen in anderen Städten gefragt. Zudem werde die elektronische Wahlmöglichkeit geprüft, erklärte Bürgermeister Rilk dem UGL-Stadtrat Peter Gansky.
Warum es zu Setzungen der Fahrbahn bei der Unterführung am Lise-Meitner-Gymnasium kommt und ob Abhilfe notwendig ist, wird geprüft, sagte Bürgermeister Holl dem CDU-Stadtrat Friedrich Lober.