Klinikum auf sehr gutem Weg

Oberbürgermeister Rudolf Michl zeigte sich sehr angetan von den Neubauplänen, die der „Vater der Idee”, Architekt Werner Horlacher (links) vorstellte, und von den medizinischen Pers­pektiven, die Dr. Peter Haun (rechts) erläuterte. Foto: Siewert

Dr. Peter Haun, Sprecher der Gesundheitsholding informierte offen und zeigt Perspektiven auf


Als Mann der klaren Worte erwies sich Dr. Peter Haun im Gemeinderat. Der Sprecher der Geschäftsführung der Gesundheitsholding im Landkreis Schwäbisch Hall machte deutlich: Das Klinikum Crailsheim ist auf einem sehr guten Weg.


Die Leistungen, die unter Leitung der Ärztlichen Direk­torin und Chefärztin der Chi­rurgie, Dr. Martina Mittag-Bonsch, angeboten werden, übertreffen den Standard der  Grund- und Regelversorgung zum Teil deutlich. Ganz ausgezeichnet ist das Angebot schon jetzt im Bereich der Orthopädie, die weiter ausgebaut werden soll. Dr. Mittag-Bonsch, Oberarzt Dr. Jürgen Sigwarth und ihr Ärzte- und OP-Team erreichen in der Endoprothetik (Ersatz von Knie- und Hüftgelenken) nach den Worten von Dr. Haun den Standard einer Fachklinik. Die Handchirurgie gehört zu den Spezialitäten neben dem breiten Spektrum im Bereich Unfallchirurgie und Chirurgie der inneren Organe (Viszeralchirurgie). Die Anästhesie sorgt für eine spezielle Schmerztherapie während und nach der Operation.


Ganz sicher ist Dr. Haun, dass die Diskussion um die neue Struktur an der Spitze der Kardiologie im Sommer vorbei sein wird und Vorurteile abgebaut werden. Crailsheim profitiere entscheidend von der Anwesenheit des renommierten Spezialisten Professor Dr. Alexander Bauer. Der neue Chefarzt der Kardio­logie / Rhythmologie und Dr. Erich Gmähle als Chefarzt mit Schwerpunkt Gastroenterologie bilden nach Hauns Ansicht die ideale Doppelspitze der „Innere Medizin”. Die zur Hauptabteilung aufgewertete Gynäkologie und Geburtshilfe habe durch den Frauenarzt Kurt Weber einen sehr guten Zuspruch. Die versierten Hals-Nasen-Ohrenärzte Dr. Gun­ther Gropper und Dr. Thomas Scharf leisten als Belegärzte hervorragende Arbeit.
Mit dem geplanten Neubau werden nicht nur die medizinischen und pflegerischen Einrichtungen auf den allerneusten Stand gebracht: Die Patienten werden sich über die Betreuung in hochmodernen Zimmern freuen. Und der kleine Teil des Klinikums, der „nur” saniert wird, erhält eine Ausstattung, die dem Neubau in nichts nachstehen wird. Dieser vom Eingang aus gesehen linke Teil des Gesamtkomplexes beherbergt im Moment die Physiotherapeutische Abteilung, die Innere Ambulanz und den Kreißsaal.


Noch offen ist, was mit dem 70 Meter langen Bettentrakt geschieht. Eines ist aber sicher: Die nicht mehr zeitge­mäßen Krankenzimmer werden aufgegeben. Vielmehr wird nach einem Umbau die Kreisverwaltung dort mit einem Teil ihrer in Crailsheim ansässigen Behörden und Ämter in die oberen Stockwerke einziehen. Im Untergeschoß (auf Höhe der Cafeteria) könnte die zentrale Küche der Gesundheitsholding eingerichtet werden. 

 

 

Alle stimmen für Haushalt 2010

Der Ausbau der Straße nach Beuerlbach wird auch 2010 nicht erfolgen. Aber das Vorhaben ist nur aufgeschoben. Foto: Siewert

Sparen ist angesagt / Haushaltsausschuss abgelehnt


Die Stadt hat ihren in der letzten Woche einstimmig verabschiedeten Haushalt fürs laufende Jahr zur Genehmigung nach Stuttgart geschickt. Der Etat hat ein Volumen von 98,8 Millionen Euro.


