Crailsheim Große Kreisstadt

Im Vergleich der Beste

In der Gesamtbewertung erreichte der Hebel/Fuchs-Entwurf die höchste Punktzahl.

Bietergemeinschaft Hebel/Fuchs baut auch Kindergarten Lerchenstraße


Es ist nicht der schönste, aber der vergleichsweise günstigste hinsichtlich Bau- kosten und im Betrieb. Deshalb lag der Kindergarten der Bietergemeinschaft Hebel/Fuchs unter acht Entwürfen in Front.


Der Gemeinderat gab grünes Licht für den Bau des viergruppigen Kindergartens an der Lerchenstraße. Der Bau wird aus dem Konjunkturpaket II des Bundes mit 510000 Euro gefördert, und er muss bis 31. August 2011 fertig sein.
Mit 1,178 Mio. Euro ist der Hebel-Entwurf der zweitgün­s­tigste. Auch für die gestalterische Qualität und die Wirtschaftlichkeit gab es die zweithöchste Punktzahl. Im laufenden Betrieb soll er unter allen Entwürfen am günstigsten sein, erklärte Baubürgermeister Herbert Holl. Der Entwurf mit der höchsten Wirtschaftlichkeit und den geringsten Baukosten zeigt deutliche Gestaltungsschwä­chen. Die beiden schönsten Entwürfe haben Abschläge in puncto Wirtschaftlichkeit sowie Betriebs-/Unterhaltungskosten. Allerdings wird über die Zufahrt und die Parkplätze noch im Gemeinderat zu sprechen sein, erklärte Baubürgermeister Holl dem AWV-Sprecher Peter Bechtel, der bedauerte, dass der gestalterisch beste Entwurf wegen der Kosten ausscheide.
„Wir können uns nicht entsinnen, dass der Gemeinderat die Vergabe an einen Generalunternehmen beschlossen hat”, betonte der SPD-Fraktionschef Manfred David. „Das war uns auch nicht klar”, fügte der CDU-Frak­tions­vorsitzende Gerhard Neid­lein hinzu, und auch der AWV-Stadtrat Rolf Klunker fragte nach der Legitima­tions­grund­lage. David meinte, bei Generalunternehmern kämen die heimischen Handwerker oft nicht zum Zug.


Er habe immer wieder und speziell bei den Etatberatungen 2009 darauf hingewiesen, dass das beim Bau des Kindergartens Safarihaus (ebenfalls von Hebel/Fuchs gebaut), bewährte Verfahren gewählt werden, betonte dagegen Bürgermeister Holl. Für Einzelausschreibungen reiche die Zeit nicht mehr.
„Andere Stadtteile warten auch auf einen Kindergarten”, betonte Jutta Dickmann-Kempf (UGL). Sie riet, den mit 994000 Euro billigsten Entwurf zu bauen. Die 180000 Euro Differenz seien schon ein Viertel der Kosten des nächs­ten Kindergartens. Gestalterische Schwächen könne man ja noch ändern. Bürgermeister Holl berief sich auf die Gesamtbewertung. Im Übrigen seien 1,7 Mio. Euro inklusive Außenanlagen und Zufahrt im Etat 2009 finanziert, betonten Bürgermeister Harald Rilk und CDU-Fraktionschef Gerhard Neidlein.         

 

        

Die Rathausspitze

Foto: Siewert

Die Rathausspitze ist wieder komplett. Am letzten Donnerstag leitete Oberbürgermeister Rudolf Michl, tatkräftig unterstützt von Finanz- und Schulbürgermeister Harald Rilk (rechts) und Baubürgermeister Herbert Holl (links) erstmals die Gemeinderatssitzung. Schlag auf Schlag geht es für Rudolf Michl diese Woche weiter: gestern Premiere beim Stadtfeiertagsempfang und am Freitag dann öffentliche Amtseinsetzung.

 

 

 

 

 

Breite Mehrheit für ARP-Entwurf

Der Siegerentwurf, der realisiert wird, fügt sich städtebaulich gut ein und lässt für die Bushaltestelle an der Karlstraße viel Platz. Foto: Siewert

Jetzt läuft Vorbereitung zur Realisierung des Verwaltungsneubaus an / Nur enttäuschter Stadtrat Augner stimmt dagegen


Fünf Millionen Euro: mehr Geld hat die Stadt nicht, um ein ebenso attraktives wie wirtschaftliches Ersatzgebäude für den maroden Verwaltungsbau an der Karlstraße in Auftrag zu geben.


Da auch die städtebaulichen Vorgaben und das Anforderungsprofil beim Sieger­entwurf aus dem Realisierungswettbewerb (siehe Seite 7) stimmig umgesetzt sind, spricht nichts dagegen, mit dem Stuttgarter Architekturbüro ARP in Vertragsverhandlungen zu treten. Bau­bürgermeister Herbert Holl betonte im Gemeinderat, dass die Stadt damit ein ebenso zeitgemäßes wie zeitloses Gebäude erhalte. Es gab nur eine Gegenstimme (Armin Augner) und zwei Enthaltungen (von AWV-Stadträten, die verhindert waren, die Wettbewerbsentwürfe selbst zu begutachten).


