Millionen werden vorgezogen investiert

Im Bereich des großen Spielplatzes am Pamiersring/Ecke Lerchenstraße vor der Wohnanlage Spitalseestraße soll im nächsten Jahr ein neuer Kindergarten gebaut werden. Foto: Siewert

Gestern machte der Gemeinderat in Sondersitzung den Weg frei für die Projekte, die mit Geld aus Konjunkturpaketen gefördert werden


Elf Projekte werden vorgezogen und die Rathaussanierung absolut optimal finanziert: Den Konjunkturstützungsmaßnahmen sei Dank! Gestern gab der Gemeinderat in einer Sondersitzung „grünes Licht“.
Insgesamt erhält die Stadt allein aus dem Konjunkturprogramm II des Bundes (dem sogenannten Zukunfts­investitionsprogramm) eine zusätzliche Förderung in Höhe von 1,76 Millionen Euro. Finanzbürgermeister Ha­rald Rilk hat dafür in enger Abstimmung mit Baubürgermeister Herbert Holl ein Maßnahmenpaket geschnürt, das die lückenlose Ausnutzung der Zusatzgelder garantiert.
 Für den Schwerpunkt Bildungsinfrastruktur kann die Stadt 1,419 Millionen Euro Förderung (75 Prozent der Investitionssumme) abrufen für Projekte, die Energieein­sparung versprechen. Der größte, auf das laufen­de Jahr 2009 vorgezogene Einzelbrocken ist mit 575000 Euro die Dachsanierung an der Eichendorffschule. 220000 Euro werden für die Dachsanierung der Sport- und Festhalle Roßfeld aufgewendet. Weitere Sanierungen mit günstigen Auswirkungen auf den Energieverbrauch werden an den Sport- und Festhallen in Onolzheim, Triens­bach und Tiefenbach, an der Musikschule, am ASG, am Kindergarten Tiefenbach und an der Schule Altenmünster umgesetzt. Die größte Einzelinves­tition wird mit über 1,6 Millionen Euro der Neubau eines weiteren Kindergartens auf dem Kreuzberg sein ­– allerdings erst im Jahr 2010. Danach wird es im Osten der Stadt genügend Krippen- und Regelkindergartenplätze geben. 
Knapp 400000 Euro Förderung kann die Stadt Crailsheim für sonstige energiesparende Infrastrukturmaßnahmen abrufen: Das Geld fließt überwiegend in die Erneuerung der Straßenbeleuchtung, was sofort auch die laufenden Kosten senkt und damit Spielraum bei den Eigenmitteln bringt.
Zusätzlich beim Land angemeldet ist die Gestaltung des Dorfplatzes sowie die Schafscheuer in Westgarts­hausen. „Unsere Chancen sind nicht schlecht“, betonte Harald Rilk.
Optimaler gehts wirklich nicht mehr: Die Rathaussanierung (elf Millionen Euro) wird zur Hälfte durch Förderung des Bundes und des Landes finanziert.
In der Sondersitzung setzten die Stadträte auch den Schluss­punkt unter den Haushaltsplan 2009.  

 

 

Mit optimaler Förderung

Die Dachsanierung der Eichendorffschule kostet über eine halbe Million Euro. Foto: Weinrich

Rathaus: 50 Prozent, Energiesparen: 75 Prozent


Aufträge mit einem Bauvolumen von 8,2 Millionen Euro hat die Stadt bereits konkret vergeben. Für weitere 2,8 Millionen Euro, die u. a. aus den Töpfen von Bund und Land gefördert werden, ist der Weg bereitet.


Einstimmig hat der Gemeinderat, wie in der letzten Woche bereits berichtet (Seite 3) die haushaltsrelevanten Entscheidungen getroffen. Darunter sind zehn Projekte, die Energieeinsparung versprechen. Die Maßnahmen waren allesamt ohnehin geplant – nur eben nicht schon 2009. Mit 75 Prozent der Investitionssumme werden gefördert: die Dachsanierung der Eichendorff-Schule, die 575000 Euro kostet, und die Dachsanierung der Sport- und Festhalle Roßfeld (Investition 220000 Euro), die Erneuerung der Hei­zungssteue­rung Albert-Schweitzer-Gym­nasium (75000 Euro); Fenstererneuerungen an der Musikschule (38000 Euro), an den Sport- und Festhallen in Tiefenbach und Onolzheim (je 50000 Euro) und an der Sport- und Festhalle Triensbach (30000 Euro), Dämm­maßnahmen am Kindergarten Tiefenbach (38000 Euro) und an der Schule Altenmünster (50000 Euro). Für die stromsparende Erneuerung der Straßenbeleuchtung werden 440000 Euro eingeplant. Diese Gelder sollen alle noch 2009 ausgegeben werden. Fällt ein Projekt aus, ist ein Austausch möglich, so dass die Ausnutzung der maximalen Förderung aus dem Konjunkturpaket II – immerhin 1,756 Millionen Euro – gewährleistet ist.


Der größte Brocken, der mit 75 Prozent aus dem Konjunkturpaket II des Bundes (worauf die SPD-Stadträtin Helga Hart­leitner ausdrücklich hinwies)  gefördert werden kann, ist der von 2011 um ein Jahr vorgezogene Neubau eines weiteren Kindergartens auf dem Kreuzberg (wie letzte Woche berichtet: geplant beim Spielplatz am Pamiersring/­Ecke Lerchenstra­ße). In Abwägung mit dem Kindergarten Altenmünster habe man sich für den Kreuzberg entschieden, erklärte Bürgermeister Harald Rilk. Dort fehlen derzeit 50 Plätze im Regelkinder­garten. Mit dem Neubau, dessen Planung bis zum Herbst fertig wird, kann auch der Kindergarten in der Parkstraße entlastet werden.


In Altenmünster ist in den nächsten fünf Jahren ein Neubau für den nicht mehr sanierungsfähigen Bau entweder an der Schule Altenmünster (Nachteil Zufahrt) oder am Feuerwehrgerätehaus in der Alten Dorfstraße (dort hat die Stadt noch nicht genügend Gelände) in Aussicht.


Vom Land gefördert werden sehr wahrscheinlich in Westgartshausen die Gestaltung des Dorfplatzes (Investition 2009: 163000 Euro) und die Schafscheuer (93000 Euro in 2009/2010). Bürgermeister Rilk lag mit seiner optistischen Einschätzung bei der Großsporthalle richtig: Die Sanierung wird vom Land mit 511000 Euro gefördert.


Sehr realistisch ist auch die  Aussicht, dass die Rathaussanierung mit über fünf Millionen Euro aus dem Städtebauförderungsprogramm in Kombination mit dem Ausgleichstock gefördert wird. Das wäre eine 50-Prozent-Förderung für die elf Millionen Euro kostende Sanierung des Altbaus und des Arkadenbaus sowie des Neubaus an der Karlstraße. Eine Million Euro soll noch 2009 ausgegeben werden, 3,6 Millionen sind im nächsten Jahr eingeplant, 6,4 Millionen Euro im Jahr 2011.


Das gestoppte Haushaltsgenehmigungsverfahren ist mit dem einstimmingen Satzungsbeschluss des Gemeinderats abgeschlossen. Es gab Umschichtungen auf der Basis der oben genannten Projekte zur Finanzierung der Eigenanteile. Auch weil 2009 die Einnahmen aus der Gewerbesteuer um drei auf 19 Mio. Euro (oder weniger) und  der  Ein­kom­men­steuer­anteil sinken, waren Korrekturen angebracht. Erfreulich: Die Stadt musste 2008 die Rücklage nicht antasten und kann die gesparten 8,7 Mio. Euro in den Jahren 2009 und 2011 einplanen.  

 

 

Widerlager im Visier

Das Haller Straßenbauamt will den Belag in der Goethe- straße erneuern lassen. Im Rahmen dieser Arbeiten werden auch die Widerlager an der Bahnbrücke gerichtet. Das erklärte Baubürgermeister Herbert Holl auf eine erneute Anfrage von Stadtrat Manfred David (SPD).

 

 

Auf der Agenda

Der Vorplatz der Kapelle im Hauptfriedhof wird gerichtet. Das versicherte Baubürgermeister Herbert Holl dem SPD-Stadtrat Manfred David.  Der Vorplatz steht auf der Arbeitsplanung des Baubetriebshofs.

 

 

Notwendig

Sicher gibt es im Stadtgebiet und im Netz der Kreisstraßen Abschnitte, die schlechter als die Kreisstraße nach Goldbach sind. Dennoch war die Erneuerung „aus fachlicher Sicht” notwendig, erklärte Baubürgermeister Holl dem SPD-Stadtrat David. Oberbürgermeister Andreas Raab (auch Kreisrat) ergänzte, er habe keinen Grund gesehen, sich gegen die Baumaßnahme „zu wehren: ... Gut war sie nicht mehr”, sagte er.

 

 

Bleibt problematisch

Kinder und Jugendliche überqueren auf dem Schulweg zwischen Ingersheim  und dem Kreuzberg die Bundesstraße nicht an den dafür vorgesehenen und extra gebauten Stellen. Das ist auch aus Sicht von Baubürgermeister Herbert Holl „sehr problematisch”, gab er dem SPD-Stadtrat Helmut Hofmann recht. Aber man könne die Kinder nicht dazu zwingen. Hofmann hatte Überlegungen gefordert, wie man das „wilde” Queren vermeiden könnte, da es schon mehrfach zu Beinahe-Unfällen gekommen sei. Schulbürgermeister Harald Rilk sah die Chance, dass sich die Situation etwas verbessert, da die Hauptschüler vom Kreuzberg künftig in die Leonhard-Sachs-Schule gehen, also nicht mehr nach Ingersheim müssen. – Die L 2218 ist im Straßenbau-Sanierungsprogramm aufgeführt, erfuhr der Stadtrat weiter.

 

 

Künftig wird geräumt

Die Behindertenparkplätze sind in der Tat nicht geräumt worden, wie CDU-Stadtrat Harald Gronbach in einer der letzten Sitzungen bemängelt hatte. Das bestätigte Bürgermeister Holl jetzt. Er habe angewiesen, dass diese Parkplätze künftig in der Winterzeit freigemacht werden.

 

 

DSL-Ausbau

Der Ausbau für das schnellen Breitband-Internet (DSL) sollte vorangetrieben werden, fordert CDU-Stadtrat Friedrich Lober. Es gebe Teil­orte, die schlecht oder gar nicht versorgt seien. Das Thema sei sehr kompliziert, erklärte Bürgermeister Holl. Die Stadt erhalte von der Telekom keine Angaben, wie gut die Netzversorgung sei. Nur im Kreuzberg habe es etwas genützt, dass die Stadt interveniert habe, erklärte Oberbürgermeister Raab dazu. Bürgermeister Holl will den Gemeinderat über das Thema informieren.

 

 

Spital-See

Der kleine See am Spital ist, je nach Wetterlage, mit mehr oder weniger Wasser gefüllt. Derzeit, so AWV-Stadtrat Peter Bechtel, sei der See eher ein Dreckloch. Auf der Sohle liegt  eine Folie, weitere Abdichtungsmaßnahmen wären sehr teuer, erklärte Bürgermeister Holl dazu.  ks

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