Planungsraten „Ja”, zusätzliche Bauausgaben aus Geldmangel vorerst nicht: Auf diesen Nenner lässt sich der Abstimmungsmarathon, der der Verabschiedung des Gesamtetats vorausging, bringen. Gewünscht wird eine Finanzplanung, die aufzeigt, wie Investitionen und Betriebsausgaben in den kommenden Jahren gemeistert werden. Dafür wird im Rathaus wie 2002 eine Haushaltsstrukturkommission gebildet. Einen Haushaltsausschuss lehnte die Ratsmehrheit ab.


Beim Kindergarten in Ingersheim wird mit Sicherheit in diesem Jahr nichts verändern, da der Gemeinderat noch keinen Beschluss, ob grundlegend saniert oder neu gebaut werden soll. Folgerichtig wurden 600000 Euro, die für 2010 vorgesehen waren mit einer Haushaltssperre belegt.  

 

 

Stadträte mit Sparwillen

Die größte Baustelle in der Stadt ist derzeit das Rathaus. Der sanierte Altbau wird im Sommer bezogen. Die Planung für den Ersatz des Blezinger- und Karlstraßenbaus geht voran. Foto: Kasimir

Bald soll der Haushaltsplan für zwei Jahre gelten


Schon bei der Vorlage des Etatentwurfs und im Rahmen der Haushaltsreden war klar gewesen: 2010 wird kein Jahr neuer großer Sprünge werden. Die Stadträte zeigten auch in der Abschlussrunde Sparwillen.


Zurückgestellt wurde ein weiteres Mal der in der Vergangenheit von fast allen Fraktionen schon einmal beantragte Ausbau der Straße nach Beuerlbach. Auch wenn der CDU-Stadtrat Klaus-Jürgen Mümmler noch so sehr für diese „lebensnotwendige” Straße, die „die Nabelschnur zur Stadt” sei, warb und sein Kollege Uwe Berger von Verkehrsgefährdung sprach, gab es keine Mehrheit. 850000 Euro für den Ausbau vom Ehrenfriedhof bis nach Beuerlbach waren mit Blick auf die vielen maroden Straßen im Stadtgebiet „nicht drin”, verdeutlichten Stadtrat Gernot Mitsch (SPD) sowie die Fraktionschefs Norbert Berg (AWV) und Wilfried Kraft (UGL).


Den CDU-Vorwurf (Berger), die Straße „künstlich” teuer gerechnet zu haben, wies Baubürgermeister Herbert Holl entschieden zurück. Den von der CDU beabsichtigten Ausbau außerhalb der Ortslage bezifferte er mit 300000 Euro. 17 Stadträte waren dafür, kein Geld für die Straße bereitzustellen.
Für Verkehrsuntersuchungen am Kreisel Roßfeld fand sich dagegen eine Mehrheit von 20 CDU/SPD-Stimmen gegen zehn AWV/UGL-Stimmen. Mit 10000 Euro soll herausgefunden werden, ob ein Bypass von Roßfeld in Richtung Onolzheim zu einer Verbesserung insbesondere für die großen Fahrzeuge, so CDU-Stadtrat Hasel, führt.


Da beim Kindergarten Ingersheim derzeit alles offen ist (Sanierung oder Neubau), war der Erlass einer Haushaltssperre folgerichtig (zwei Gegenstimmen). Der CDU-Antrag, 600000 bereitzustellen erübrigte sich, da 2010 ohnehin nichts gebaut wird.


Vier Gegenstimmen gab es zum Gegenvorschlag der Verwaltung, im Gemeinderat zu diskutieren, ob und wie sich die Stadt am Ausbau der DSL-Breitbandversorgung beteiligen sollte. CDU-Fraktions­chef Gerhard Neidlein hatte, unterstützt von seinen Kollegen Lober und Berger (DSL gehöre zur Infrastruktur wie das Stromnetz) 10000 Euro beantragt. UGL-Chef Wilfried Kraft meinte, der Markt werde das regeln.


Im Gemeinderat wird diskutiert, wie der von der CDU aufgegriffene Vorschlag des neuen Oberbürgermeisters Rudolf Michl, umgesetzt werden kann, den Ortsvorstehern bzw. Ortschaftsräten Geld zur Unterstützung der Selbstverwaltung zu geben.


