






Kirchstraße 3
74585 Rot am See-Brettheim
Träger der Einrichtung:
Förderverein Erinnerungsstätte "Männer von Brettheim"
Kontaktadresse:
Norman Krauß
Marktstraße 16
74585 Brettheim
Tel. 07958/ 508,
E-Mail: NormanKrauss@aol.com
Öffnungszeiten:
Erster Sonntag im Monat 14-17 Uhr oder nach Vereinbarung.
Führung nach telefonischer Anmeldung.
Brettheim ist ein "Lehr- und Lernort" deutscher Geschichte. Die Erinnerungsstätte im Brettheimer Rathaus wurde am 8. Mai 1992 zum Gedenken an die drei Brettheimer Bürger Friedrich Hanselmann, Leonhard Gackstatter und Leonhard Wolfmeyer eröffnet.

Zusammen mit anderen Bürgern hatte Friedrich Hanselmann in den letzten Kriegstagen im April 1945 Hitlerjungen entwaffnet, um eine Verteidigung unmöglich zu machen und dem Dorf Kampfhandlungen zu ersparen. Er wurde dafür von einem Standgericht der SS zum Tode verurteilt.
Bürgermeister Leonhard Gackstatter und NSDAP-Ortsgruppenleiter Leonhard Wolfmeyer weigerten sich, das Todesurteil zu unterschreiben. Am 10. April 1945 wurden die drei Männer von der SS an den Brettheimer Friedhofslinden erhängt.
Im Brettheimer Rathaus wurde das Dachgeschoß für die Erinnerungsstätte ausgebaut. Sie umfasst zwei Räume, in einem wird Material über die "Jugend im Nationalsozialismus", die Erziehung zum Krieg und Hass gezeigt, während in dem größeren
Raum die Ereignisse im April 1945 und die Nachkriegsprozesse gegen die SS-Henker dokumentiert sind.

Diese Erinnerungsstätte soll das mutige und unerschrockene Auftreten von Brettheimer Männern gegen eine verbrecherische Staatsmacht wachhalten und würdigen. In diesem konkreten Fall zeigt das Verhalten der Männer menschliche Größe, Humanität und Widerstand gegen die nationalsozialistische Willkürherrschaft.
Am 10. April, dem Hinrichtungstag, findet jährlich bei den Linden vor dem Friedhof eine Gedenkfeier statt.
Der Förderverein sieht seine Hauptaufgabe darin, einen wichtigen Abschnitt unserer Heimatgeschichte am Beispiel der Männer von Brettheim und ihres Dorfes den nachfolgenden Generationen in mahnender Erinnerung zu halten. Seine Gründung war ein wesentlicher Schritt zur Finanzierung, zum Aufbau, zur Betreuung und Verwaltung der Erinnerungsstätte.
Besichtigungsmöglichkeiten in der Nähe:
Ortsbegehung und Friedhofseingang, Hinrichtungsstätte, Gedenktafel
Publikationen:
Teilgemeinde Gantenwald
74426 Bühlerzell
Träger der Einrichtung:
Landkreis Schwäbisch Hall
Kontaktadresse:
VVN/BdA Schwäbisch Hall
Jochen Dürr
Zur Hohen Waag 12
74523 Schwäbisch Hall
Tel.: 0791/54118
Öffnungszeiten:
Gelände der Gedenkstätte frei zugänglich.
Führung nach Vereinbarung.

Ein Gehöft im Weiler Gantenwald bei Bühlerzell diente ab 1943 als Bewahr- und ab Juni 1944 auch als Entbindungsanstalt für Kinder osteuropäischer Zwangsarbeiterinnen. Die Säuglinge und Kinder wurden an diesem Ort zusammengefasst, um den "volkspolitischen Gefahren" entgegenzuwirken, die die NS-Rassenideologen in einem gemeinsamen Aufwachsen mit deutschen Kindern erblickten. Auch glaubte man, die Arbeitsleistung der Mütter erhöhen zu können, wenn man sie kurz nach der Geburt von ihren Kindern trennte und sie sich nicht weiter um sie zu kümmern brauchten.
Zwischen Juni 1944 und April 1945 wurden in Gantenwald mindestens 52 Kinder geboren. Aufgrund absolut unzureichender Ernährung und katastrophaler hygienischer Bedingungen - die Säuglinge blieben weitgehend sich selbst überlassen - sind davon nachweislich mindestens 20 gestorben. Wenigstens drei weitere Kinder von Zwangsarbeiterinnen, die aus anderen Orten nach Gantenwald gebracht worden waren, sind hier ebenfalls umgekommen.

