Hausherr begrüßt


Manfred Hegedüs, Hausherr im Hauptbau der Sparkasse in der Wilhelmstraße, hieß die Mitglieder des Gemeinderates und die Zuhörer im S-Forum willkommen. Dort tagte der Gemeinderat, bis er nach der Sanierung wieder in den Ratssaal zurückkehren kann. Hegedüs unterstrich die Bedeutung der Sparkasse Schwäbisch Hall-Crailsheim als Kreditgeber der heimischen Wirtschaft (1,5 Milliarden im Jahr) und damit wichtiger Teil der Wirtschaftsförderung. Den Gesamtumsatz der Sparkasse bezifferte er auf drei Milliarden Euro.


Mittel ausgeschöpft


Die Mittel sind ausgeschöpft, erfuhr CDU-Stadtrat Gerhard Neidlein, als er auf den desolaten Zustand des Gehwegs in der zuzeit im Ausbau befindlichen Seebachstraße in Onolzheim hinwies. Bürgermeister Herbert Holl will sich die Situation vor Ort an­schauen.


Buswartehäusle fehlt


Im Sauerbrunnen fehlt ein Buswartehäusle. Außerdem  ist es nicht ganz ungefährlich, mit dem Fahrrad zur Eichendorffschule zu gelangen. Darauf wies CDU-Stadtrat Franz Köberle hin. Auch hier sei es eine Frage des Geldes und der Personaldecke, um Schadstellen auszubessern, erklärte Baubürgermeister Holl. 2009 habe der Bauhof schon sehr viel getan.


Keine Beleuchtung


Für der Landwirtschaft dienende Verbindungen wie den Weg zwischen der Krackerstraße und dem Weg am Wasserturm sei bewusst keine Straßenbeleuchtung vorgesehen, erklärte Baubürgermeis­ter Holl dem CDU-Stadtrat Jens Zielosko.


Gefährliche Passage

 

Extrem gefährlich ist die Situation an der neuen Einmündung der Zufahrt zum Volksfestplatz in die Schönebürgstraße. Dort queren die Schüler, ohne auf den Verkehr zu achten, erklärte die SPD-Stadträtin Helga Hartleitner: „Das ist ein Riesenchaos.” Es dürfe nicht erst zu einem Unfall kommen. Bürgermeister Harald Rilk sicherte zu, dass  man sich bei der nächsten Verkehrsschau damit befassen werde. „Wir haben uns schon Gedanken gemacht, aber das ist nicht leicht zu lösen”, versicherte Baubürgermeister Holl. Die Leitung der Leonhard-Sachs-Schule habe sich dagegen ausgesprochen, den Zebra­streifen zu verlegen: Die Schüler sollen sicher über die Schönebürgstraße zur Bushaltestelle gelangen.


Abschlussbericht


Ob „die ganze Angelegenheit” für die Verwaltung auch erledigt sei und ob der Gemeinderat einen Abschluss­bericht erhalte, fragte der SPD-Stadtrat Manfred David, nachdem die Staatsanwaltschaft ihre Untersuchungen zu den Korruptionsvorwürfen im Zusammenhang mit dem Volksfest abgeschlossen und keine Verfehlungen festgestellt hat. Ermittelt werde nach wie vor in Sachen Waffendiebstahl, betonte Bürgermeister Rilk. Diesen Abschlussbericht warte man ab, dann werde der Gemeinderat damit befasst. Die Verwaltung sei an den Korruptionsermittlungsverfahren überhaupt nicht beteiligt gewesen und habe das Ergebnis auch nur aus der Presse erfahren. Intern habe man den Umgang  mit abgegebenen Waffen so geregelt, dass das Sechs-Augen-Prinzip gilt und Überlassungsverträge gegengezeichnet werden müssen. Generell werde es 2010 neue Regelungen geben.