Mit sechs Gegenstimmen beschlossen die Stadträte die von der SPD-beantragte Anhebung der Museumsleitungsstelle auf 100 Prozent. Die Konzertmuschel im Spitalpark wird mit Billigung der antragstellenden SPD erneut zurückgestellt (zwei Enthaltungen). Die von der SPD gewünschte Umgestaltung der Jagstaue von Ingersheim bis in den Steinbruchweg wird „angeschoben”. 15000 Euro sind für erste Untersuchungen, wie die Aue für Naherholung genutzt werden kann, ausgegeben (drei Enthaltungen). Abgelehnt wurde dagegen der SPD-Antrag mit 18 Nein- bei 14 Ja-Stimmen, die Stadteinfahrt beim Hauptfriedhof zu gestalten.
Den von der AWV beantragten Haushaltsausschuss wird es nicht geben (acht Ja-Stimmen, 26 Ablehnungen). Stattdessen setzt die Verwaltung wie 2002 eine rathausinterne Haushaltskonsolidierungskommission ein und legt dem Gemeinderat Einsparvorschläge vor. Begrüßt wurde der erstmals vorgetragene Vorschlag des AVW-Fraktionsvorsitzenden Berg, den Haushaltsplan künftig für zwei Jahre aufzustellen. Die Verwaltung habe darüber bereits intern selbst beraten, betonte Oberbürgermeister Rudolf Michl. Doch wolle man damit nicht 2011 (wie Berg) starten sondern erst 2012/13 – und zwar mit einem transparenten „Bürgerhaushalt”. Auf jeden Fall aber sollen Haushaltspläne jeweils noch vor dem Ende des Vorjahres verabschiedet werden, war man sich einig (Anregung Gerhard Neidlein, CDU).


Dass der von der UGL beantragte Bau des Radweges vom Sauerbrunnen bzw. aus den Hirtenwiesen zur Haller Straße nicht erfolgt, fanden neun Stadträte nicht in Ordnung. Von allen akzeptiert wurde die Zurückstellung der Frage, wie Roßfeld und das Einkaufszentrum besser ans Stadtbusnetz angeschlossen werden können. Gegenseitig deckungsfähig werden die Ausgaben für Wirtschaftsförderung, Stadtmarketing und Stadtprospekte. Es wird aber nicht um 50000 Euro gekürzt (UGL-Antrag). Die Stadt hatte von sich aus schon um ein Drittel auf 209000 Euro reduziert.  

 

 

Die Eckdaten des Etats

Verschuldung steigt bis Ende des Jahres auf 37,7 Mio. oder 1138 Euro pro Kopf an


Die Einnahmen und Ausgaben des Haushaltsplanes für das seit knapp drei Monaten laufende Jahr betragen vorbehaltlich der Genehmigung 98,8 Mio. Euro.


Das Volumen des Gesamt­etats, der 2009 erstmals in der Geschichte der Stadt über 100 Millionen Euro stieg, liegen damit heuer wieder um etwa 1,2 Millionen Euro unter diesem Rekord-Budget. Die Verwaltungsausgaben reduzieren sich im Vergleich zum Vorjahr um 1,9 Millionen Euro, die Investitionen steigen um 700000 Euro. Dennoch zeigen sich schon jetzt deutliche Bremsspuren im aktuellen Etat, und die
Finanzvorschau aufs laufende Jahr signalisiert wegbrechende Gewerbesteuereinnahmen und Ausfälle durch Bundes- und Landesgesetze.
Die Eckdaten zeigen, dass der Etat nur mit 5,4 Millionen aus den Rücklagen ausgeglichen werden kann und dass dem Etat der laufenden Verwaltung Geld aus dem Vermögens-, sprich Investitions und Tilgungsetat zufließen muss (6,4 Mio. Euro). „Normal” ist das umgekehrt. Die Nettoinvestitionsrate in Höhe von 8,2 Mio. Euro hat dadurch ein negatives Vorzeichen. Die Netto-Neuverschuldung steigt 2010 um 7,5 Millionen Euro auf 37,7 Mio. Euro an (1138 Euro pro Kopf), wenn es nach Plan läuft. Offen ist, ob die erwarteten Einnahmen so flie­ßen (Gewerbe­steuer!) und ob nicht zusätzliche Lasten auftauchen.


