Turbo für Bauaufträge

Verwaltung legt weiteres Investitionspaket vor –  die Stadträte ziehen mit


Außergewöhnliche Zeiten erfordern ein Höchstmaß an  Einsatz, Flexibilität und guten Willen. Im Zeichen der Konjunkturkrise hat die Bauverwaltung ein weiteres Investitionspaket vorgelegt und die Stadträte zogen mit.
Außerdem akzeptierten die Stadträte in der jüngsten Sitzung, dass die Stadtverwaltung bis zum Jahresende befristet bei der Vergabe von Aufträgen deutlich schneller handeln kann. Dazu wurden die Wertgrenzen für Vergaben über 40000 Euro, die bisher dem Gemeinderat vorbehalten waren, ausgesetzt.
Die Stadträte und die Verwaltung einigten sich bei zwei Gegenstimmen darauf, dass direkt nach der Auswertung der Angebote für die nach VOB und VOL ausgeschriebenen  Aufträge eine Information an die Gemeinderäte verschickt wird. Geht innerhalb einer Woche kein Widerspruch ein, vergibt die Verwaltung den Auftrag und sorgt damit für eine rasche Umsetzung der Haushaltsmittel in Investitionen. Die Aussetzung der Wertgrenzen und befristete Übetragung der Auftragsvergabe auf die Stadtverwaltung ist aus Sicht von Baubürgermeister Herbert Holl und Oberbürgermeister Andres Raab auch deshalb sinnvoll und zweckmäßig, weil damit  Leerlauf während der Sommerpause und in einer Übergangszeit vom alten auf den neu gewählten Gemeinderat vermieden wird.
Insbesondere für die Vergaben im Rahmen der Rathaussanierung und die Bauaufträge, die mit Geld aus dem Konjunkturpaket II finanziert werden, wird damit der „Turbo” eingeschaltet. In    der kommenden Woche werden weitere 1,75 Millionen im Haushalt für konkrete Maßnahmen eingebaut. Davon müssen im laufenden Jahr noch 900000 Euro abgerufen werden. Insgesamt haben die Verwaltung und die Gemeinderäte einvernehmlich in diesem Jahr bereits 6,1 Millionen Euro (in der vorletzten Sitzung) sowie 2,1 Millionen Euro in der letzten Sitzung in Aufträge umgemünzt, die überwiegend heimischen Firmen zugute kommen.

 

 

Die Jugend wählt im Juli

Zum „Superwahljahr 2009” gehört in Crailsheim auch die Neubesetzung des Jugendgemeinderates. Dafür legte der Gemeinderat jetzt einige Eckpunkte fest.
Gewählt wird vom 6. bis 11. Juli in der Leonhard-Sachs-Schule (Montag), in der Eichendorffschule (Diens­tag), im Lise-Meitner-Gymnasium und  in der Realschule zur Flügelau (Mittwoch), im ASG (Donnerstag), in der Realschule am Karlsberg (Freitag) und im Rathaus am Samstag, wo um 13 Uhr auch sofort das Gesamtwahlergebnis ermittelt wird.
Dem Gemeindewahlausschuss gehören an: Jens Zielosko (Stellvertreter Uwe Berger), Helga Hartleitner (Magnus Krause), Kurt Meiser (Bernd Weinmann), Markus Schmidt (Jutta Dickmanns-Kempf) sowie vom Jugendgemeinderat Désirée Styblo (Thomas Rück) und als Vertreter der Wahlberechtigten Katja Schneidzig (Anja Beyerbach).  

 

 

2,1 Mio. Euro vergeben

Bauinvestitionen in der Kläranlage, im Mittleren Weg, in Oßhalden...