Auftragsstau

  

Zu wenig Personal für die vielen Aufgaben: Deshalb ste­cken manche Aufgaben im Stau, erklärte Baubürger­meis­ter Herbert Holl. Dazu ge­hört das Thema Jagstaue (Anfrage Stadtrat Gernot Mitsch, SPD) ebenso wie die zweite Zufahrt zum Parkhaus Grabenstraße (Stadtrat Peter Bechtel, AWV) und die „Stolperfalle” vor der Kapelle im Hauptfriedhof (Stadtrat Norbert Berg, AWV).


Noch ungeklärt

   

Nach wie vor ungeklärt ist, wo die Stadtkapelle Crailsheim einen eigenen Raum erhalten wird. Einen Anbau an der Realschule zur Flügelau hat der Gemeinderat abgelehnt. Geprüft wird, ob ein Raum zusammen mit dem Bau einer Mensa am Lise-Meitner-Gymnasium realisiert werden kann. „Beide Varianten sind denkbar”, erklärte Bürgermeister Harald Rilk dem UGL-Stadtrat Peter Gansky.


AWV beantragt Volksfestausschuss

 

Ein beratendes Gremium dieser Art stößt im Gemeinderat auf Zustimmung/Warten auf neuen Rathauschef

    


Nach Auffassung der Polizei und der Verwaltung soll das Jugendzentrum wäh­rend des Volksfestes geschlossen bleiben. An dieser Feststellung entzündete sich im Gemeinderat eine Diskussion.
Denn dagegen erhoben die Fraktionsvorsitzenden der AWV, der SPD und der UGL, Norbert Berg, Manfred David und Wilfried Kraft ganz entschieden Widerspruch. Berg erhielt aus dem Publikum Beifall, als er fragte: Wohin sollen denn die jungen Leute gehen? Aufs Volksfest, in die Bierzelte? Dafür haben sie das Geld doch gar nicht. Für David ist klar: „Die Schlie­ßung des Jugendzentrums kommt nicht in Frage!” Und Kraft fügte hinzu: „Man kann Probleme nicht verbieten!”
Was war vorgefallen und welche Schlüsse sollten daraus gezogen werden?: Die Stadtverwaltung und die Polizei sind sich einig, dass die Sperrzeitüberschreitung von Sonntag- auf Montagnacht inklusive erheblicher Ruhestörung so gravierend war, dass – auch aufgrund ähnlicher Vorfälle in den letzten Jahren – das Jugendzentrum für die Dauer des Volksfestes geschlossen werden soll. Im übrigen, verdeutlichte Bürgermeister Harald Rilk, sei in dieser Sache ausschließlich das Rathaus zuständig. Und wer gegen die Sperrzeit verstoße, müsse ein Bußgeld    bezahlen. Das gebiete das Gaststättenrecht – auch fürs Juze.
„Zu lang offen und zu laut” das könne man dem Jugendzentrum vorwerfen, betonte dagegen Wilfried Kraft und auch Norbert Berg hielt den Verstoß für eine „Überschreitung”, die nicht solche Konsequenzen nach sich ziehen sollte. SPD-Stadtrat Magnus Krause forderte dazu auf, mit den Verantwortlichen des Jugendzentrums zu reden und gegebenenfalls in in der kritischen Zeit vor der Sperrstunde ihnen einen Sozialarbeiter zur Seite zu stellen. Ein Sozialarbeiter sei seit Jahren beim Jugendzentrum, betonte Bürgermeister Rilk und: Miteinander reden sei das eine, Verstöße gegen das Gaststättenrecht, die pflicht­ge­mäß ohne Ausnahme zu verfolgen seien, das andere
Die Anregung der AWV, einen beratenden Volksfest­ausschuss zu installieren, begrüßte der SPD-Fraktionschef Manfred David ausdrücklich. Einig war man sich, dass der neue Oberbürgermeister in dieser Frage mitreden sollte. Darum hatte Bürgermeister Rilk gebeten.