Die wichtigsten Etatposten entwickeln sich (in Klammern die Zahlen von 2009 wie folgt: Die Grundsteuern A und B steigen nur leicht auf 3,7 Mio. (3,56 Mio.) Euro. Die Gewerbesteuer reduziert sich von 19 auf 13 Mio. Euro. Gleichzeitig gehen die Anteile an der Einkommens- und Umsatzsteuer um zwei Mio. Euro auf 10,7 Mio. Euro zurück. Beim Familienlastenausgleich reduziert sich der Ansatz von 9,7 auf 8 Mio. Euro.


Die Personalausgaben steigen um 600000 Euro auf 19,6 Mio. Euro. Zum Ausgleich des Etats werden die Ausgaben für Unterhaltungsmaßnahmen (ohnehin stets zu wenig Geld, um den Bestand angemessen zu pflegen und im Wert zu erhalten) für Gebäude und Grundstücke um 300000 Euro auf eine Million Euro und für sonstiges unbewegliches Vermögen um knapp 500000 Euro auf 1,9 Mio. Euro reduziert. Die Position „Zuweisungen und Zuschüsse” weist einen negativen Saldo auf (statt 2,5 Mio. Euro im letzten Jahr nur noch 1,9 Mio. Euro 2010). Während die Ausgaben für die Gewerbesteuerumlage (wegen ausbleibender Gewerbesteuer) sinkt, steigt die Finanzausgleichsumlage um eine halbe Million  auf 8,3 Mio Euro an.


Die wichtigsten Vorhaben, die im Investitionshaushalt finanziert sind: natürlich die Rathaussanierung, die in diesem Jahr mit 3,8 Mio. Euro zu Buche schlägt und die Groß­sporthalle mit 2,44 Mio. Euro. Mit Beträgen von jeweils einer Million Euro sind veranschlagt: Tiefbaumaßnahmen im Konversionsgebiet; der allgemeine Grunderwerb und der zweite Neubau eines Kindergartens auf dem Kreuzberg (mitfinanziert aus dem Konjunkturprogramm des Bundes) unterhalb der Hochhäuser am Pamiersring bzw. an der Lerchen-/Spitalseestraße. Mit je einer halben Million Euro stehen Straßenbaumaßnahmen im Etat: der Endausbau der Julie-Pöhler-Straße in Hirtenwiesen Ost und die Sanierung der B290. Für Neu-und Ersatzbeschaffungen bei der Feuerwehr werden knapp 400000 Euro ausgegeben. Der Kanalanschluss in Wollmershausen kostet die Stadt rund 350000 Euro. Für den Baubetriebshof müssen verschiedene Anschaffungen finanziert werden (360000 Euro). Die Restfinanzierung des Umbaus und der Erweiterung des Kindergartens Ingersheim ist  mit 280000 Euro veranschlagt. Für Kanäle und Hauptkläranlage sind 280000 bzw, 270000 Euro vorgesehen. Die Neugestaltung der Fahrbahn und die Beleuchtung der Fronbergstraße kosten 260000 Euro.  

 

 

„Halber” Chefarzt keine halbe Sache

Die unbefriedigende Eingangssituation des Klinikums „im Keller” wird mit dem Neubau grundlegend verändert. Der linke Teil des Komplexes wird saniert, der rechte Teil abgebrochen. Foto: Siewert

Geschäftsführer der Gesundheitsholding kontert Vorurteile und Vorwürfe mit Fakten / „Röhre”, wenn Arzt gefunden


Kritischen Fragen der Stadträte und einem offenen Brief des SPD-Ortsvereins zur Qualität und Zukunft des Klinikums Crailsheim stellte Dr. Peter Haun, der Sprecher der Geschäftsfüh­rung der Gesundheitsholding Fakten gegenüber.


Gern nahm der die Gelegenheit wahr, wie er betonte, sich diesen kritischen Stimmen zu stellen – und er machte keinerlei Versuch, etwas „schön” zu färben. Aber er legte Fakten vor, die absolut geeignet sind, Vorurteile und Vorwürfe einzuordnen.


Ganz besonders scheint in der Diskussion der „halbe” Chefarzt, der mit dem Wechsel an der Spitze der Kardiologie in der Abteilung Innere Medizin in Crailsheim eingesetzt wurde, zu Fragen und Verunsicherung Anlass zu geben. In der Inneren Medizin bestehe eine Chefarzt-Doppelspitze mit Dr. Erich Gmähle und Professor Dr. Alexander Bauer, der standortübergreifend in Crailsheim und Hall tätig sei. „Die Stadt und die Bürger profitieren von der Anwesenheit dieses renommierten Spezialisten als Chefarzt der Kardiologie. Die Zahlen sprechen für sich”, betonte Dr. Peter Haun.


