







Erfahrungsbericht
Ernst Köhler – der Onkel, den ich nie kennen lernen durfte
Eine persönliche „Euthanasie“-Geschichte
Goswinde Köhler-Hertweck
„Wohin bringt ihr uns?“ Diese bange Frage stellten sich die Menschen in der damaligen Ravensburger Heilanstalt Weissenau, wenn der „graue Bus“ kam, um geistig behinderte und psychisch kranke Menschen abzuholen. Sie wurden im Nationalsozialismus mit seinem Rassenwahn als „lebensunwert“ in Tötungsanstalten transportiert und dort ermordet.
Goswinde Köhler-Hertweck, Erzieherin, hat viele Jahre das Schicksal ihres Onkels Ernst Köhler recherchiert, über den ihr Vater sehr viel erzählte, den sie selbst aber nie kennen lernen durfte. Als sie 1945 nach Kriegsende geboren wurde, war er schon fünf Jahre tot. Anfang der 1990er Jahre las sie die Tagebuchnotizen, die ihr Onkel hinterlassen hatte, und begann, in Heilanstalten und Archiven seine Lebensgeschichte zu erforschen. Ihre Dokumentation wurde in dem Buch „Stuttgarter Stolpersteine“ veröffentlicht.
Donnerstag, 14. März 2013, 19.30 Uhr
vhs, Konvent
EUR 5,00 (Abendkasse), Mitglieder des Crailsheimer Historischen Vereins frei
Eine Veranstaltung des Stadtarchivs Crailsheim und des Crailsheimer Historischen Vereins

Vortrag
Geschichte Badens und Württembergs
Mathias Hofmann
Unser "Ländle" ist einladend und es gibt viele Entdeckungen zu machen. Mal ist es ein altes Gebäude, ein interessantes Stadtensemble, mal eine historische Person, die unser Interesse findet. Diese Entdeckungen machen noch mehr Spaß, wenn man wenigstens ein bisschen weiß, wer und was uns da in Stadt und Land begegnen.
An exemplarisch dargestellten Ereignissen und mit einem groben Blick auf die Entwicklung der badischen und württembergischen Dynastien werden Zusammenhänge aufgezeigt und auch Personen vorgestellt, die für die Geschichte des Landes prägend waren. Der Graf Eberhard im Barte und der "Türkenlouis" werden ebenso zu nennen sein wie die Gründungsväter des heutigen Bundeslandes.
Mittwoch, 20. März 2013, 19:30 Uhr
vhs, Konvent
EUR 7,50
Anmeldung notwendig
Eine Veranstaltung der vhs Crailsheim

Vortrag
Welcome to Britain
Wie sich Auswanderer aus Hohenlohe in Großbritannien als Metzger hohes Ansehen erwarben
Karl-Heinz Wüstner
Es ist wenig bekannt, dass im 19. Jahrhundert eine große Zahl von hohenlohischen Auswanderern nach Großbritannien ging, um dort den Beruf des Schweinemetzgers auszuüben. Dies war in Britannien ein einträgliches Handwerk, das vielen Angehörigen der unteren sozialen Schichten ordentliche Verdienstmöglichkeiten, einen gesicherten Lebensunterhalt und Aufstiegsmöglichkeiten bot, also genau das, was ihnen in der Heimat zumeist verwehrt blieb. Und nicht nur Männer profitierten von diesem aussichtsreichen Beruf im fremden Land. Auch junge Frauen aus Hohenlohe fanden als Angestellte in den Metzgerläden ihr Auskommen, sei es als Kindermädchen, Haushaltshilfe oder Verkäuferin.
Der Vortrag berichtet über die Gründe, die zur Auswanderung führten. Desgleichen werden die speziellen Verhältnisse erklärt, die das Metzgerhandwerk im Zielland besonders lukrativ machten und welche Produkte dabei eine Rolle spielten. Außerdem stellt der Autor einige Hohenloher vor, die besonders erfolgreich waren, und er geht auf die Probleme ein, die der Ausbruch des Ersten Weltkriegs für die hohenlohischen Metzger in England mit sich brachte.
Donnerstag, 11. April 2013, 19.30 Uhr
vhs, Konvent
EUR 5,00 (Abendkasse), Mitglieder des Crailsheimer Historischen Vereins frei
Eine Veranstaltung des Crailsheimer Historischen Vereins