 

 


Kommunalpolitiker geehrt

Im Namen des Gemeinderates verlieh Erster Bürgermeister Ha­rald Rilk (rechts) die höchste Auszeichnung der Stadt, den Goldenen Horaffen, an Peter Bechtel (links) und Christoph Heisig. Die Ehefrauen Christina Bechtel und Elisabeth Heisig erhielten Blumensträuße. Foto: Siewert

Goldener Horaff für Peter Bechtel und Christoph Heisig/Silber für Horst Philipp


Sie sind der Faszination der Kommunalpolitik und des Ehrenamtes erlegen, und sie haben sich jahrzehntelang erfolgreich für die Allgemeinheit eingesetzt. Dafür wurden drei „Räte” geehrt.


Mit der Verdienstmedaille des Städtetages ausgezeichnet wurde Horst Philipp, der seit 22. Oktober 1989 ein engagiertes Mitglied im Ortschaftsrat Jagstheim ist. Erster Bürgermeister Harald Rilk betonte in seiner Laudatio, dass die Bürger wohl mit seiner ehrenamtlichen, vorbildlichen Arbeit zufrieden sind und ihm vertrauen, sonst hätten sie ihn nicht bereits fünfmal wiedergewählt. Er habe wesentlich die Geschicke im Ortsteil mitgestaltet und zur Entwicklung von Jagstheim beigetragen.


Stadtrat Peter Bechtel ist für seine ehrenamtlichen Tätigkeiten vielfach ausgezeichnet worden. Der letzte Woche verliehene Goldene Horaff, die höchste Auszeichnung seiner Heimatstadt und das Bundesverdienstkreuz (Juli 2004) haben aber einen besonderen Stellenwert. 20 Jahre engagiert er sich im Gemeinderat, als Schöffe und im Musterungsausschuss. Von 1973 bis 2004 war er Kreisrat (1988 bis 2004 Fraktionsvorsitzender der Freien). Aus der Vielzahl der ehrenamtlichen Tätigkeiten hob Bürgermeis­ter Harald Rilk den Stadtfeiertag hervor: Ohne Bechtels maßgeblichen Einsatz über 23 Jahre hinweg, gäbe es diese Veranstaltung nicht mehr.


Nach vier Wahlperioden im Gemeinderat kandidierte Christoph Heisig nicht mehr. Doch seine kommunalpolitische Laufbahn ist noch nicht zu Ende: Er wurde unlängst als Kreisrat verpflichtet, unterstrich Bürgermeister Rilk.
Beide Kommunalpolitiker bescheinigte er, mit Zähigkeit, Leidenschaft und Augenmaß für die Allgemeinheit tätig zu sein. „Sie können stolz sein auf Ihre Leistung.”


Die Vorsitzenden der vier Gemeinderatsfraktionen zollten den Geehrten Dank und Anerkennung. Beide seien Garanten für faire Auseinandersetzungen und dafür, dass konträre Meinungen zusammengeführt wurden, betonte Gerhard Neidlein (CDU).

 

 


Kleinkunst im Ratskeller?

Ratskeller, Erdgeschoss und Obergeschoss sind weitgehend „ausgebeint”, teilweise bis auf den Rohzustand, erläuterte Architekt Jochen Fessel (vorn) beim Rundgang durchs Rathaus. Foto: Siewert

Gemeinderat nimmt Rathausumbau unter die Lupe


Höchst spannend ist, was derzeit im Rathaus passiert: 100 Tonnen Schutt haben die Bauarbeiter bereits weggeschafft. Die „Außenhaut” ist weitgehend fertig, aber am Turm zeigen sich Risse.