„Für mich war nichts dabei, was ich erwartet habe”, gestand der SPD-Fraktionsvorsitzende Manfred David ein. Dennoch sei er mit dem Ergebnis des Architektenwettbewerbs zufrieden. Da die gewerbliche Nutzung noch „total offen sei, müsse man sich zügig dahinter klemmen.” Der CDU-Fraktionsvorsitzende Gerhard Neidlein schloss sich den Ausführungen Davids an. Er lobte die einvernehmliche Zusammenarbeit in der Jury.


„Ideenlos, langweilig, mutlos!” wetterte der AWV-Stadtrat Armin Augner „tief enttäuscht” gegen den Siegerentwurf. Das Gebäude sei einfach nur „quadratisch, praktisch, gut”. Davon gehe kein positives Signal für die Entwicklung der Innenstadt aus. Auch der UGL-Stadtrat Peter Gansky gab zu erkennen, dass er sich schwer tue. Das Gebäude sei „wirklich zeitlos: im Jahr 2010 vielleicht ein biss­chen zu zeitlos!” Gansky betonte, er stimme zu, weil mit dem Gebäude das 5-Mio.-Euro-Limit voll eingehalten werde, was auch der UGL-Frak­tionschef Wilfried Kraft als entscheidend sah: „Etwas Schöneres wäre teurer geworden.”


Baubürgermeister Herbert Holl meinte, ihm sei „zeitlos” lieber als eine schöne Blume, die ganz schnell wieder verwelkt”.


Der zu realisierende Bau mache auch in zehn Jahren noch einen positiven Eindruck, unterstrich Oberbürgermeister Rudolf Michl. Er lobte die Offenheit des Gebäudes, das einen exzellenten Zugang zum Marktplatz biete, und für die Bürger sei auch klar erkennbar, wo er die Fachbereiche finde.


Kein Verständnis zeigten die CDU-Stadträte Uwe Berger und Helmut Hasel für die negativen Stimmen. „Wir bauen ein Verwaltungsgebäude, das seine Funktion gut erfüllen muss”, betonte Berger in Übereinstimmung mit dem SPD-Stadtrat Günther Herz. Extravagante Architektur sei hier nicht angebracht, so Berger. Dennoch werde der Bau den Marktplatz „gewaltig aufwerten”. Jetzt müsse man noch über den Arkaden­bau reden, waren sich Herz und Holl einig.
Die Kosten der Sanierung des Altbaus sind im grünen Bereich, erfuhr der AWV-Fraktionschef Norbert Berg in der Fragestunde. Mehr als die Hälfte der Aufträge sind vergeben, erklärte Bürgermeister Holl. Einen Zwischenbericht sagte er für März zu. ks

 

 

Bald 41 neue Kleingärten

Die alten Zeiten sind bald vorbei: Die in Jahrzehnten gewachsenen Kleingärten südlich der Burgbergstraße werden einer neuen Gartenanlage mit 41 Parzellen weichen. Foto: Siewert

Der Gemeinderat vergab die Bauarbeiten für die Neuanlagen am Fliegerhorst


Rund 207 000 Euro gibt die Stadt für die Neuanlage der Kleingartenanlage und die Bepflanzung zweier Regenrückhaltebiotope im Fliegerhorst. Der Gemeinderat hat den Auftrag vergeben.

 

Die alte Kleingartenanlage, die über viele Jahrzehnte von den Benutzern mehr oder weniger frei gestaltet wurde,
kommt unter die Baggerschaufeln. Eine neue Anlage mit 41 Parzellen entsteht in den nächsten Monaten. Die neuen Kleingärten haben eine Größe von 80 bzw. 90 Quadratmetern. Die Jahres pacht beträgt 50 Euro. Gleichzeitig werden die erheblichen Eingriffe, die beim Bau der beiden Regenrückhaltebecken Ost und West entstanden sind, ausgeglichen. Es entsteht durch die Neubepflanzung ein ansprechendes Biotop. Auf die Ausschreibung meldeten sich 15 Firmen. Der
Gemeinderat vergab an den günstigsten Bieter, die Firma Carl Rossaro aus Aalen zum Angebotspreis von 206 802 Euro (rund 153 000 Euro für die Gärten).

 

 

Sportförderung neu geregelt

Neubau-Zuschuss wird abgesenkt, mehr für Sanierungen


Die Stadt steuert bei der Sportförderung um: Künftig erhalten die Vereine für grundlegende Sanierungen der Sportanlagen höhere´Zuschüsse als für Neu- und Erweiterungsbauten.