Die Leichen der Kinder wurden in einiger Entfernung zum Gehöft am Waldrand vergraben. Das Gräberfeld, das sich in einem völlig verwahrlosten Zustand befand, wurde Anfang der 1980er Jahre "wiederentdeckt". Trotz großer Widerstände erreichte das "Komitee Gedenkstätte Gantenwald", dass die Grabstätte vom Landkreis als Friedhof wieder hergerichtet wurde und 1988 als Gedenkstätte eingeweiht werden konnte. Ein Mahnmal erinnert an die Geschichte und 14 schwarze Grabplatten markieren die Gräber der in Gantenwald umgekommenen Kleinkinder und einer Mutter, Eugenia Rossamacha, die bei der Geburt ihres Sohnes verblutete.
Die Gedenkstätte Gantenwald wird von der "Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes/Bund der Antifaschisten" (VVN/BdA) betreut.
Publikationen:
Träger der Einrichtungen:
Stadt Crailsheim
Geschwister-Scholl-Schule Ingersheim
Weiße Rose-Arbeitskreis Crailsheim e.V.
Kontaktadressen (Arbeitskreis):
Joachim Scharr
Martin-Luther-Straße 42
74564 Crailsheim
Tel.: 07951/23137
Fax.: 07951/294251
Hannes Hartleitner
Salzburger Straße 29
74564 Crailsheim
Tel.: 07951/21292
Erst lange nach dem Ende des Krieges nahm man in Crailsheim zur Kenntnis, dass Menschen aus dieser Stadt mit ungewöhnlichen Beiträgen am Widerstand gegen den Nationalsozialismus beteiligt waren. Es zeigte sich, dass der im heutigen Stadtteil Ingersheim geborene Hans Scholl die führende Persönlichkeit der "Weißen Rose" gewesen war.

Der Sohn des Ingersheimer Schultheißen hat nur die ersten beiden Lebensjahre an der Jagst verbracht. Doch ein wichtiger Unterstützer der "Weißen Rose" lebte 30 Jahre in Crailsheim: Eugen Grimminger - Spross einer Eisenbahner-Familie - ermöglichte es als "Finanzier" der Widerstandsgruppe, dass die Studenten in größerem Stil agieren konnten. In Stuttgart verhaftet, sah Grimminger seine ebenfalls aus Crailsheim stammende jüdische Ehefrau Jenny Stern niemals wieder. Sie wurde in Auschwitz ermordet.
Insgesamt stehen sechs Personen mit Crailsheimer Hintergrund in Beziehung zur Geschichte der "Weißen Rose". Der Weiße Rose-Arbeitskreis Crailsheim kann also - mit Lichtbildern unterlegt - von Widerstand leistenden Bürgern erzählen. Denn zum Erinnern und Gedenken wird sich nach Auffassung des Arbeitskreises immer mehr die Ermutigung durch positive Vorbilder gesellen, die gerade für jüngere Deutsche bedeutend ist.
Der Arbeitskreis hat begonnen, die Scholl-Grimminger-Sammlung zur "Weißen Rose" aufzubauen. Noch ist die Präsentation nicht möglich. Doch es ist daran gedacht, diese Sammlung eines Tages möglichst nahe beim Ingersheimer Geburtshaus zu zeigen.
Zu Vorträgen unter dem Titel "Die Weiße Rose: Deutschland zuliebe - Sechs Crailsheimer Bürger und ihre Geschichte(n)" kommen Crailsheimer Referenten auch gerne in andere Orte.
Publikationen:
Judengasse
74599 Wallhausen-Michelbach an der Lücke
Träger der Einrichtung:
Gemeinde Wallhausen
Seestraße 2
74599 Wallhausen
Tel.: 07955/93810
Förderverein
Synagoge Michelbach
Pfarrer Bernhard Ritter
Pfarramt Hengstfeld
74599 Wallhausen
Tel.: 07955/2246
Kontaktadressen:
Gemeinde Wallhausen
Seestraße 2
74599 Wallhausen
Tel.: 07955/93810
Dieter Kleinhanß (Ortsvorsteher)
Sonnenweg 25
74599 Wallhausen
Tel.: 07955/3242
Öffnungszeiten:
Besuch und Führung nach Vereinbarung.