Das erfuhren die Mitglieder des Gemeinderates, die sich am letzten Donnerstag in die „Höhle des Löwen” begaben. Die Architekten Jochen Fessel und Kuno Bantle führten durch die Großbaustelle und erläuterten, wo sich Unvermutetes auftat: So wird der Rathausturm noch eine Weile „under construction” sein, denn der Putz ist teilweise so schadhaft, dass eine dauerhafte Sanierung angesagt ist. Und in einen Nebenraum des Ratskellers sinkert Wasser ein.
Das Untergeschoss und das Erdgeschoss sind komplett „ausgebeint”. Vom Ratskeller bis zum Ratssaal klafft ein großes Loch für den Aufzug, der auf Anregung von Bau­bürgermeister Herbert Holl eine Vollglaskabine erhalten soll. Beim Rundgang durch die Baustelle ließ Holl auch durchblicken, dass der Ratskeller – sehr zur Freude einiger Stadträte – künftig auch für Kleinkunstveranstaltungen genutzt werden sollte, um die beachtlichen Investitionen voll zu rechtfertigen.


Im Erdgeschoss wurde die Tragwand zwischen ehemaligem Foyer und den Büros am Rathausplatz herausgenommen und die Wand zu Karl Schlechts ehemaligem Refugium wurde geöffnet.  Wo sich Brautpaare das Ja-Wort gaben, ist das gähnende Loch des neuen Fahrstuhlschachtes zu besichtigen. Wie auch beim Ratskeller wurde ein weiterer Rettungsweg fürs Erdgeschoss installiert.
Das zukünftige Bürgerbüro im EG erhält einen transparenten Eingang an gleicher Stelle wie bisher. Wie offen und freundlich diese zentrale Anlaufstelle für alle Bürger werden wird, lässt sich im Moment nur mit viel Fantasie ausmalen. Der neue Oberbürgermeister wird erst im Sommer seine Diensträume beziehen können.


Das riesige Dach des Rathauses ist so gut wie fertig: 850 Quadratmeter wurden neu eingedeckt und es wurden neue Dachgauben eingebaut. Ebenfalls 850 Quadratmeter Natursteinfassade sind bearbeitet worden. Im Hauptbau des Rathauses sind die alten, zugigen Holzfenster durch dreifachverglaste Aluminiumfenster ersetzt worden. Im Foyer achteten die Architekten darauf, dass die Fens­tereinteilung erhalten blieb.


Vom Ergebnis des Architektenwettbewerbs für den Neubau an der Karlstraße hängt die Gestaltung des Arkadenbaus ab. Das Preisgericht tag im Februar.  

 

 


TT-WM wird gesponsort

ASG-Mädchen-Mannschaft fährt ohne finanzielle Belastung nach Brünn


Ein „Fast-Politikum” ist aus der Welt: Die für die  Tischtennis-Weltmeisterschaft qualifizierten Mäd­chen des Albert-Schweitzer-Gymnasiums können ohne finanzielle Belastung nach Brünn in Tschechien fahren.


Der Gemeinderat hat fast ohne Wenn und Aber einstimmig die Übernahme der verbleibenden Kosten nach Abzug der Zuschüsse vom Land (1000 Euro) und von der Schule (1000 Euro) beschlossen. Bürgermeister Harald Rilk rechnet mit maximal 3500 Euro – eventuell weniger, wenn sich bei den Fahrkosten etwas einsparen lässt. Stadtrat Peter Gansky (UGL) hatte auf die kostengünstige Bahn hingewiesen.


Die Tischtennis-Mädchen des Albert-Schweitzer-Gymnasiums (betreut übrigens von der CDU-Stadträtin Brigitte König) haben in der Vergangenheit immer wieder mit herausragenden Leistungen geglänzt und national die Farben von Crailsheim vertreten, betont Bürgermeister Harald Rilk in seiner Sitzungsvorlage (auch das Stadtblatt hat darüber stets aktuell berichtet). Fünfmal stand die Schulmannschaft im Bundesfinale von „Jugend trainiert für Olympia” (2007 Platz 1 in WKIII, 2008 in WKII Bronze auf Bundesebene und 2009 zum zweiten Mal die Deutsche Meisterschaft). Gleichzeitig erhielt sie eine Einladung nach Brünn (die erste nach fünf Jahren an ein deutsches Schulteam). Angesichts dieser Erfolge „sollten wir uns nicht lumpen lassen”, betonte CDU-Stadtrat Dr. Thomas Knöppler. SPD-Stadtrat Gernot Mitsch unterstrich, dass alle Fördermöglichkeiten ausgenutzt werden, was Bürgermeister Rilk bestätigte: Die Mannschaft erhalte nur so viel, wie die Reise abzüglich der anderen Beteiligungen koste. Stadtrat Jochen Lehner (AWV) bedauerte, dass es dafür keine öffentlichen Gelder gebe.  

