






Eine Verschiebung des Kanalbaus in Lohr lehnte die Mehrheit der Stadträte in den beiden Ausschüssen ab. Das Abwasser wird auf dem technisch einfachsten Weg zur Kläranlage geleitet.
In den Ausschüssen war die Diskussion aufgekommen, ob man die Abwassermaßnahme in Lohr nicht noch verschieben könnte. Baubürgermeister Herbert Holl argumentierte mit der gesetzlichen Verpflichtung und der Ungewissheit über die weitere Förderung. Lohr sei nur deshalb finanziell noch tragbar, weil die Stadt stellvertretend für jeden einzelnen zum Anschluss verpflichteten einen Einzelantrag ans Land stelle. Die Stadt selbst war aufgrund der neuen, wesentlich höheren Schwellenwerte für Abwasser- und Wasserkosten wie viele andere Städte von der Landesförderung ausgeschlossen worden. Wenn die Abwasserbeseitigung nicht geregelt ist, werden keine Baugenehmigungen mehr erteilt. So stehen als nächste Maßnahmen Schüttberg, Wollmershausen, Hagenhof und Erkenbrechtshausen auf der Agenda.
Das Rathaus hat viele Hausaufgaben
Zahlreiche Themen aus den Haushaltsberatungen werden bis zur Sommerpause abgearbeitet/Ergebnisse der Vorberatung im Bauausschuss
Es macht keinen Sinn, über eine Rangfolge von Wünschen – eine so genannte Prioritätenliste – zu sprechen: Die Stadt hat nichts zu verteilen. Das bestätigte sich in den Beratungen des Haushaltsbuches 2005.
Gleichzeitig aber einigten sich die Verwaltungsspitze und die Mitglieder in den Ausschüssen des Gemeinderates auf eine Themenliste, die bis zur Sommerpause abgearbeitet wird. Zur Vorbereitung sind ordentlich viele Hausaufgaben im Rathaus zu erledigen.
Beleuchtung im Licht der Gesamtschau
Müssen Rathaus, Johanneskirche und Spital nachts beleuchtet sein? Wie hell bzw. dunkel wird es künftig im nächtlichen Crailsheim sein?
Diese Fragen werden im Licht einer Gesamtbetrachtung beantwortet, die übereinstimmend von den CDU- und SPD-Fraktionsvorsitzenden Werner Gulden und Manfred David sowie Oberbürgemeister Andreas Raab angestrebt wird. Darauf einigte sich der Bauausschuss nach kurzer Diskussion.
Die Verwaltung hatte vorgerechnet, dass 580 Euro pro Jahr gespart würden, wenn das Rathaus, das Spital und die Stadtkirche nach 24 Uhr unbeleuchtet blieben. Diese Abschaltung sei sicherlich ein kleiner Betrag, habe aber Symbolkraft. Zwar summierten sich solche Beträge auch, meinte Manfred David, der SPD seien aber die 500 Euro im laufenden Restjahr „doch etwas zu popelig“. Das müsse im Rahmen einer Gesamtbetrachtung entschieden werden. Das sah auch Werner Gulden so: „An 500 Euro hängen wir uns nicht auf. Aber wenn wir alles abschalten und die drei Gebäude erscheinen hell, dann sieht das schon etwas komisch aus.“
Bereits vor zwei Jahren hatte die Verwaltung vorgerechnet, dass durch vierstündige Abschaltung sämtlicher Lampen in den Ortsteilen 9000 Euro gespart werden. Aber die getrennte Schaltung der Beleuchtung in Nebenstraßen von Stadtteilen und Wohngebieten zieht „nicht unerhebliche“ Umrüstungskosten nach sich. Die Durchgangsstraßen müssten in jedem Fall beleuchtet bleiben.
Die CDU hatte die Beleuchtung der wichtigsten Bauwerke der Innenstadt thematisiert, um eine Diskussion über die Kosten der Straßenbeleuchtung insgesamt anzustoßen. Diese Straßenbeleuchtung müsse auch unter dem Aspekt der Kriminalprävention eingeordnet werden, sagte der CDU-Fraktionsvorsitzende Werner Gulden gegenüber dem Stadtblatt. Armin Augner (AWV) meinte im Bauausschuss, die Beleuchtung der Kirche sei ohnehin nicht Sache der Stadt. Baubürgermeister Herbert Holl verwies auf das Gesamterscheinungsbild der Stadt: Auch darauf „müssen wir Wert legen.“