






Träger der Einrichtung
Stadt Crailsheim
Kontaktadresse
Spitalstraße 2
74564 Crailsheim
Tel.: 07951/94640
Fax: 07951/946419
Öffnungszeiten:
Mittwoch 9-20 Uhr
Samstag 14-18 Uhr
Sonntag 11-18 Uhr

Vom Mittelalter bis 1942 lebten fast kontinuierlich Juden in Crailsheim. Die Sachzeugen der ehemaligen jüdischen Bewohner der Stadt werden im Stadtmuseum im Spital aufbewahrt. Fast alle diese Gegenstände, die zum Großteil aus dem 19. Jahrhundert stammen, gelangten unter bedrückenden Umständen in die Museumssammlung: Rituelle Gerätschaften wie auch Hausrat erwarb der Heimat- und Altertumsverein, als die jüdischen Bürger der Stadt vertrieben und vernichtet wurden. In der kleinen Abteilung "Blick in das Magazin" wird auf diese Umstände hingewiesen und exemplarisch für die circa 400 Sammlungsobjekte aus jüdischem Besitz ein Handwaschbecken präsentiert.
Der Geschichte der jüdischen Crailsheimer ist, um eine museale Ghettoisierung zu vermeiden, bewußt keine eigene Abteilung gewidmet. Der Besucher trifft beim Gang durch das Museum wiederholt auf Spuren jüdischer Vergangenheit in der Stadt: beispielsweise auf das Porträt einer Jüdin innerhalb einer Pastellporträt-Sammlung Crailsheimer Bürger der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts oder auf rituelle Gerätschaft wie Sederteller und Chanukkaleuchter in der Abteilung "Stadtgeschichte im Überblick".

Die bedeutendsten Objekte jüdischer Vergangenheit in der Museumssammlung dürften zwei Schriftstücke sein: das Fragment einer Thorarolle und eine Schriftrolle mit dem Text des Buches Esther. Die nicht exakt datierbaren Schriftstücke stammen aus dem späten Mittelalter bzw. der frühen Neuzeit und gehören damit zu den wenigen erhalten gebliebenen jüdischen Dokumenten dieser Zeit.
In dem Fragment der Thorarolle kommt das schwierige, nicht auflösbare deutsch-jüdische Verhältnis auf besondere Weise zur Anschauung: Mit der pergamentenen Thorarolle ist der Einband eines auf 1635 datierten Rechnungsbuches des Crailsheimer Spitals bezogen. Bei mittelalterlichen Pogromen wurden häufig religiöse Schriftstücke aus den Synagogen entwendet. Bei dem Thorafragment dürfte es sich um ein Dokument einer solchen zerstörerischen Aneignung handeln.
Kirchstraße 17
74591 Kirchberg/Jagst
Tel.: 07954/926272
Träger der Einrichtung/Verwaltungsadresse:
Stadtverwaltung Kirchberg/Jagst
Schloßstraße 10
74592 Kirchberg/Jagst
Tel.: 07954/9801-0
Fax: 07954/9801-19
Öffnungszeiten:
Ab 2002 an Wochenenden.
Führungen nach Vereinbarung.

Das Sandelsche Museum in Kirchberg erlebt zur Zeit eine Neukonzeption und -gestaltung. Wenn es im Jahr 2002 als Stadtmuseum wieder öffnet, soll eine Abteilung Kirchberg in der Zeit des Nationalsozialismus gewidmet sein. Für diesen Bereich ist ein Film mit wichtigen Zeitzeugen in Vorbereitung.
In der Abteilung wird auch daran erinnert, dass deutsche Soldaten am 14. April 1945 eine Frau und fünf Männer erschossen. Die sechs Personen wurden ermordet, weil sie - wie Zeitzeugen vermuten - ihre Freude über die Ankunft des amerikanischen Militärs nicht verbargen. Ihre Gräber befinden sich in Kirchberg, Crailsheim und Lendsiedel.
Für die Opfer der Erschießungen ist ein Mahnmal geplant. Der Kirchberger Gemeinderat hat im September 1998 einstimmig beschlossen, bei der Umgestaltung des Frankenplatzes dort ein solches Mahnmal zu errichten.
Publikation:
Abteilung "Jüdisches Leben"
Keckenhof 6
74523 Schwäbisch Hall
Träger der Einrichtung:
Stadt Schwäbisch Hall
Historischer Verein für Württembergisch Franken
Verwaltungsadresse:
Hällisch-Fränkisches Museum
Postfach 10 01 80
74501 Schwäbisch Hall
Tel.: 0791/751-360
Fax: 0791/751-305
Öffnungszeiten:
Dienstags bis sonntags 10-17 Uhr, mittwochs bis 20 Uhr.
Führungen nach telefonischer Vereinbarung.
Beschreibung:
Das Hällisch-Fränkische Museum ist ein Regionalmuseum für das württembergische Franken mit Schwerpunkt auf der Geschichte der Stadt Schwäbisch Hall. In einer Abteilung zum Nationalsozialismus wird die Rassenpolitik mit der Verfolgung von Juden in Hall und in der Umgebung dargestellt. Räumlich schließt sich die Abteilung "Jüdisches Leben" an.

Sie gibt einen Überblick über den ehemaligen Rabbinatsbezirk Braunsbach-Schwäbisch Hall und stellt ihn in Zusammenhang mit der württembergisch-jüdischen und der deutsch-jüdischen Geschichte.
Unter den Exponaten befinden sich zwei herausragende Judaika: eine Laubhütte aus Öhringen von 1882 und die Unterlimpurger Synagogenvertäfelung des jüdischen Wandermalers Eliezer Sussmann von 1738/39. Sussmann, der aus dem ukrainischen Brody (damals in Polen) stammte, malte im fränkischen Raum nachweislich fünf Synagogen aus. Erhalten blieben nur die Vertäfelungen aus Unterlimpurg und aus Horb am Main (heute im Israel Museum, Jerusalem). Die Holzvertäfelung der Unterlimpurger Synagoge, die zu den bedeutendsten Judaika in Deutschland zählt, kam 1906 durch die Vermittlung des jüdischen Lehrers Nathan Hähnlein an den Historischen Verein. Im Museum sind die komplette Decke sowie drei Wände des Betraums rekonstruiert; außerdem hat sich der Thoraschrein erhalten.
Zur Vertiefung des Themas stehen im Ausstellungsraum verschiedene visuelle Medien und Fachliteratur zur Verfügung.
Der Käshof aus Stimpfach-Weipertshofen
Hohenloher Freilandmuseum
74523 Schwäbisch Hall-Wackershofen
Träger der Einrichtung/Verwaltungsadresse:
Hohenloher Freilandmuseum e.V.
Postfach 10 01 80
74501 Schwäbisch Hall
Tel.: 0791/97101-0
Fax: 0791/97101-40
Öffnungszeiten:
Ab Mitte März.
Im April und Oktober dienstags bis sonntags 10-17 Uhr, von Mai bis September dienstags bis sonntags 9-18 Uhr; an Feiertagen sowie von Juni bis August auch montags.
Führungen nach telefonischer Anmeldung.
Eintrittskarte ins Hohenloher Freilandmuseum ist erforderlich.
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Im Hohenloher Freilandmuseum sind etwa 60 historische Gebäude aus dem fränkischen Württemberg zu sehen. Der über 400 Jahre alte Käshof wurde im Sommer 2001 eröffnet. Er stand ursprünglich im Weiler Käsbach bei Weipertshofen südlich von Crailsheim und wurde 1991 vom Museum abgebaut. Bei den Recherchen zur Hausgeschichte stellte sich heraus, dass im Winter 1944/45 ein jüdischer Mann und seine "halbjüdische" Tochter aus Augsburg sowie ein Deserteur der Wehrmacht dort untergekommen waren. Das Verhalten der Bewohner des Käshofs zeigt, dass eine zurückgezogene Existenz und der Mut zur Eigenwilligkeit unter dem nationalsozialistischen Regime dazu beitragen konnten, Menschenleben zu retten. Das Museum hat das Haus am neuen Standort in den Zustand von etwa 1940 versetzt. Eine Ausstellung erinnert an die Verfolgung jüdisch-christlicher "Mischfamilien" und erzählt von den beteiligten Personen. Stellvertretend für viele Dörfer wird die Situation in Weipertshofen während des Nationalsozialismus geschildert. In den einzelnen Räumen sind die dramatischen Geschehnisse auf dem Käshof während der letzten Wochen des "Dritten Reiches" dargestellt.
Publikation:
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Willi Bruchhausen
Ilse Rosenfelder
Max Rosenfelder |