 

 


Die Parkplatzfrage wird noch geklärt

Privatschule und Alten- und Pflegeheim an der Brunnenstraße


Mit dem Satzungsbeschluss (eine Enthaltung) hat der Bebauungsplan Brunnenstraße Südwest die nächste Hürde genommen. Im Rahmen der Baugesuche wird die Parkplatzfrage geregelt.


Bevor die Bauverwaltung mit dem Bebauungplan in den Gemeinderat ging, reduzierte sie in der Planung beim Alten- und Pflegeheim die Gebäudehöhe von zehn auf 8,50 Meter, sodass nur ein zweigeschossiger Bau möglich ist. Außerdem wurde der Abstand zur Brunnenstraße auf sechs Meter vergrößert. Damit sind die Bedenken, die Bürger in einer Informationsveranstaltung geäußert hatten, im Wesentlichen berücksichtigt, erklärt Baubürgermeister Herbert Holl in der Sitzungsvorlage.


Die SPD-Stadträtin Helga Hartleitner betonte, dass noch immer nicht genügend Parkplätze für ein Alten-und Pflegeheim sowie für die Schule ausgewiesen seien. Das sehen auch die Bauverwaltung und der Gemeinderat ähnlich. Norbert Berg, der Fraktionsvorsitzende der AWV, betonte aber, diese Frage sei Sache der Verwaltung – und die will, wie Baubürgermeister Herbert Holl verdeutlichte, über die Baugesuche eine vertragliche Lösung finden.  

 

 


Bald 1800 im Zaubererkessel

Die Atmosphäre in der Sportarena, die künfig HAKRO-Arena Crailsheim heißt, ist und bleibt unvergleichlich. In keiner anderen Halle sind die Zuschauer so hautnah dabei. Foto: Kurzer

Basketball-Halle wird zur HAKRO-Arena ausgebaut


Die Sportarena wächst mit den Erfolgen der Merlins: Im Kessel der Ballzauberer haben bald 1800 Zuschauer Platz, denn die Sportarena wird ausgebaut. Außerdem heißt sie ab sofort HAKRO-Arena Crailsheim.


Der Gemeinderat will, dass Crailsheim die sportliche Heimat der Merlins bleibt. Er hat deshalb mit breiter Mehrheit zugestimmt, dass die Stadt den Ausbau der Sportarena mit 45 Prozent bzw. maximal 237000 Euro unterstützt. Außerdem überlässt sie die Einnahmen aus dem Namenssponsoring der Schroz­berger Firma HAKRO Activewear (Harry Kroll Sport- und Freizeitbekleidung) den Merlins. Das sind in den nächsten fünf Jahren 20000 Euro pro Jahr (mit einer Option auf weitere fünf Jahre). An das Namenssponsoring ist zwingend der Zusatz „Crailsheim” gekoppelt. Eine Formalie ist die Übernahme der Bürgschaft in Höhe von 191000 Euro, da die Sportarena der Stadt gehört.


Für Sport-, Schul- und Finanzbürgermeister Harald Rilk war es keine Frage, dass sich die Stadt beteiligt, wenn die Merlins 537000 Euro in ihr „Schmuckkästchen” in­ves­tieren. Der Aufstieg der Merlins in die 2. Bundesliga Pro A ist mit der Auflage verbunden, dass die Zuschauerkapazität auf 1800 Plätze erweitert wird. Zudem stößt die Halle auch im Trainingsbetrieb und in der schulsportlichen Nutzung an ihre Grenzen. Es gibt außerdem zu wenig Toiletten und Nebenräume. Für Rilk „führt alles immer zum gleichen Ergebnis: Die Sportarena Crailsheim ist und soll die sportliche Heimat bleiben.” Das versicherte er in der Diskussion auch dem CDU-Stadtrat Alexander Fach.


Die sportlichen Erfolge der Merlins und die außerordentlich gute Jugendarbeit ist über jeden Zweifel erhaben. Das verdeutlichten die Sprecher aller vier Gemeinderatsfraktionen. Allerdings fragte der CDU-Fraktionschef Gerhard Neidlein, was für die anderen Vereine (in den Teilorten) und z. B. für Investitionen am Lise-Meitner-Gymnasium und an der Astrid-Lindgren-Schule übrig bleibe, falls die Merlins noch einmal aufsteigen und ein weiterer Ausbau der Sportarena notwendig werde. Trotz „gro­ßer Bedenken” stimme die CDU-Fraktion bis auf Stadtrat Karl Druckenmüller zu, der in Sorge um die Teilorte sowohl die Förderung als auch die Überlassung der Einnahmen aus dem Namenssponsoring ablehnte.


Es gab zu diesen Punkten eine bzw. zwei Enthaltungen u. a. von Stadtrat Kurt Meiser (AWV), der auf den desolaten Zustand der Straßen und auf überlaufende Kanäle verwies. Stadtrat Franz Köberle (CDU) gab Bürgerstimmen wieder, die fragten, wann endlich etwas fürs Hallenbad getan werde.


Uneingeschränkt steht die SPD hinter der Erweiterung. Wenn Crailsheim „die” Sportstadt Nr. 1 in der Region sei, „ist diese Investition einfach notwendig”, so Fraktionschef Manfred David. In ähnlicher Weise äußerten sich auch die Fraktionsvorsitzenden der AWV und der UGL, Norbert Berg und Wilfried Kraft.
Allerdings zeigten sich David und Berg „leicht” verärgert, weil so kurz nach erfolg­ten Baumaßnahmen an der Sportarena schon wieder eine Erweiterung notwendig werde: Das gehöre besser abgestimmt. Über eine zukünftige Erweiterung aber solle man sich erst dann unterhalten, so Berg, wenn das Thema anstehe. Eines sei klar: Die Stadt könne den Merlins keine Groß­sporteinrichtung zur Verfügung stellen.


Baubürgermeister Herbert Holl sah kein Versäumnis der Stadt, da schon bei der Ausführung des Wärmeschutzes klar gewesen sei, dass die Sportarena so nicht bleiben könne. Für weitere notwendige Maßnahmen habe damals aber das Geld gefehlt.


Ein Punkt wird mit Sicherheit mit den Merlins diskutiert: Auch mit zwei zusätzlichen Toiletten gibt es für 1800 Zuschauer immer noch zu wenige, betonte Stadtrat Peter Gansky (UGL) „witzigerweise am Welttoilettentag”. 

 

 

 

Crailsheimer Weg gefragt: Raumengpässe

Drei der sechs Schulcontainer, die während der Sanierung der Realschule am Karlsberg genutzt wurden, werden ans Lise-Meitner-Gymnasium (2) und an die Astrid-Lindren-Schule versetzt.

Am Lise-Meitner-Gymnasium und an der Astrid-Lindgren-Schule werden für Ganztagesbetreuung vorübergehend Container aufgestellt


Der „Crailsheimer Weg”, die bedarfsorientierte Ganztagesbetreuung, entwickelt sich immer mehr zum Erfolgsmodell. Zwei Schulen sind jedoch an ihre Schulraumgrenzen gestoßen.


Sowohl am Lise-Meitner-Gymnasium (LMG) als auch an der Astrid-Lindgren-Schule (ALS) fehlen für die Ganztagesbetreuung geeignete Räume (das Stadtblatt berichtete). Am LMG sind derzeit 30 Schüler der Klassenstufe 5 für die Ganztagesbetreuung angemeldet, in den nächsten Jahren kommt jeweils eine Klassenstufe hinzu. Außerdem hat das zweizügige Gymnasium momentan in einem Jahrgang einen dritten Zug, doch fällt das G9 ab 2012 weg. An der ALS sind 45 Kinder zur Ganztagesbetreuung angemeldet.


Für das LMG ist ein Anbau mit Mensa, Versor­gungs­küche und Projekträumen geplant, der auch von der benachbarten Realschule zur Flügelau genutzt werden soll. Doch fehlen an der Realschule, bedingt durch den Wechsel in der Schulleitung, noch das päda­gogische Konzept für die Ganztagesbetreuung und die entsprechenden Beschlüsse. Bis der Anbau am LMG realisiert ist, wird es mindestens Sommer 2012, verdeutlichte Schul- und Finanzbürgermeis­ter Harald Rilk in der Gemeinderatssitzung.


Der für die Astrid-Lindgren-Schule zunächst ins Auge gefasste Anbau, ist inzwischen kein Thema mehr, da die dreizügig gebaute Schule in den Startklassen derzeit nur zweizügig ist: Die weitere Entwicklung bleibt abzuwarten, betonte Harald Rilk. Knapp ist der Schulraum trotzdem: Für Sprachförderklassen und Aktivitäten des Jugendbüros, kirchlicher Organisationen, der Musikschule, Volkshochschule und anderer Gruppen des Stadtteils werden Räume belegt.


Im Einvernehmen mit den Schulleitungen werden nach dem einstimmigen Beschluss des Gemeinderates die Engpässe mit Schulcontainern abgemildert. Das Lise-Meitner-Gymnasium erhält zwei Container, die Astrid-Lindgren-Schule einen. Für die Umsetzung und Einrichtung der drei mobilen Schulräume muss die Stadt inklusive Miete in diesem Jahr 40000 Euro aufwenden. In den Folgejahren kostet die Monatsmiete pro Container 750 Euro.


Hart ging der AWV-Fraktionsvorsitzende Norbert Berg mit der Schulverwaltung in Stuttgart ins Gericht: Die „vermaledeiten” Schulbaurichtlinien hätten verhindert, dass  das LMG – nicht wie geplant – gebaut werden konnte. „Wir mussten kleiner bauen, obwohl schon damals über die Nachmittagsbetreuung nachgedacht wurde.” Zustimmung erhielt er insbesondere vom UGL-Fraktionsvorsitzenden Wilfried Kraft und Stadtrat Gernot Mitsch (SPD).
Der von den CDU-Frak­tionsmitgliedern Brigitte König und Uwe Berger angesprochene zusätzliche dritte Zug am zweizügigen LMG habe sich aus den Einzugsgebieten ergeben. Eine andere „Lenkung” sei den Schulleitern nicht möglich gewesen.


SPD-Stadtrat Günther Herz mahnte erneut eine Kostenbeteiligung der Nachbargemeinden an. 40 bis 50 Prozent der Schüler kommen aus dem Umland. Um das zu erreichen, müsse die Stadt das Land verklagen, erklärte Bürgermeister Rilk. Crailsheim erhalte über den Ausgleichsstock etwas mehr Förderung, das Umland etwas weniger, gab er zu bedenken.
Die Ganztagesbetreuung an der Astrid-Lindgren-Schule ist mit den Beschlüssen zum „Crailsheimer Weg” in Einklang, erklärte Harald Rilk dem CDU-Stadtrat Friedrich Lober. Auf Wunsch der Eltern und mit Genehmigung des Landes könnten weitere Betreuungsangebote folgen. Um das zu ermöglichen, sei die Öffnung der Einzugsgebiete beschlossen worden.  

 

 

Große Kreisstadt Crailsheim

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