Der Gemeinderat hat auf Vorschlag der Verwaltung in seiner letzten Sitzung weitere Aufträge in einer Größenordnung von rund 2,1 Million Euro vergeben.
Den Jahresauftrag für den Tiefbau im Rahmen der  Straßen- und Feldwegunterhaltung kann die Firma Leonhard Weiss  abwickeln. Sie erhielt den Zuschlag für ihr Angebot über 218700 Euro.
Den dicksten Brocken verschlingt die Erneuerung des Blockheizkraftwerkes in der Hauptkläranlage. Den Zuschlag erhielt die Firma Stulz, Grafenhausen bei 1,222 Mio. Euro. Es ist  sinnvoller, den in der Kläranlage erzeugten Strom selbst zu verbrauchen als da­für aus dem EEG (Erneuerbare-Energien-Ge­setz) eine Vergütung zu erhalten, erklärte Baubürgermeister Herbert Holl dem UGL-Stadtrat Peter Gansky.
Der Gehweg im Mittleren Weg wird gerichtet. Den Auftrag führt die Firma Stegmaier, Aalen für 66750 Euro aus. Die Erneuerung des Straßenbelags wäre dort dringender,  gab die Verwaltungssspitze dem  SPD-Stadtrat Werner Ehrmann-Krauß recht. Doch diese  Sanierung hätte schlicht das Budget gesprengt, erklärte Baubürgermeister Holl. Dafür könne sich die Stadt jetzt an Bauarbeiten der Stadtwerke anhängen: Verlegt wird eine neue 20-kV-Leitung von der Trafostation in der Augsburger Straße bis zur Trafostation „An den Hecken”.
In Oßhalden werden eine Kanalisation und eine Pumpstation zum Anschluss an die öffentliche Abwasserbeseitigung gebaut. Anschließend werden die Straßen saniert. Außerdem wird ein  Löschwasserbehälter gebaut. Die Tiefbauarbeiten führt die Firma Haag Bau-GmbH, Neuler zum Angebotspreis von knapp 400000 Euro aus. Sie hat auch die Druckleitung von Oßhalden nach Schüttberg gebaut.
Für die Erweiterung der  Straßenbeleuchtung gibt die Stadt im laufenden Jahr knapp 138700 Euro aus. Die Arbeiten werden von der eigenen „Tochter”, der Stadtwerke GmbH, ausgeführt. Vorgesehen sind neue Beleuchtungskörper an der Ludwig-Erhard-Straße, in der Burgbergstraße, im Baugebiet Hirtenwiesen West II, in der Wittauer Hauptstraße, in der Hirtenstraße in Triensbach, in der Trutenbachallee, in Onolzheim (Uhland-, Hegel- und Mörikestraße sowie Im Brechwasen), in Oßhalden und in Ofenbach.
Mit großer Freude zugestimmt hat der Gemeinderat  dem Anschluss von Mistlau (Gemeinde Kreßberg) an das öffentliche Kanalnetz in Oß­halden. Dafür bezahlt Kreß­berg einmalig 40000 Euro. Die Zusammenarbeit mit Kreßberg sei in diesem Punkt vorbildlich, lobten Baubürgermeister Herbert Holl und CDU-Stadtrat Franz Köberle.  Eine so positive Zusammenarbeit wünschte man sich mit allen Gemeinden, so Holl.  

 

 

 

Volle Information

Befristete Aussetzung der Wertgrenzen kurz diskutiert


Wo ein gemeinsames Ziel ist, findet sich auch ein Weg: Ziel ist eine sehr rasche Umsetzung der vom Gemeinderat mit dem Etatbeschluss akzeptierten Investitionen in konkrete Aufträge.
Der Weg, den die Gemeinderäte in der letzten Sitzung frei machten, führt über die befristete Aussetzung der Wertgrenzen für Auftragsvergaben, die bisher dem Gemeinderat vorbehalten waren. Da der Gemeinderat, so die Erkenntnis in allen Fraktionen, bei den Vergaben ohnehin praktisch nur noch die Hand hebt, weil der Bestbietende den Auftrag erhalten muss, wurde diese „freie Hand” für die Verwaltung nicht als „Knackpunkt” gesehen.
Vielmehr geht es, wie der SPD-Fraktionschef Manfred David formulierte, darum, zum Beispiel bei den Gewerken der Rathaussanierung den Überblick zu behalten, „was da passiert”. Diese volle Information forderte auch der AWV-Fraktionsvorsitzende Norbert Berg ein. Von ihm kam der Vorschlag, den Fraktionen eine Abschrift der Submissionsergebnisse zukommen zu lassen und mit der Vergabe zwei Wochen zu warten. So hätten sie es in der Hand, im Zweifelsfall eine Sondersitzung zu beantragen. Oberbürgermeister Raab modifizierte diesen Vorschlag: „Eine Woche sollte reichen. Wenn wir in dieser Woche nichts hören, vergeben wir.”
Der CDU-Fraktionsvorsitzende Werner Gulden trat für eine ausgesprochen pragmatische und logische Lösung ein. Er habe bei den Vergaben in seiner 25-jährigen Mitgliedschaft im Gemeinderat keinerlei Probleme erlebt.
Dagegen betonte der UGL-Stadtrat Peter Gansky, er sei „kein Freund von Sachzwängen”. Er hielt es für „problematisch, dass der Gemeinderat bis zum 31. Dezember 2009 kastriert” werde. Der SPD-Stadtrat Gernot Mitsch betonte außerdem, dass der Gemeinderat auch in den Sommerferien sehr flexibel sein könne. Er zweifelte an, dass es viele Sondersitzungen allein wegen der notwendigen Auftragsvergaben geben werde.
Die Sondersitzungen selbst seien nicht das Problem, meinte Oberbürgermeister Raab. Für die Formalien zur  Einberufung einer Gemeinderatssitzung gehe sehr viel Zeit verloren. Diese Zeit fehle für eine rasche Vergabe und Bauausführung.  

 

 

In Beuerlbach...

Foto: Siewert

In Beuerlbach wird jetzt der zweite Abschnitt im Neubaugebiet Süd-Ost mit der Kreuz­äckerstraße als Baustraße erschlossen. Die Hauptkanäle und Versorgungsleitungen sind bereits in der Gartenäckerstraße vorhanden. Den Zuschlag für die Bauarbeiten erteilte der Gemeinderat an die Firma Thannhauser+Ulbricht, Fremdingen für 5628 Euro. 

 

 

Beschränkung in Hirtenwiesen

Der Bebauungsplan Hirtenwiesen West II wird jetzt mit Beschränkungen für Einzelhandelsbetriebe neu ausgelegt. Innenstadtrelevante Sortimente wie Bekleidung, Schu­he, Foto/Optik, Uhren/
Schmuck bis zu Lebens- und Genussmitteln, Drogerie und Kosmetik sind nicht zulässig. Dass auch Kunst/Anti­qui­täten ausgeschlossen sind, rief die UGL-Stadträtin Jutta Dickmanns-Kempf auf den Plan. Ihr Antrag, diese Sparte doch zuzulassen, scheiterte (nur drei Ja-Stimmen). Der Auslegungsbeschluss ging bei einer Enthaltung wie vorgeschlagen durch.  

 

 

3,7 Mio. Euro festgeklopft

Der Gemeinderat hat einstimmig der Bildung von Haushaltsresten und überplanmäßigen Ausgaben zugestimmt.  Die Beschlüsse gelten u.a. bei der Feuerwehr für die beiden Abrollbehälter Logistik und Aufenthalt sowie das Vorausfahrzeug VRW und das Löschfahrzeug HLF 20/16; des weiteren für die Großsporthalle; die Sanierung Untere Ludwig­straße/
Jagstgartenweg, die Kohlgasse, das Regenüberlaufbecken Kreuzberg, den Kanalanschluss Oßhalden, die Hauptkläranlage, den Hauptfriedhof, den Baubetriebshof und das Konversionsprojekt.  

 

 

Konflikt mit Stimpfach

Stimpfach will am Ortseingang vor der Bahnschranke im Außenbereich und im Überflutungsbereich der Jagst einen Lebensmittel-Einzelhandelsbetrieb ansiedeln. Der ortsansässige Handel sei davon nicht tangiert, sagt man im Stimpfacher Rathaus. Der Crailsheimer Gemeinderat  (SPD-Fraktionschef David: „unhaltbar”) sind das anders und lehnte das Vorhaben rundweg ab. Die Crailsheimer Vertreter in der Verwaltungsgemeinschaft sind an das Votum gebunden. Oberbürgermeister Raab rechnet nun mit einem kommunalpolitischen Konflikt.  

 

 

Rattenplage

In der Fragestunde der Bürger wurde darauf hingewiesen, dass von Containern, die ein Müllentsorgungsunternehmen im Fliegerhorst abstellt, eine Geruchsbelästigung ausgehe. Betroffen sind Teile des Sauerbrunnens, wo auch Ratten aufgetaucht seien. Baubürgermeister Herbert Holl wird der Sachlage nachgehen.

 

 

Flohmarkt verdammt

Seinem Unmut über Floh­märkte, die sonntags abgehalten werden, machte ein Bürger Luft. Er verlangte die „unverzügliche Entfernung” des Flohmarkt-Veranstalters aus Crailsheim. Sein Treiben  fördere „die blinde Kauftollwut” und stehe im Gegensatz zum Sonntag als Ruhetag, als Tag des Friedens und der Begegnung.

 

 

Theodor-Storm-Straße

Lange Jahre war in der Theodor-Storm-Straße Frieden eingekehrt, nachdem zuvor jahrelang um die Anliegerruhe gekämpft worden war. Eine öffentliche Vereinbarung hatte zur Befriedung beigetragen. Diese Ruhe sieht nun ein Anwohner erneut in Gefahr. Er übergab eine Reihe von Fragen an die Verwaltung und an den Gemeinderat.

 

 

Flächennutzungsplan

Eine Reihe von Beschlüssen zur Fortschreibung des Flä­chennutzungsplanes für die vereinbarte Verwaltungsgemeinschaft  Crailsheim, Satteldorf, Frankenhardt und Stimpfach wurde einstimmig gefasst: für die „Wohnbau­fläche Laubberg” in Westgartshausen, für die „Gemischte Baufläche Ortskern” in Stimpfach (wo ein Altenpflegeheim sowie ein Bolz- und Festplatz entstehen sollen); sowie für Grundlage des Bebauungsplanes „Fliegerhorst”. Abgelehnt wurde die Plangrundlage für einen Lebensmittel-Einzelhandelsbetrieb am Ortseingang von  Stimpfach (siehe Seite 3). Zum  Sondergebiet „Fotovoltaik” in Crailsheim-Maulach siehe unten) gab es zwei Enthaltungen.  

 

 

Was wird aus der Beitragsfreiheit?

Gemeinderat: Helga Hartleitner fragt nach Kindergarten-Beschluss


„Was ist Sache?” will die SPD-Stadträtin Helga Hartleitner wissen. Sie fragte, was aus dem Grundsatzbeschluss zur Beitragsfreiheit in Kindergärten werde.
Dass der auf dem Oberkochener Modell beruhende Grundsatzbeschluss von der Rechtsaufsicht beanstandet wurde, hat Bürgermeister Harald Rilk dem Gemeinderat bereits mitgeteilt. Erklärter Wille der Gemeinderatsmehrheit war, das dritte Kindergartenjahr beitragsfrei zu stellen, wenn ein Kind auch zuvor den Kindergarten regelmäßig besucht hat.
Das Regierungspräsidium verweist auf die Verpflichtung, alle eigenen Einnahmequellen auszuschöpfen. Erst dann könne mit Fördermitteln aus dem Ausgleichsstock für besonders finanzschwache Kommunen gerechnet werden. Bürgermeister Rilk machte außerdem darauf aufmerksam, dass mittlerweile eine neue Empfehlung des Landes für die Erhebung von Elternbeiträgen vorliege.
Das Crailsheimer Berechnungsschema für die Kindertagesstätten mit den einkommensabhängigen Beiträgen und für die Kindergärten sei nicht mehr stimmig. Daher werde er das Gesamtthema in der nächsten oder übernächsten Gemeinderatssitzung zur Sprache bringen, kündigte Harald Rilk an.  

 

 

Verärgerung in Roßfeld

Gemeinderat: Flächennutzungsplanung


Im Roßfelder Ortschaftsrat ist man verärgert, weil das Gremium zur Flächennutzungsplanung von der Stadt nicht gehört wurde.
Das erklärte der CDU-Stadtrat Volker Hassel – und Ortsvorsteherin Lilly Venohr gab ihm Recht. Er forderte außerdem, im Flächennutzungsplan im Bereich „Sondergebiet Fotovoltaikanlage“ eine Trasse für eine eventuelle Südumfahrung zu berücksichtigen.
Baubürgermeister Herbert Holl wies die Vorwürfe entschieden zurück. Der Ortschaftsrat müsse nicht zwingend vorgeschaltet werden, wie es Volker Hassel dargestellt hatte. Das Satzungsrecht liege eindeutig allein beim Gemeinderat. Außerdem werde der Ortschaftsrat im Rahmen des offiziellen Anhörungsverfahrens beteiligt. Oberbürgermeister Raab erklärte, dass es im Moment nicht um die Bebauungsplanebene gehe.    ks

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