Im Januar und Februar wurden doppelt so viele Herzschrittmacher implaniert und dreimal so viele Koronarangiographien durchgeführt wie im gleichen Zeitraum 2009 . „Anzahl und Qualität der Behandlungen sind hervorragend”, lobte Haun. Auch die Arzt-Patienten-Beziehung sei intensiver als früher, denn Prof. Dr. Bauer lerne die Patienten als Chefarzt in Crailsheim kennen und führe die Eingriffe im Katheterlabor in Hall persönlich durch.


Patienten, die im Herzlabor am Haller Diak untersucht bzw. operiert werden, kommen in der Regel nach zwei bis drei Tagen wieder nach Crailsheim zurück. Das gelte auch für die Patienten, die mit akutem Herzinfarkt oder einem gerade erst passierten Schlaganfall mit dem Rettungswagen oder Hubschrauber in die speziellen Notfalleinrichtungen nach Hall gebracht werden.


Nur wenn der Herzinfarkt oder Schlaganfall schon mehrere Stunden zurückliege, müsse man nicht mehr unbedingt die Akuteinrichtungen in Hall anfahren, sagte er auf Fragen, die von Gernot Mitsch, SPD-Stadtrat und als Ortsvereinsvorsitzender Absender eines offenen Briefes, sowie von den Stadträten Gerhard Neidlein und Mümmler (beide CDU) angesprochen wurden. Er betonte, die Pa­tienten könnten bei dieser Entscheidung auf die Rettungskräfte vertrauen, die man immer über die Notfallnummer 112 rufen sollte.


Vorteile habe Crailsheim auch bei der Gewinnung von ärztlichem Nachwuchs: So komme im April ein weiterer Oberarzt ins Kardiologen-Team nach Crailsheim.
Zur der u. a. vom CDU-Fraktionschef Neidlein und der SPD aufgeworfenen Frage, warum der zweite Linksherzkathetermessplatz am Diak und nicht in Crailsheim installiert wird, erklärte Dr. Haun klipp und klar: Das Klinikum Crailsheim könne als Haus der Grund- und Regelversorgung kein Herzkathederlabor bekommen. Dafür seien im übrigen drei bis vier Spitzenmediziner 24 Stunden bereitzustellen – auch das könne ein 165-Betten-Haus wie Crailsheim nie leisten. Aber die Crailsheimer Patien­ten hätten vom zentralen Herzkatheterlabor in Hall Vorteile, zumal mit Professor Dr. Bauer die Spezialdisziplin Rhythmologie hinzukomme, die außer am Haller Diak bisher nur an Universitätskliniken angeboten werde.


Ein wichtiges Thema der Stadträte und des SPD-Ortsvereins waren die Wartezeiten und die Notfallversorgung allgemein. „Die Notfallaufnahme ist immer ein Problem – an allen Kliniken – und vor allem nachts”, erklärte Dr. Haun unumwunden. Falls dauerhaft in großer Zahl Klagen auftauchten, könne das auf ein grundlegendes Problem hindeuten, dem man nachgehen müsse. „Patienten möchten zu jeder Zeit schnell einen Arzt. Ärzte im Bereitschaftsdienst sind aber für das ganze Haus zuständig und damit auch auf den Stationen.” Tagsüber im Normalbetrieb bekämen Patienten oft gar nicht mit, wenn ein akuter Notfall eintreffe. Solche Notfälle verlängerten natürlich die Wartezeit, ohne dass der Patient dafür eine Erklärung habe. Am 31. März werde die interdisziplinäre Notaufnahme eröffnet.


„Was können wir verbessern?” – für Dr. Haun eine Frage, die er wie aus der Pistole geschossen beantwortete: die Unterbringung der Patienten. Die Initiative des Landrates für den Neubau und die Sanierung (die der Chefplaner des Landkreises, Werner Horlacher in der Gemeinderatssitzung umfassend erläuterte, das Stadtblatt berichtete über die Planungen letzte Woche) sei „das Beste, was Crailsheim passieren konnte”.


