






Goldbacher Straße/Pamiersring gefährlichste Kreuzung im ganzen Landkreis
Die Kreuzung Goldbacher Straße/Pamiersring ist der größte Gefahrenpunkt im Landkreis. Darauf hat Oberbürgermeister Andreas Raab aufmerksam gemacht. Ein Mini-Kreisverkehr soll für Entschärfung sorgen.
Die Kreuzung war bei einer bereits im Oktober 2002 erfolgten Rundfahrt mit Gemeinderäten und Vertretern des „Kreisverkehrs“ in Sachen Öffentlicher Personennahverkehr als einer von mehreren Schwachpunkten aufgefallen. Allerdings diskutierte man damals noch über einen beheizbaren Spiegel oder eine Ampel. Die Lichtzeichenanlage aber wird auch von der Verwaltung abgelehnt, sie befürwortet vielmehr den Kreisverkehr, der als Provisorium gebaut werden soll. „Wir müssen ‘was tun“, betonte Oberbürgermeister Andreas Raab.
Baubürgermeister Herbert Holl teilte im Gemeinderat die Auffassung von UGL-Fraktionschef Nils Kaiser, dass der Öffentliche Personennahverkehr grundsätzlicher beleuchtet werden sollte und sicher „immer verbesserungsfähig“ sei, wies aber dessen Kritik zurück, seit der Rundfahrt sei „Weltbewegendes nicht passiert“. Die Verwaltung habe keineswegs „den Herrgott einen guten Mann“ sein lassen. Viele Verhandlungen bekomme der Gemeinderat aber gar nicht mit. Auch der SPD-Fraktionschef Manfred David machte deutlich, dass es einiges zu besprechen gäbe. Herbert Holl sagte im Ausschuss zu: „Wir gehen die Sache an.“
Kaiser hatte daran erinnert, dass es „eine Vielzahl von Vorschlägen“ zum ÖPNV gab, nachdem ein Institut den Busverkehr in Crailsheim untersucht hatte: „Wir waren schon mal weiter.“ Kaiser sieht in der Fahrplan- und Tarifgestaltung Möglichkeiten, mehr Fahrgäste zu gewinnen und er forderte auch, „die Zusammenarbeit mit dem örtlichen Busunternehmer verstärkt unter die Lupe zu nehmen“, zumal da in Bälde Entscheidungen anstehen. Der Unternehmer sei „viel zu wenig innovativ“. Hier müsse die Stadt aktiv werden. Die UGL wolle nicht die Bauverwaltung kritisieren, relativierte Peter Gansky die Kritik Kaisers, die UGL habe nur die Prioritäten hinterfragt. Aber dabei sei es, so Oberbürgermeister Raab, wichtig zu wissen, „wo die Bevölkerung die Prioritäten sieht“.
Viele Anregungen aus dem Protokoll der vor zwei Jahren erfolgten Rundfahrt sind bereits abgearbeitet. Offene Fragen gibt es laut Nils Kaiser und Eva Kuhr (SPD) im Bereich Lise-Meitner-Gymnasium/Realschule zur Flügelau/Haltestelle am Handelshof. Die Verwaltung behält die Entwicklung im Auge. Mit Procter und Gamble will Herbert Holl noch einmal sprechen, ob am Werk (wie von Friedrich Otterbach, CDU, angeregt) eine Haltestelle eingerichtet werden kann. Die Situation am Hallenbad sei nach einem Ortstermin auf Wunsch der Vertreter der Kreisverkehrsgesellschaft vorläufig unverändert belassen worden, erklärte Herbert Holl.
Der Neubau des zweiten Gymnasiums wird mit 7,814 Mio. vermutlich 316000 Euro günstiger. Doch für zusätzliche Ausgaben, etwa für die Sportanlagen, ist dennoch kein Geld vorhanden, sagt die Verwaltung.
Nicht zum ersten Mal waren die fehlenden Außensportanlagen beim Lise-Meitner-Gymnasium in den Ausschüssen und im Gemeinderat Thema von Anfragen. So erkundigten sich jüngst Nils Kaiser (UGL), Eva Kuhr (SPD) und Peter Gansky (UGL) danach. Unter anderem spielen die Buskosten, die entstehen, weil Schüler zum Leichtathletikunterricht gefahren werden, eine Rolle. Hintergrund der Fragen war jedesmal die Überlegung, dass dieses Geld auch zum vorgezogenen Bau der Sportanlagen verwendet werden könnte.
„Wir können das Fell nicht verteilen, bevor abgerechnet ist“, betonte dazu Baubürgermeister Herbert Holl im Bauausschuss. Eine Million Euro würden die Sportanlagen (ohne konkrete Kostenschätzung) kosten, erklärte er im Gemeinderat. Finanzbürgermeister Harald Rilk unterstrich, dass „von vornherein vorgesehen war“, die Sportanlagen abschnittsweise zu erstellen. In den Jahren bis 2007 sehe er dafür aber keine Möglichkeit angesichts der angespannten Finanzlage. Im übrigen werde der größte Teil der Schüler zu Sportaußenanlagen gefahren. In den Stadtteilen seien die Sportanlagen oft über viele Jahrzehnte entstanden, fügte Oberbürgermeister Raab auf den Einwand von Peter Gansky hinzu, in den umliegenden Orten seien Schule und Sportanlagen oft beieinander.
Dass die Fundamentierung des Gymnasiums viel teurer als erwartet wurde, lag am Untergrund, erklärte Herbert Holl dem AWV-Stadtrat Peter Bechtel. Nachgebote wegen gestiegener Stahlpreise seien nicht zu erwarten, betonte er gegenüber dem CDU-Stadtrat Friedrich Lober. Das sei nur bei vertraglicher Preisgleitklausel möglich.
Für den Bau eines Toilettenhäuschens erhält die Siedlergemeinschaft Sauerbrunnen einen einmaligen Zuschuss in Höhe von 1500 Euro. Die SPD hatte das Geld beantragt – „öffentlichkeitswirksam“, wie CDU-Fraktionschef Werner Gulden hinzufügte. Grundsätzlich wurden von allen Sprechern im Gemeinderat die zahlreichen Verdienste und ohne Kostenzuschuss der Stadt erbrachten Leistungen des Vereins anerkannt: „Die Siedler haben in den 20 Jahren kein Geld bekommen“, betonte Helga Hartleitner (SPD). Allerdings warnte Werner Gulden vor einem „gefährlichen Pflaster“, wenn gebaut werde und ein Antrag hinterher komme. Nils Kaiser (UGL) wertete mit dem Gedanken an den diskutierten Neubau von Toilettenanlagen auf dem Hauptfriedhof den Bau der Siedlergemeinschaft als Beispiel dafür, „wie man günstig zu Toilettenhäuschen kommen kann“. Das sei aber ein Anbau und kein Neubau gewesen, relativierte Werner Gulden.
Die Stadt hat für sechs Kindergartengruppen Zuschüsse im Rahmen des Projekts „Sprachförderung im Vorschulalter“ beantragt. Die Sprachförderung (mit 16800 Euro bezuschusst) läuft bis Juli 2005, erfuhr AWV-Stadtrat Jochen Lehner.
Kein Terrorrisiko
Der Gemeinderat hat beschlossen, das Risiko eines Terroranschlags nicht zu versichern. Bislang war Terrorgefahr im Rahmen der Feuerinventar- und Gebäudeversicherung unter „Absturz von Luftfahrzeugen“ abgedeckt. Nach dem Anschlag auf das World Trade Center im September 2001 nehmen die Versicherer die Gefahr als eigenen Punkt und gegen Mehrprämie in die Verträge auf.
Bauplätze reserviert
In Westgartshausen in Absprache mit dem Ortschaftsrat und im Nonnensee-Gebiet sind Bauplätze für den örtlichen Bedarf reserviert, bestätigte Baubürgermeister Herbert Holl dem AWV-Stadtrat Armin Augner. Der hielt solche Reservierungen allerdings für „betriebswirtschaftlichen Schwachsinn“, während der SPD-Stadtrat Helmut Hofmann diese Praxis verteidigte, weil dadurch vermieden werde, dass in den Ortsteilen Bauplatzwünsche nicht erfüllt werden können oder zusätzlicher Bedarf entsteht. Insgesamt seien im Stadtgebiet ausreichend Bauplätze vorhanden, betonte Holl.
Die Stadt kann die fürs nächste Jahr erwarteten Einnahmeausfälle in Höhe von 2,6 Millionen Euro nicht ausgleichen. Daher heißt es: Ausgaben weiter reduzieren.
Zu diesem Schluss kommt Rechnungsprüfer Christoph Jung. Mehreinnahmen sieht er nicht, und deshalb muss Crailsheim Prioritäten setzen. Jung denkt u.a. daran, Einrichtungen zusammenzulegen, um das Geld für die Unterhaltung des kommunalen Vermögens aufbringen zu können. Freiwillige Aufgaben können nur noch gewährt werden, wenn die Pflichtaufgaben in ausreichendem Umfang erfüllt sind. Außerdem muss der Abmangel kommunaler Einrichtungen, wo es geht, reduziert werden.
Fürs Rechnungsjahr 2003 verteilte er großes Lob an die Verwaltung. Crailsheim hat (anders als Hall) ohne Griff ins „Sparschwein“ im laufenden Haushalt die gesetzlich vorgeschriebene Summe von zwei Millionen Euro mehr als verdoppelt, mit der die Ausgaben im Vermögenshaushalt mitfinanziert und Schulden getilgt werden. Es wurde weniger fürs Personal ausgegeben und bei der Unterhaltung kommunalen Vermögens eingespart. „Insoweit bescheinigen wir der Finanzverwaltung eine solide Ausgabenwirtschaft.“ Allerdings gehe eine dauerhafte Einsparung beim Unterhalt des kommunalen Vermögens mit schleichendem Substanzverlust einher und belaste die künftigen Haushalte umso mehr. Christoph Jung lobte, dass statt der erlaubten fünf Millionen Euro neuer Kredite nur ein zinsverbilligtes Darlehen (2,5 Mio. Euro) aufgenommen wurde.