Die Synagoge in Michelbach ist eines der ältesten heute noch erhaltenen jüdischen Gotteshäuser in Württemberg. Die Geschichte der jüdischen Gemeinde lässt sich seit 1556 nachweisen und endet mit der Deportation der letzten 18 jüdischen Mitbürger in den Jahren 1941 und 1942 nach Riga und Theresienstadt. Nur zwei davon überlebten den Holocaust.
Die höchste Zahl jüdischer Bewohner wurde in der Mitte des 19. Jahrhunderts erreicht, als sie mehr als ein Drittel der Bevölkerung stellten. Das jüdische Wohngebiet konzentrierte sich im wesentlichen um das Gebäude der Synagoge. Bis 1757 befand sich ein Betsaal in einem Privathaus, der schließlich zu klein wurde und einen Synagogenneubau erforderlich machte. Als für eine ländliche Barocksynagoge typische Merkmale lassen sich erkennen: der schlichte Bau mit Walmdach, die Helligkeit und Symmetrie des Innenraums. Eine Synagoge (griech.: "Haus der Zusammenkunft") dient als Haus des Gebets, des Lernens und der Versammlung, und geht damit über eine rein gottesdienstliche Nutzung weit hinaus.

In ihr wird gefeiert, es werden Probleme miteinander besprochen, Texte auswendig gelernt. Bis heute wird die Synagoge auch "Schul" genannt. Die Synagoge blieb in der Reichspogromnacht vom 9./10. November 1938 nach Zeitzeugen- berichten unzerstört.
Gegen Ende des Krieges wurde sie als Munitionsdepot und Lagerraum missbraucht und die Inneneinrichtung vernichtet. In den Jahren 1983/84 wurde sie grundlegend restauriert und dient jetzt als Museum und Gedenkstätte.
Die 1984 eingerichtete Dauerausstellung behandelt schwerpunktmäßig die regionale Geschichte der Juden in Württembergisch Franken im 19. und 20. Jahrhundert. Als historische Rarität beherbergt die Synagoge eine Auswahl der Genisa, eines "Bücherfriedhofs" mit hebräischen Druckfragmenten religiösen Inhalts aus der Zeit um 1800, die bei Renovierungsarbeiten entdeckt worden waren. Sie stellen eines der wenigen authentischen Zeugnisse des ausgelöschten jüdischen Lebens in Michelbach dar.
Publikationen:
Evangelisches Diakoniewerk Schwäbisch Hall - Gottlob-Weißer-Haus
Träger der Einrichtung:
Evangelisches Diakoniewerk Schwäbisch Hall e.V.
Kontaktadresse:
Evangelisches Diakoniewerk Schwäbisch Hall e.V.
Referat für Öffentlichkeitsarbeit
Am Mutterhaus 1
74523 Schwäbisch Hall
Tel.: 0791/753-2093
Fax.: 0791/753-4972
Öffnungszeiten:
Gedenkstein frei zugänglich.
Führungen zur Geschichte des Evangelischen Diakoniewerks nach Voranmeldung.
In der Diakonissenanstalt Schwäbisch Hall (gegründet 1886) begann im Jahr 1900 der neue Arbeitszweig "Behindertenhilfe". Am 14. November 1940 wurde das Behindertenheim Gottlob-Weißer-Haus beschlagnahmt, in dem zu diesem Zeitpunkt 545 Frauen und Kinder lebten.