Ein modernes Gebäude mit guter Ausstattung, gutem Personal und einer intensiven Nutzung durch die Patienten, die Crailsheimer Bevölkerung und die niedergelassenen Ärzte nannte er als Eckpunkte: „Wenn es hier stimmt, braucht sich niemand Sorge um die Zukunft des Krankenhauses zu machen.”
Auch hier Klartext Dr. Peter Haun: In der Zusammenarbeit der niedergelassenen Ärzten mit dem Klinikum stecken seiner Ansicht nach Chancen und bislang ungenutzte Möglichkeiten. Er verdeutlichte auch, dass das Sozialministerium für die volle Förderung des Neubaus eine Dauerbelegung von 80 Prozent der 165 Planbetten verlange. Bei geringerer Belegung werde der Zuschuss und damit der Neubau kleiner ausfallen. Um diese Vorgabe auf Dauer erfüllen zu können, benötige das Klinikum in Crailsheim im Jahr 360 Patienten mehr – oder „einen zusätzlichen Patienten am Tag”, rechnete Dr. Haun vor: „Das sollte doch zu schaffen sein.” Crailsheim stehe nicht im Wettbewerb mit dem Diak in Hall: „Das ist die gleiche Familie.” Gegner seien die Kliniken in Aalen, Mergentheim, Ans­bach, sowie Rothenburg, Dinkelsbühl und Ellwangen.
Derzeit versorgt das Klinikum Crailsheim (mit 165 Betten ein Haus mittlerer Größe) pro Jahr 6600 Patienten stationär (Hall 492 Planbetten, 21700 Patienten). Es wurden im letzten Jahr 4030 Operationen durchgeführt (Diak: 12550). Im Klinikum Crailsheim kamen 421 Kinder zur Welt (Hall: 1024). Der Gesamtumsatz lag bei 20 Mio. Euro (in Hall 93 Mio. Euro, Überschuss erwirtschaftet). Die nicht durch Einnahmen gedeckten Kosten in Crailsheim trug die Holding mit.


Geplant ist eine massive Stärkung des Crailsheimer Klinikums im Bereich Ortho­pädie. Gedacht sei an eine neue Abteilung Geriatrie, die aber vorläufig wegen der bes­tens ausgestatteten Zimmer und eines dort tätigen Arztes im Gaildorfer Klinikum angesiedelt werde. Auch die von Stadtrat Armin Augner (AWV) ins Spiel gebrachte Phlebologie, Angiografie und Lymphologie könne etwas zur Aufwertung beitragen. Sobald ein Arzt dafür gefunden sei, wird im Klinikum Crailsheim eine „Röhre”, also ein Magnet­resonanztomograph (MRT), installiert. Gesucht werden für Crailsheim Ärzte der Fachgebiete Orthopädie, Radiologie, Frauenheilkunde und Anästhesie.  

 

 

Volksfestbeirat besetzt

Gemeinderat


Der Gemeinderat hat in seiner letzten Sitzung die Mitglieder des Volksfestbeirates benannt. Dieses Gremium, eine Forderung von Stadträten im Verlauf der Diskussion über den Ablauf des Volksfestes 2009, soll zweimal im Jahr öffentlich tagen. Es hat nur beratende Funktion. Der Gemeinderat beannnte Klaus-Jürgen Mümmler (Franz Köberle), Manfred David (Karin Hübsch), Peter Bechtel (Werner Pikulski), Jut ta Dickmanns-Kempf (Peter Gansky). Die Stadtverwaltung entsendet Mitarbeiter aus der Stabsstelle Kultur, vom Archiv, Museum, vom Fachbereich Ordnung und Bürgerdienste sowie vom Bauhof. Jugendgemeinderat, Feuerwehr, Polizei und Stadtwerke sollen ebenso vertreten sein wie im Wechsel Vertreter des Gewerbes, der Schulen und der Landwirtschaft.