 

Vier AWV-Stadträte waren mit dieser Neuregelung der Sportförderung nicht einverstanden: Sie wollten das Thema im Zusammenhang mit den Haushaltsanträgen entscheiden: „Wir wollen abschätzen können, ob wir das bezahlen können”, erklärte der AWV-Fraktionschef Norbert Berg zur Begründung eines Vertagungsantrages zu Beginn der Gemeinderatssitzung, der jedoch nur die Unterstützung der UGL fand. Finanz-, Sport- und Schulbürgermeister Harald Rilk begründete die Neuregelung: Die Stadt habe ein grundlegendes, nicht ganz uneigennütziges Interesse, dass Sportanlagen so lange wie möglich genutzt werden können. Deshalb sei die Erhöhung des Fördersatzes für Sanierungen von 50 auf 60 Prozent der zuschussfähigen Kosten gerechtfertigt. Bislang trug ein Verein bei Sanierungsmaßnahmen unter Berücksichtigung der 27-Prozent-Förderung durch den Landessportbund 23 Prozent selbst, bei Neubauten sind es 20 Prozent (30 Prozent WLSB, 50 Prozent städtischer Anteil). Künftig gibt es für Erhaltungsmaßnahmen an Sport-, Fitness-, Geräte-, Umkleide- und Schulungsräume sechs Prozent, für Sportplätze und Kleinspielfelder, Leichtathletik- und Reitsportanlagen 60 Prozent städtischen Zuschuss. Es sei besser, die Jugendlichen könnten bei den Vereinen auf guten Sportanlagen betreut werden. Schulsozialarbeit zu finanzieren, um Jugendliche wieder aufzufangen, sei viel teurer, argumentierte Harald Rilk. CDU-Stadtrat Klaus-Jürgen Mümmler unterstrich die ausgezeichnete Jugendarbeit der Vereine. Dafür bräuchten sie auch gute Einrichtungen. Die von der Stadt getragenen Unterhaltungskosten für Anlagen, die in einem guten Zustand sind, seien zudem geringer, fügte Rilk hinzu. Eine Erhöhung der Sportförderung für Sanierungen passe generell nicht in die gegenwärtige finanzielle Situation der Stadt, betonte Stadtrat Norbert Berg. Die Vereine, deren gute Arbeit er ausdrücklich würdigte, seien auch mit 50 Prozent schon sehr gut bezuschusst worden. Bürgermeister Rilk erklärte, dass etwa alle vier bis fünf Jahre ein Zuschussantrag für Sanierungskosten gestellt werde – und der UGL Fraktionsvorsitzende Winfried Kraft meinte im Blick auf einen zu entscheidenden Antrag des VfR Altenmünster, bei Mehrkosten von 2500 Euro aufgrund der Neuregelung müsse man die Stadt „nicht gleich am Rande des Abgrunds sehen”. Uwe Berger (CDU), betonte zudem, dass es keinen Automatis mus in der Förderung gebe: Sollte auf einmal mehrere Anträge kommen, könne man die Förderung auch auf mehrere Jahre verteilen. Im Rahmen der vorhandenen Mittel müssten alle gleich behandelt werden.

 

 

Zusatzspur ist in Sicht

Kreuzung am Ehrenfriedhof

 

Die katholische Kirchengemeinde St. Bonifatius ist bereit, von ihrem Gelände ein Stück zu verkaufen. Damit könnte eine Linksabbiege spur gebaut werden, aber kein Kreisverkehr.

 

Das erklärte Baubürgermeister Herbert Holl dem AWV-Stadtrat Armin Augner. UGL-Stadtrat Peter Gansky hatte dringend gebeten, die für die Fußgänger lebensgefährliche Situation am Ehrenfriedhof mit einem Rotsignal an der Ampel zu entschärfen. Der SPD-Fraktionsvorsitzende Manfred David wies darauf hin, dass seine Fraktion die Verkehrslage und die Probleme an der Schiller-/Ludwig-/Beuerlbacher Straße schon vor Monaten thematisiert habe. Daher sei es „in unserem Sinne”, wenn die katholische Kirche jetzt ein Stück ihres Grundstücks verkaufe. Mit einer Ampel lasse sich das Gesamtproblem der Kreuzung allerdings nicht lösen, meinte Stadtrat Herz (SPD).

 

 

Zuschuss für VfR

Der VfR Altenmünster erhält für die grundlegende Sanierung des Hauptspielfeldes nach den neuen Richtlinien 60 Prozent städtischen Zuschuss und für eine neue Flutlichtanlage 50 Prozent – maximal 45 300 Euro. EinStadtrat stimmte dagegen, vier enthielten sich.

 

 

Keine Hallengebühr

Die Stadt überlässt der Stadtkapelle in deren Jubiläumsjahr die Hallen kostenlos. Der finanzielle Vorteil für den Verein beträgt 1500 Euro. Der Beschluss erfolgte einstimmig.

 

 

Vergaben

Die Stadt will bei der Straßenbeleuchtung Energie sparen und erhält Geld vom Bund (Konjunkturprogramm II). