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Kontaktadressen: Kreisarchiv Schwäbisch Hall Dr. Hans P. Müller Münzstraße 1 74523 Schwäbisch Hall Tel.: 0791/755-398 Fax: 0791/755-362
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Stadtarchiv Crailsheim Folker Förtsch Schloßplatz 1 74564 Crailsheim Tel.: 07951/2799059 Fax: 07951/403-159
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Bei der Arbeitsgemeinschaft der Gedenkstätten, Museen und Archive handelt es sich um den Zusammenschluss der öffentlichen Einrichtungen und privaten Vereine im Landkreis Schwäbisch Hall, die sich mit der jüdischen Geschichte und der Geschichte des Nationalsozialismus in der Region in besonderer Weise beschäftigen.
Ziel der Arbeitsgemeinschaft ist eine Zusammenarbeit in den Bereichen Öffentlichkeitsarbeit, eine bessere Vernetzung des Informationsaustausches unter den beteiligten Einrichtungen und die Realisierung gemeinsamer Projekte, die sich insbesondere an Schulen richten sollen.
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Vertäfelung der Unterlimpurger Synagoge im Hällisch-Fränkischen Museum (Foto: Kern)
Rathaus Hall, ca. 1935
Sederteller im Stadtmuseum Crailsheim (Foto: Roland Bauer)
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Seit den 1980er Jahren entstanden im Landkreis Schwäbisch Hall an mehreren Orten Gedenkstätten - nicht selten gegen heftigen Widerstand. Sie halten das Gedenken wach an Menschen, die unter der nationalsozialistischen Herrschaft entrechtet und gedemütigt und aus politischen, rassischen, religiösen oder weltanschaulichen Gründen ermordet wurden. Sie erinnern aber auch an ermutigende Beispiele von Verweigerung und Widerstand.

Im Mittelpunkt der Gedenkstätten steht der historische Ort. Aus seiner Authentizität ziehen die Gedenkstätten ihre Bedeutung und ihre pädagogische Überzeugungskraft. Sie ermöglichen die unmittelbare Auseinandersetzung mit zentralen Aspekten der NS-Herrschaft in einem lokalen beziehungsweise regionalen Bezugsrahmen.
Dem gerade für viele junge Menschen abstrakten Thema Nationalsozialismus verleihen Gedenkstätten als Lehr- und Lernorte konkreten, auf die eigene Heimat bezogenen Inhalt.
Die Errichtung der Gedenkstätten im Landkreis Schwäbisch Hall geht überwiegend auf die Initiative und auf den Einsatz engagierter Bürgerinnen und Bürger zurück. In ehrenamtlicher Arbeit sichern sie die Spuren oftmals verdrängter Vergangenheit, bemühen sich um die genaue Dokumentation des historischen Geschehens und erarbeiten pädagogische Konzepte für die Besucher. In Führungen, Vorträgen, Ausstellungen und Handreichungen vermitteln sie in unmittelbar anschaulicher Weise Geschichte und Geschichten.
Als Orte der Erinnerung und der historisch-politischen Bildungsarbeit sind Gedenkstätten wesentliche und unverzichtbare Einrichtungen der demokratischen Kultur unseres Landes.
Der Besuch der meisten Gedenkstätten ist kostenfrei.
Erinnerungsstätte "Männer von Brettheim", Gde. Rot am See
Gedenkstätte Friedhof "Ausländerkinder-Pflegestätte" Gantenwald, Gde. Bühlerzell
"Weiße Rose" - Scholl-Grimminger-Erinnerung in Crailsheim
Gedenkstätte ehemalige Synagoge Michelbach an der Lücke, Gde. Wallhausen
Gedenkstein für die Opfer der Euthanasie-Aktion, Schwäb. Hall
KZ-Gedenkstätte Schwäbisch Hall-Hessental
In den 1970er Jahren begann eine breite, bis heute andauernde gesellschaftliche Auseinandersetzung mit der Zeit des Nationalsozialismus, zu der auch Museen beitrugen und an der sie sich weiterhin mit Sammlungs- und Ausstellungstätigkeiten beteiligen.
Da in unserer Region sowohl über die Zeit des Nationalsozialismus als auch zur Geschichte der Juden nur wenige detaillierte Forschungen vorlagen, wurden Museen diesbezüglich wiederholt initiativ.

Sie präsentierten in den 1980er und 1990er Jahren erste Forschungs- ergebnisse in lokalbezogenen Sonderausstellungen, zu denen auch Publikationen erschienen: so über Frauenleben 1933-1945, zur nationalsozialistischen Kriegsvorbereitung und über den Zweiten Weltkrieg.
Mit diesen Vorhaben setzte eine gezielte Sammlungstätigkeit ein, die sich wegen der Tabuisierung der Zeit und der Beseitigung von belastendem Material in der Nachkriegszeit schwierig gestaltete. Auch das regionale Freilichtmuseum hat in den vergangenen Jahren begonnen, sich mit der nationalsozialistischen Vergangenheit auf dem Land zu beschäftigen. Heute ist das Thema in den hiesigen Museen zumeist in die Dauerausstellungen integriert, oder die Museen sind dabei, dies zu tun.
In den Ausstellungen zum Nationalsozialismus wurde und wird immer wieder auf die Verfolgung und Vernichtung der Juden eingegangen. Die Museen bemühen sich auch um die jüdische Geschichte vor dieser Zeit. Sie zeigen Objekte aus dem Alltagsleben von Juden, vor allem aber bedeutende, nur selten erhaltene Sachzeugen der jüdischen Religionsausübung.
Stadtmuseum im Spital Crailsheim
Sandel'sches Museum - Stadtmuseum Kirchberg/Jagst
Hällisch-Fränkisches Museum Schwäbisch Hall
Hohenloher Freilandmuseum Schwäbisch Hall-Wackershofen
Archive sind nach ihrem Selbstverständnis vor allem "Häuser der Geschichte", das heißt Quellenreservoire für Historiker und historisch Interessierte. Ihre Aufgaben sind gesetzlich vorgegeben: Sie übernehmen, verwahren, erschließen und erhalten das Schriftgut ihrer Behörden.
Forschungen zur Geschichte der Juden und des Nationalsozialismus im Kreisgebiet sollten zunächst in den Stadtarchiven Hall und Crailsheim beziehungsweise in den weltlichen und kirchlichen Gemeindearchiven beginnen. Für zentrale Angelegenheiten, mit denen die Ober- und später die Landratsämter befasst waren, müssen aber auch das Kreisarchiv und unter Umständen die Staatsarchive konsultiert werden. Dies kann bedeuten, dass Quellen zu einem Sachverhalt in verschiedenen Archiven - den Stadt- und Gemeindearchiven, dem Kreisarchiv, in einem Staatsarchiv sowie in einem örtlichen oder zentralen kirchlichen Archiv - zu finden sind.
In jedem Archiv gibt es Findbücher (Repertorien), die bestimmte Teile des Archivs erschließen. Archivteile (Bestände) enthalten die Überlieferung einzelner Behörden oder Ämter. Jede Archivnutzung muß also von der Frage ausgehen, welche Behörde oder welches Amt in einem bestimmten Sachbereich Entscheidungen zu treffen hatte. In einem zweiten Schritt sollten die Findbücher zu den vorhandenen Akten der entsprechenden Behörden und Ämtern durchgesehen werden. Erst der dritte Schritt führt zu den historischen Dokumenten selbst.
Archivarinnen und Archivare helfen Benutzern selbstverständlich gerne weiter, wenn es um die Klärung dieser oftmals schwierigen Fragen geht. Dazu gehört auch die Information über die archivischen Sammlungen, die mit unterschiedlichen Schwerpunkten von der (Präsenz-)Bibliothek mit alten Zeitungen bis zu Bildern und Plakaten reichen. Archivische Dienstleistungen sind, mit Ausnahme von Kopierkosten, im Regelfall kostenfrei.
Stadt- und Hospitalarchiv Schwäbisch Hall
Im heutigen Landkreis Schwäbisch Hall befinden sich jüdische Friedhöfe in den Gemeinden Braunsbach (errichtet 1738), Schwäbisch Hall-Steinbach (1809), Gerabronn-Dünsbach (1823), Wallhausen-Michelbach an der Lücke (1840) und Crailsheim (1841).