 

 

Diskussion über Personal

Gemeinderat


Die Rathausspitze hat beantragt, die Stellenbesetzungssperre von sechs Monaten aufzuheben. Sie befürchtet, dass ohne die Besetzung der freien Stellen die Aufgaben innerhalb der Verwaltung nicht mehr erledigt werden können. „Es geht nicht um zusätzliche Stellen”, betonte Oberbürgermeister Rudolf Michl mehrfach. Dennoch gab es gegen die generelle Aufhebung Bedenken. Vielmehr wollten die Fraktionen genaue Details zu den einzelnen Stellen. Nach längerer Diskussion zog das Stadtoberhaupt den Antrag zurück. Mit genauer Begründung der Notwendigkeit wird die Stellenbesetzung nun im Gemeinderat am Mittwoch, 28. April diskutiert.

 

 

Pflege für Sportplätze

Gemeinderat

 

Regelmäßig im Frühjahr werden die 27 Rasensportplätze in der Stadt gepflegt, damit sie auch künftig gut bespielt werden können. Die Pflegearbeiten (Besanden, Aerifizieren, Vertikutieren, Vertidrainieren und Abschleppen) werden ausgeschrieben. Das günstigste Angebot gab die Firma J. & R. Söder aus Kilianshof ab. Sie war mit 42 060 Euro nur knapp 180 Euro günstiger als der zweitbeste unter insgesamt sieben Bietern. Das teuerste Angebot wurde mit über 100 000 Euro abgegeben.

 

 

Asya-Markt in Hirtenwiesen

Gemeinderat

 
Grundsätzlich stimmte der Gemeinderat bei einer Enthaltung für den Verkauf eines Grundstücks zur Ansiedlung des Asya-Marktes (mit 700 qm Verkaufsfläche) im Mischgebiet Hirtenwiesen II-Ost. Die Verwaltung soll in den Verhandlungen darauf hinwirken, dass genügend Parkplätze am Markt vorhanden sind (UGL-Stadtrat Peter Gansky) und dass das Gebäude „ansehnlich” gestaltet wird (CDU-Fraktionschef Gerhard Neidlein). Baubürgermeister Holl erklärte, alle baurechtichen Vorgaben würden erfüllt.

 

 

Zusätzlich in Sanierung

Gemeinderat


Die Fronbergstraße ist als zusätzliches Sanierungsziel in die Stadterneuerungsmaßnahme „Westliche Innenstadt” aufgenommen worden. Das hat der Gemeinderat einstimmig beschlossen. Damit ist die Grundlage für die ins Auge gefasste Sanierung und Neuordnung der Straße mit Abruf von Fördermitteln gelegt. Vorgesehen ist ein Vollausbau der Straße, der auch die Randeinfassung der Fahrbahnen und Parkierungsflächen umfasst. Außerdem soll die Straßenbeleuchtung erneuert werden.

 

 

Neues „Herz” für Klärwerk

Gemeinderat


Für die Hauptkläranlage an der Heldenmühle wird ein neuer Turboverdichter gekauft. Den Zuschlag erhielt die Firma Siemens Turbomachinery Equipment, Neu Wulmsdorf für 193 700 Euro. Diese 23 Jahre alten Aggregate, von denen in der Hauptkläranlage drei laufen, sorgen für die Luft- sprich Sauerstoffzufuhr in den Belebungsbecken. Sie sind damit die „Herzen” der Kläranlage. Immer zwei Verdichter pumpen ohne Unterbrechung pro Stunde rund 23 000 Kubikmeter Luft in die Becken.

 

 

Keine Wärme aus Abwasser

Gemeinderat


Beim Neubau des Rathauses kann keine Wärmerückgewinnung aus Abwasser, das durch angrenzende Kanäle läuft, installiert werden. Das gab die Bauverwaltung im Gemeinderat bekannt. Die AWV hatte nach der Nutzung dieser „Energiequelle” schon mehrfach gefragt. Für eine wirtschaftliche Wärmerückgewinnung müssten 15 Liter Abwasser pro Sekunde auch bei Trockenwetter zur Verfügung stehen. Der einzige größere Kanal bringt nur fünf Liter pro Sekunde. Die anderen Kanäle sind zu klein. ks

 

 

Große Kreisstadt Crailsheim

Marktplatz 1
74564 Crailsheim
Telefon: 07951/403-0
Fax: 07951/403-1400

Öffnungszeiten Rathaus:

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Donnerstag:        

  7.30 - 12.00 Uhr
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13.00 - 17.30 Uhr 

 

Öffnungszeiten Bürgerbüro:

Montag-Mittwoch:
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7.30 - 17.00 Uhr
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7.30 - 12.00 Uhr
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