







Im Fliegerhorst werden jetzt die letzten Bauruinen beseitigt
Ein Konjunkturprogramm mit Bauinvestitionen in Höhe von 6,1 Mio. Euro hat der Gemeinderat in seiner letzten Sitzung verabschiedet. Dazu zählen die Abbruch- und Erschließungsarbeiten im Fliegerhorst.
In den nächsten Monaten werden die letzten, teilweise noch genutzten Motorpool-Gebäude und Verladeeinrichtungen des ehemaligen Bundeswehrgerätedepots beseitigt. Danach wird das Gebiet neu erschlossen. Da auch der Rückbau in der Fläche nördlich des Baubetriebshofes noch 2009 erfolgt, zeichnet sich ein Ende der Umwandlung der ehemals militärisch genutzten Flächen ab.
Die Rückbauarbeiten führt die Firma Eckert Erdbau und Industrieabbruch, Lauda-Königshofen für 425000 Euro aus. Die Erschließungsarbeiten wurden einstimmig an die Firmen Leonhard Weiß, Satteldorf (3,5 Mio. Euro für Tief- und Straßenbau, Regenrückhaltebecken; 548000 Euro für Lärmschutzwall) sowie Carl Rossaro, Aalen (Verlängerung der Ludwig-Erhard-Straße von der Musikschule zur Gaildorfer Straße, 636800 Euro) vergeben. Der 410 Meter lange neue Straßenabschnitt erhält einen Geh-und Radweg.

Gemeinderat entschied sich für Moderatorenteam der Kommunalentwicklung
Die Bürger sollen intensiv in den Prozess der Stadtentwicklung eingebunden werden, aber der Gemeinderat behält das Heft in der Hand. So sieht es das „KE”-Konzept vor, und das überzeugte 24 von 36 Stadträten.
Zwei Büros, die mit der Moderation von Stadtentwicklungsprojekten (STEP) große Erfahrung haben, hatte Baubürgermeister Herbert Holl in den Gemeinderat eingeladen. Er selbst betonte vor der Entscheidung über die Vergabe der Moderatoren-Rolle, dass die Ansätze der beiden Spezialbüros „nicht unterschiedlicher sein könnten.”
Das Büro Weeber & Partner (Institut für Stadtplanung und Sozialforschung, Stuttgart) präsentierte eine Konzeption, bei der die Bürgerbeteiligung sehr weitgehend ist, auch wenn der Gemeinderat letztendlich auch bei diesem STEP-Modell die klare Entscheidungskompetenz behält. Die Mehrheit der Stadträte (24 aus den Reihen der CDU und der AWV plus ein SPDler; zwölf Gegenstimmen der SPD und der UGL) bevorzugte aber das enger auf den Gemeinderat zugeschnittene Konzept der KE.
Das Modell der LBBW Immobilien Kommunalentwicklung GmbH (KE), nach dem in Crailsheim jetzt „geSTEPt” wird, setzt eine fundierte Analyse des „Ist-Zustandes” voraus. Auf dieser Basis soll die Phase der Bürgerforen bzw. Planwerkstätten „offen für alle...”, aber „kurz und knackig” ablaufen. Professor Richard Reschl unterstrich, er sei ein „vehementer Verfechter” einer Bürgerbeteiligung mit Leitplanken und Optionen. Man dürfe nicht so tun, als ob alles möglich sei und dem Bürger ein Wunschkonzert offerieren: „Sie wünschen – wir spielen” sei eine falsch verstandene Bürgerbeteiligung.
Um ein breites Spektrum zu erhalten, werden zu den von der KE moderierten Bürgerforen Vertreter von Vereinen, Verbänden und allen Gruppierungen, die im Gemeinwesen der Stadt von Bedeutung sind, gezielt eingeladen und „gesetzt”. Dazu kommen alle, die Interesse am STEP haben. Die Bürgerbeteilung, die mit Beteiligung der Stadtteile laufen soll, könne nicht die Entscheidungen des Gemeinderates ersetzen.
Die „KE” mit ihren 130 Mitarbeitern könne garantieren, so Professor Reschl, dass der STEP-Prozess nicht allein von Architekten und Stadtplanern gestaltet werde sondern interdisziplinär ablaufe. Es gelte, auf den demographischen Wandel, den Strukturwandel und die ökologischen Erfordernisse Antworten zu finden.
Nach einem von der Presse intensiv begleiteten „Bürgerdialog im überschaubaren Zeitraum” sollen die Verwaltung und der Gemeinderat in einer zweitägigen Klausursitzung die Ergebnisse diskutieren. Danach wird die KE einen Abschlussbericht erstellen, in dem fünf, sechs konkrete Projekte, die in den nächsten 20 bis 30 Jahren „strategisch” angegangen und realisiert werden sollen, genannt werden. Eine gute STEP-Arbeit solle sich nicht nur gut anhören, so Bertram Roth, sie müsse auch Inhalte haben, die man „konkret abarbeiten kann”. Professor Dr. Reschl versicherte dem Gemeinderat, dass er am Ende des STEP-Prozesses (der im Sommer beginnt und bis 2011 laufen kann) überzeugt sei, „das richtige Unternehmen gewählt zu haben.”
Im Konzept des Büros Weeber & Partner, Stuttgart ist die Bürgerbeteiligung breiter angelegt. „Wir sollten die Themen finden, die für die Bürger fassbar sind und mit ihrem Leben zu tun haben”, erklärte der Kommunikationsspezialist Christian Marquardt. Das Büro wollte ein gründliches, transparentes Gespräch mit Beteiligung von Bürgern, Gruppierungen, Verwaltung und Gemeinderat führen. Zu vier Themenkreisen sollten bei vier Treffen „keine Sprechblasen”, sondern seriöse, pragmatische, aber auch unkonventionelle Vorschläge herauskommen. Lisa Küchel versprach einen „offenen Prozess in Abstimmung mit dem Gemeinderat”.

Teil des „städtischen Konjunkturpakets (Baubürgermeister Holl) sind auch die folgenden Arbeiten mit einem Volumen von über einer halben Million Euro, die vom Gemeinderat einstimmig vergeben wurden.
Saniert werden Straßen und zum Teil auch die Kanäle . Die Arbeiten sind, wo es sich anbot, in Abstimmung mit Arbeiten der Stadtwerke Crailsheim ausgesucht worden. In Onolzheim werden die Straßen „Am Brechwasen” sowie die Hegel-, Uhland. und Mörikestraße ausgebaut. Dafür stehen fast 330000 Euro zur Verfügung. Die Arbeiten führt die Fa. Ernst Hähnlein, Feuchtwangen bis September 2009 aus. Am 8. April werden die Bürger in der Ortschaftsratssitzung informiert.
Ernst Hähnlein erhielt auch den Zuschlag für die Wittauer Straße (62500 Euro) und die Hirtenstraße in Tiefenbach (73000 Euro).
Die Aufträge für die Zeppelin- (108000 Euro) und die Daimlerstraße (112000 Euro) sowie für einen Wirtschaftsweg in Tiefenbach erhielt die Fa.Tannhauser+Ulbricht, Fremdingen. Die Baugruppe Carl Rossaro, Aalen richtet die Trutenbachallee mit einem Kostenaufwand von 127000 Euro her.

Gemeinderat: Bahnhofsareal an der Friedrichstraße
Der Gemeinderat und auch die Verwaltung behalten die Entwicklung des gesamten Bahnareals im Auge. Die Ansiedlung eines Fachmarktzentrums an der Friedrichstraße wurde abgelehnt.
Die Bahn biete zum Verkauf an, was sie nicht benötige. Er habe allerdings das Gefühl, dass die Herren Raab und Holl an das Thema „nicht ‘ran wollen“, meinte der AWV-Stadtrat Rolf Klunker erkannt zu haben.
Diesem Eindruck widersprach Bürgermeister Holl. Er habe einerseits, der Leitlinie des Gemeinderates zur Ansiedlung (Nichtansiedlung) zusätzlicher Märkte, Disounter-Anfragen zum Grundstück an der Friedrichstraße stets abgelehnt und zudem für das Bahnareal Vorstellungen entwickelt. Neben Rolf Klunker und dem UGL-Fraktionsvorsitzenden Wilfried Kraft monierte auch Gernot Mitsch (SPD), dass sich auf dem Bahngelände nichts tue: „Das geht uns auf den Geist.“ Der Fraktionschef der CDU, Werner Gulden, erklärte, dass man das Gelände nicht aus den Augen verlieren dürfe: „Da liegen die Fraktionen eng beieinander“ – was Oberbürgermeister Andreas Raab für die Verwaltung betonte: „Wir sind uns da weitgehend einig.“ Der AWV-Fraktionsvorsitzende Norbert Berg wünschte, dass das gesamte Bahnhofsareal in die Überlegungen zum Stadtentwicklungsplan (STEP) einbezogen werde.
Gesetzte Teilnehmer und Preisrichter bestimmt
Für den Realisierungswettbewerb „Rathaussanierung, Neubau des Karlstraßen-/Blezingergebäudes” mit angehängtem Ideenwettbewerb für das Arkadengebäude ist der Startschuss vorbereitet.
Die Stadträte nahmen die Ausschreibungsmodalitäten für den beschränkt offenen Wettbewerb und die Besetzung der Jury zur Kenntnis.
Eingeladen werden vier Crailsheimer Architekten-Arbeitsgemeinschaften: die ARGE Lamparter/Burk, ARGE Weinrich/Buckel, ARGE Rohr/Stirn/Unger, ARGE Beck/Schust sowie die ARGE Bantle/Fessel/
Hanselmann-Bantle. Gesetzt sind außerdem die Gruppeomp architekten bda, Bremen, Hascher Jehle Architektur, Berlin und das Architekturbüro Hirsch und Partner, Heilbronn. Die 22 weiteren Teilnehmer an diesem europaweit ausgeschriebenen Wettbewerbsverfahren werden durch Los bestimmt.
Fachpreisrichter sind: Prof. Dipl.-Ing. Dieter Hauser (Tübingen), Bürgermeister Dipl.-Ing. Herbert Holl, Erster Bürgermeister Dipl.-Ing. Jürgen Fahrländer (Ostfildern), Prof. Dipl.-Ing. Winfried Engel (Reutlingen), Dr.-Ing. Heidi Kief-Niederwöhrmeier (Nürnberg) und Dipl.-Ing. Matthias Tröster (Ellwangen). Sachpreisrichter sind die Stadträte Gerhard Neidlein (Jens Zielosko, CDU), Manfred David (Gernot Mitsch, SPD), Rolf Klunker (Norbert Berg, AWV), Jutta Dickmanns-Kempf (UGL), Oberbürgermeister Raab (Bürgermeister Harald Rilk).
Bereits in der heute stattfindenden Gemeinderatssitzung wird erneut über die in Crailsheim geltenden Wertgrenzen, die der Verwaltung eine freihändige Vergabe auf der Basis der beschlossenen Haushaltsansätze erlaubt, diskutiert. Anlass ist die Verwaltungsvorschrift der Ministerien zur Beschleunigung der Vergabe öffentlicher Aufträge. Dazu erklärte Baubürgermeister Herbert Holl in der letzten Situng, dass die Verwaltung für die Vergaben nach VOB und VOL aus formalrechtlichen Gründen und für die Vorlage im Gemeinderat eine gewisse Vorbereitungszeit brauche. Bei der Gesamtthematik müsse zudem der Gesichtspunkt der Korruptionsbekämpfung im Auge behalten werden, so Holl. Insgesamt wäre durch die Ausschöpfung der Möglichkeiten, die die neue Verwaltungsvorschrift zur Beschleunigung der Vergaben eröffnet, kein relevanter Zeitvorteil zu erreichen. Positiv würde sich allerdings auswirken, wenn der Gemeinderat höhere Wertgrenzen zulasse (Anfang 2008 von einer Gemeinderatsmehrheit abgelehnt). Die Verwaltung wolle den Stadträten dadurch nicht die Kompetenz nehmen.
Verkaufsoffen an Palmsonntag – „das muss nicht gerade sein”, stellte die SPD-Stadträtin Helga Hartleitner in der Fragestunde fest. Oberbürgermeister Andreas Raab pflichtete ihr mit den Worten bei: „Sie kennen meine Einstellung zu kirchlichen Fragen.”
Stadtrat Peter Gansky (UGL) ist mit den Altkleidercontainern im Stadtgebiet nicht einverstanden. Dadurch würden nicht nur „öffentliche Grünflächen verhunzt”. Zudem würden die Textilien, nach Afrika exportiert, dort oft das heimische Handwerk brotlos machen. Kein Problem sei die Sammlung, wenn aus den Textilien Putzlappen hergestellt würden. Oberbürgermeister Raab erklärte, dass die Container einerseits von der Arbeiterwohlfahrt auf öffentlichen Flächen, andererseits von Privatfirmen auf Privatgrundstücken aufgestellt würden. Er werde sich die Situation einmal ansehen.
Im Stadtgebiet sollten Tüten für Hundekot angeboten werden. Diese Frage zu prüfen, bat Stadtrat Karl Druckenmüller. Zu dem Thema wurde schon manches angedacht und vieles probiert, so Oberbürgermeister Raab. „Aber so richtig erfolgreich war’s nicht.” Eigentlich sei es Sache der Hundebesitzer, beim Gassigehen ein Tütchen und ein Schäufelchen mitzunehmen.
Ob es zutrifft, dass die Behindertenparkplätze am Karlsplatz wegfallen sollen, wollte Karl Druckenmüller wissen. Die Verwaltungsspitze wird das klären.
Die stadtkernnahe Südspange (vom Kreisel am Bullinger Eck durch die Trutenbachallee zur Gartenstraße bei der Einfahrt ins Krankenhausgelände) ist für Stadtrat Peter Bechtel (AWV) nach wie vor ein Thema. Die Verwaltung wird Stellung nehmen.
Dass zwei Artikel im Stadtblatt Nr. 11 von CDU-Aktivitäten zu lesen waren, war für den SPD-Stadtrat Gernot Mitsch Grund zu der Bemerkung: „Wir würden das auch gern in Anspruch nehmen.” Er bat um eine grundsätzliche Regelung. (Dass auf der gleichen Seite 17 dieser Ausgabe weitere Hinweise von Parteien, darunter eine Mitteilung des SPD-Landtagsabgeordneten Nik Sakellariou zu lesen waren, ließ er allerdings unerwähnt; Anmerkung der Redaktion). Oberbürgermeister Raab erklärte, dass das Sache der Redaktion sei. Er sehe das Stadtblatt vor der Veröffentlichung nicht und er wolle es auch nicht sehen. ks