Die besondere Stadtführung
Kriegsende in Crailsheim
Folker Förtsch
Am 20./21. April 1945 sank die schon schwer beschädigte Crailsheimer Innenstadt im Zuge der zweiten Eroberung durch die Amerikaner endgültig in Schutt und Asche. Das Ende Alt-Crailsheims stellt die wohl größte Katastrophe der Crailsheimer Stadtgeschichte überhaupt dar.
Die Führung am 68. Jahrestag der Zerstörung gibt Einblick in Hintergründe und Ablauf der historischen Geschehnisse, sie stellt das Ausmaß der Katastrophe vor Augen und erzählt von den Schicksalen einzelner Menschen.
Samstag, 20. April 2013, 18 Uhr
Treffpunkt: Marktplatz
EUR 4,00 (Mitglieder des Crailsheimer Historischen Vereins frei)
Eine Veranstaltung des Stadtarchivs Crailsheim und des Crailsheimer Historischen Vereins

Einweihung
Der Crailsheimer Reformationsweg
Crailsheim zählt zu den Städten in Süddeutschland, in denen die Reformation am frühesten einsetzte. Um die Bedeutung dieses Ereignisses, das bis heute in vielen Bereichen prägend wirkt, stärker ins öffentliche Bewusstsein zu heben, ist für die nächsten Jahre die Einrichtung eines „Crailsheimer Reformationsweges“ geplant.
Die ersten beiden Stationen des Rundwegs werden am 9. Mai 2013 im Anschluss an einen Gottesdienst an die Öffentlichkeit übergeben: Auf dem Kirchplatz vor der Johanneskirche kommt die Station „Reformation und Bekenntnis“ zur Aufstellung, Station 2 unter dem Titel „Reformation in Crailsheim“ erhält ihren Standort vor der Liberei, dem vormaligen Wohnhaus des Crailsheimer Reformators Adam Weiß, auf der Rückseite der Johanneskirche.
Insgesamt wird der Crailsheimer Reformationsweg aus zwölf Stationen bestehen, die künstlerisch von dem Bildhauer Rudolf Kurz gestaltet werden. Sie sollen verschiedene Aspekte der Reformation in ihrer historischen Bedeutung aufzeigen, darüber hinaus aber auch auf aktuelle und vor allem auch lokale Bezüge hinweisen.
Zur Einweihung der ersten beiden Stationen erscheint ein spezielles Informationsheft.
Gottesdienst mit anschließender Übergabe der ersten beiden Stationen des Reformationswegs:
Donnerstag, 9. Mai 2013, 9:30 Uhr
Johanneskirche
Rundgang zum Crailsheimer Reformationsweg:
Donnerstag, 9. Mai 2013, 14.30 Uhr
Treffpunkt: Kirchplatz (vor der Johanneskirche)
Eintritt frei
Eine Veranstaltung der Stadt Crailsheim, der Evangelischen und Katholischen Kirchengemeinden und des Arbeitskreises Lutherdekade Crailsheim

Vortrag
Die Reformation und der deutsche Bauernkrieg 1517-1526
Mathias Hofmann
Als Martin Luther 1517 seine 95 Thesen, die sich hauptsächlich gegen den Ablasshandel richteten, herausgab, war es keineswegs seine Absicht gewesen, eine Kirchenspaltung herbeizuführen. Er wollte die lateinische – seine – Kirche an ihre eigentliche Aufgabe erinnern. Letztendlich zeigte er den Gläubigen aber eine gangbare Alternative auf. Aufgrund glücklicher Umstände und namhafter Unterstützer konnte er sein Werk abschließen. Allerdings eröffnete er mit seiner neuen "deutschen Lehre" auch allen denjenigen, die bis dato unterdrückt waren, neue Möglichkeiten, sich gegen ihre Herren zu erheben. Der dann ausbrechende Bauernkrieg wurde zu einem Flächenbrand, den auch Luther so niemals gewollt hatte.
Ein Vortrag, der die Frühzeit der Reformation zwischen 1517 und 1526 in vornehmlich historischer, nicht theologischer Perspektive nachzeichnet.
Donnerstag, 16. Mai 2013, 19:30 bis 21:45 Uhr
vhs, Konvent
EUR 7,50 (bei 5 bis 40 Personen)
Anmeldung notwendig
Eine Veranstaltung der vhs Crailsheim

Vortrag
Die "Vetter'schen Oberamtskarten" des Fürstentums Ansbach
Im Rahmen der Jahreshauptversammlung des Crailsheimer Historischen Vereins
Dr. Daniel Burger (Staatsarchiv Nürnberg)
Im Jahre 1710 erhielt der Feldmesser Johann Georg Vetter (1681-1745) den Befehl, das Fürstentum Brandenburg-Ansbach zu beschreiben und in Karten darzustellen. Diese Landesaufnahme folgt der Gerichts- und Verwaltungsgliederung in 15 Oberämter, die mit den Oberämtern Crailsheim und Creglingen auch in das heutige Württembergisch-Franken hineinreichen. Das schon nach acht Jahren vollendete Werk ging jedoch bei einem Wohnungsbrand Vetters zugrunde, nur die Karten konnte er retten. Hieraus entstand die 1719 in 16 Blättern gedruckte große Karte des Fürstentums Ansbach. Vetter musste für die Landesbeschreibung erneut an die Arbeit gehen, die er 1736 mit mehrbändigem Text, 15 Oberamts- und 25 Fraisch- bzw. Vogtamtskarten abschloss.
Die gewaltige Leistung Vetters erregt noch heute Bewunderung. Seine Karten werden immer wieder gern abgedruckt und die Landesbeschreibung ist eine wesentliche Quelle für das Fürstentum Brandenburg-Ansbach im Zeitalter des Barock.
Montag, 10. Juni 2013, 19:30 Uhr
Saal der Volksbank (Eingang Karlsplatz)
Eintritt frei
Eine Veranstaltung des Crailsheimer Historischen Vereins

Tagesfahrt
Worms – Auf den Spuren Martin Luthers, der ältesten jüdischen Gemeinde Deutschlands und der Nibelungen
Folker Förtsch
Worms zählt zu den ältesten Städten Deutschlands. Obwohl die ursprünglich römische Gründung durch Kriegseinwirkung mehrfach schwer in Mitleidenschaft gezogen wurde, bietet die Domstadt am Rhein noch viele eindrucksvolle Zeugnisse ihrer mehr als 2000-jährigen Geschichte.
Wir besuchen einige der romanischen Kirchen der Stadt, zuvorderst den imposanten Kaiserdom, in dem nicht nur das kirchliche Leben seinen Mittelpunkt hatte, sondern auch bedeutende Reichstage des Alten Reiches eröffnet wurden. Auf dem vielleicht bekanntesten, dem Reichstag von 1521, bot Martin Luther dem Kaiser und den versammelten Repräsentanten der Reichskirche die Stirn. An diese Tat, die den Gang der Geschichte veränderte, erinnert das Wormser Lutherdenkmal, das angeblich größte Reformationsdenkmal der Welt.
Worms war aber auch eines der großen Zentren jüdischer Gelehrsamkeit und Kultur im Mittelalter. Davon zeugen u.a. die nach alten Plänen wiedererrichtete Synagoge und der jahrhundertealte Friedhof „Heiliger Sand“. Darüber hinaus ist Worms die Stadt der Nibelungen. Nach dem berühmten mittelhochdeutschen Heldenepos befand sich hier der Sitz der Burgunderkönige und hier spielten die dramatischen Geschehnisse um Brünhild, Siegfried und Hagen.
Sonntag, 16. Juni 2013, 8:00 Uhr (Abfahrt)
Treffpunkt: Volksfestplatz (Rückkehr gegen 20 Uhr)
EUR 45,- (bei 24 bis 40 Personen)
Anmeldung bei der vhs Crailsheim (bis 7. Juni 2013)
Eine Veranstaltung der vhs Crailsheim und des Crailsheimer Historischen Vereins

Ausstellung
Ganz rein! Jüdische Ritualbäder.
Fotografien von Peter Seidel
Zeitgenössische Fotografie und Kulturgeschichte verbinden sich in dieser Ausstellung, in der Bilder jüdischer Ritualbäder unterschiedlicher Epochen gezeigt werden. Das Untertauchen in der Mikwe dient der rituellen Reinigung von Körper und Geist. Vor allem im Leben religiöser jüdischer Frauen spielt ihr Besuch eine wichtige Rolle. Das Wasser muss fließend sein, daher gibt es häufig Grundwasser-Mikwen. Mancherorts kann der Schacht für das Wasserbecken über 20 Meter in die Tiefe gehen. Kulturgeschichtlich haben Mikwen eine ähnlich große Bedeutung wie Synagogen. Sie liegen aber meist versteckt.
Mit diesen intimen und spirituellen Orten hat sich der Frankfurter Fotograf Peter Seidel intensiv auseinandergesetzt. Seine Aufnahmen zeigen historische und moderne Tauchbäder in Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien und Österreich. Die Bilder sind streng komponierte Architekturfotografie und respektvolle Annäherung an die Aura eines religiösen Ortes.
Die Ausstellung ist ein Projekt des Jüdischen Museums Hohenems, des Jüdischen Museums Franken, des Jüdischen Museums Frankfurt/Main und des Jüdischen Museums Wien.
Eröffnung: Mittwoch, 19. Juni 2013, 19:30 Uhr [bis 25. August 2013]
Stadtmuseum im Spital
Eine Veranstaltung des Stadtmuseums im Spital

Vortrag
Aus der Werkstatt des Heimatforschers I: Crailsheimer Urgeschichte
Hans Gräser
Aus den Vorarbeiten zu einem neuen Heimatbuch Crailsheim berichtet Hans Gräser über die in Crailsheim als Voraussetzung der späteren Besiedlung anzunehmende geologische und biologische Urgeschichte allgemein und speziell unseres Raumes. Ziel ist dabei die Rekonstruktion der Lebensbedingungen für die ersten Menschen, die hier gelebt haben mögen, deren Spuren aber nur sehr vereinzelt in der weiteren Umgebung aufgetaucht sind.
Insbesondere wird die Situation der Spät- und Nacheiszeit beschrieben, in der sich die bisherige Jäger- und Sammlerkultur schließlich in die sesshafte Bauernkultur verändert. Letztere wird allerdings erst im nächsten Werkstattbericht zur Sprache kommen, mit dem dann auch erste konkrete Belege aus unserer Gegend angesprochen werden können.
Mittwoch, 26. Juni 2013, 19.30 Uhr
vhs, Konvent
EUR 5,00 (Abendkasse), Mitglieder des Crailsheimer Historischen Vereins frei
Eine Veranstaltung des Crailsheimer Historischen Vereins

Vortrag
Denkmalschutz am Beispiel Crailsheims
Angelika Reiff (Landesdenkmalamt)
Die Stadt Crailsheim weist infolge der schweren Kriegszerstörungen 1945 kaum mehr historische Bausubstanz, geschweige denn eine größere Anzahl von Kulturdenkmalen auf. Im Bewusstsein der Öffentlichkeit sind die wenigen noch vorhandenen historisch oder kulturell bedeutsamen Gebäude darüber hinaus kaum präsent. Das schlägt sich auch im Umgang mit diesen Gebäuden nieder, die sich häufig in einem baulich bedenklichen Zustand befinden.
Die für den Landkreis Schwäbisch Hall zuständige Mitarbeiterin des Landesdenkmalamtes Angelika Reiff berichtet über die Aufgaben und die Arbeit der Denkmalpflege in Baden-Württemberg. Sie schildert die Bedingungen, Chancen und Schwierigkeiten der Bewahrung des regionalen Kulturerbes. Im Mittelpunkt steht dabei die Problematik der Erhaltung und künftigen Nutzung denkmalgeschützter Gebäude in Crailsheim.
Donnerstag, 4. Juli 2013, 19.30 Uhr
vhs, Konvent
EUR 5,00 (Abendkasse), Mitglieder des Crailsheimer Historischen Vereins frei
Eine Veranstaltung des Stadtarchivs Crailsheim und des Crailsheimer Historischen Vereins

Vortrag
Das Leben in der spätmittelalterlichen Stadt
Eine Annäherung an das Leben in Crailsheim zwischen Gründung und Reformation
Prof. Dr. Immo Eberl
Der heutige Bewohner der Stadt Crailsheim stellt sich sicherlich öfters die Frage, wie man in der Stadt zwischen ihrer Gründung und der Reformation gelebt hat. Dabei spielen neben dem politischen Leben auch die Fragen der Wirtschaft und des Alltags – wie heute auch – eine ganz bedeutsame Rolle.
Der Vortrag will sich diesem täglichen Leben in Crailsheim im Spätmittelalter daher von verschiedenen Seiten her nähern, um am Ende zu einem Gesamtbild zu gelangen, das dieses Leben plastisch werden lässt.
Mittwoch, 10. Juli 2013, 19.30 Uhr
vhs, Konvent
EUR 6,00 (Abendkasse)
Eine Veranstaltung der vhs Crailsheim

Öffentlicher Stadtrundgang
Denkmalgeschützte Gebäude in Crailsheim
In Anknüpfung an den Vortrag von Angelika Reiff vom Landesdenkmalamt (4. Juli 2013) möchte der Rundgang die denkmalgeschützten Gebäude der südlichen Crailsheimer Innenstadt vorstellen. Dabei kommen sowohl die Geschichte dieser Gebäude wie auch ihre derzeitige Nutzung und ihr aktueller baulicher Zustand in den Blick. Bei einzelnen Gebäuden ist auch eine Innenbesichtigung geplant.
Beispiele für eine gelungene Restaurierung und ein geeignetes Nutzungskonzept kontrastieren dabei mit Objekten, die akut in ihrem Fortbestand gefährdet sind.
Der Rundgang soll mit einem Besuch des Crailsheimer Wasserturmes, technisches Kulturdenkmal im Bereich des früheren Bahnbetriebswerks, ausklingen.
Samstag, 13. Juli 2013, 14.30 Uhr
Treffpunkt: Schlossplatz 1 („Innenhof“ des Verwaltungsgebäudes)
Eintritt frei
Eine Veranstaltung des Stadtarchivs Crailsheim und des Crailsheimer Historischen Vereins
Stadtarchiv Crailsheim,
Tel. 07951-4031290,
e-Mail. folker.foertsch@crailsheim.de