Innerhalb einer Woche musste es geräumt werden. Im Rahmen des Euthanasieprogramms "T 4" der Nationalsozialisten wurden 270 Personen, darunter alle Kinder, in andere Einrichtungen "verlegt". Von dort aus führte man viele den Vergasungsanstalten Grafeneck und Hadamar zu. 265 Frauen mit geistigen und psychischen Behinderungen konnten im Diak und auf den Höfen in Wilhelmsglück, Veinau und Rollhof Zuflucht finden und kamen mit dem Leben davon.
Heute erinnert ein Gedenkstein vor dem Gottlob-Weißer-Haus an die nationalsozialistische Euthanasieaktion in der Diakonissenanstalt. Wir denken in Trauer, Scham und bleibendem Schmerz an diese Ereignisse.
Materialien zur weiteren Vertiefung stehen zur Verfügung. Es ist möglich, das Evangelische Diakoniewerk und seine Geschichte bei einer Führung kennenzulernen.
Publikationen:
Am Bahnhof Schwäbisch Hall-Hessental
Karl-Kurz-Straße
74523 Schwäbisch Hall
Träger der Einrichtung:
Stadt Schwäbisch Hall
Initiative KZ-Gedenkstätte Hessental e.V.
Kontaktadressen:
Folker Förtsch
Elisabethenstraße 16
74523 Schwäbisch Hall
Tel.: 0791/857562
Siegfried Hubele
Hauffstraße 6
74523 Schwäbisch Hall
Tel.: 0791/51377
Liselotte Kratochvil
Brückenweg 9/1
74547 Untermünkheim-Enslingen
Tel.: 07906/8251
Öffnungszeiten:
Gelände der Gedenkstätte frei zugänglich.
Führungen und Öffnung des Güterwaggons nach vorheriger Vereinbarung.
Von Oktober 1944 bis April 1945 bestand in direkter Nähe des Bahnhofs Hessental ein KZ-Außenlager. Hauptaufgabe der 800-900 nach Hessental verschleppten jüdischen KZ-Häftlinge waren Arbeiten auf dem Fliegerhorst Hessental zur Sicherung der Produktion und der Einsatzfähigkeit des Strahljägers Messerschmidt ME 262. Dieses Flugzeug galt als eine von Hitlers "Wunderwaffen" und wurde im Waldstück Hasenbühl zwischen Hessental und Sulzdorf endmontiert.

Aber auch bei gewerblichen und landwirtschaftlichen Betrieben der Umgebung sowie bei der Stadt Hall waren Häftlinge im Einsatz.
Hunger, Krankheiten und Misshandlungen durch das Wachpersonal forderten viele Opfer. Mindestens 182 Hessentaler KZ-Häftlinge sind in Massengräbern auf dem jüdischen Friedhof in Steinbach begraben. Weitere etwa 150 Menschen kamen beim Evakuierungsmarsch Anfang April 1945 nach Dachau-Allach unter fürchterlichen Bedingungen ums Leben ("Hessentaler Todesmarsch").
Die Gedenkstätte KZ Hessental, die seit April 2001 auf dem Gelände des ehemaligen Lagers errichtet ist, dokumentiert durch eingeschotterte Barackengrundflächen die Ausdehnung des Lagers. Mehrere Texttafeln informieren den Besucher über wichtige Aspekte der Lagergeschichte. Zentraler Bestandteil der Gedenkstätte ist ein originaler Güterwaggon aus den 1930/40er Jahren, in dem eine kleine Ausstellung zum "Hessentaler Todesmarsch" untergebracht ist. Mit Hilfe einer mobilen Audio-/Video-Anlage können hier bald auch Ton- und Filmzeugnisse zur Geschichte des Lagers, insbesondere ein Interview mit einem der Überlebenden des Hessentaler KZ's gezeigt werden.
Publikationen: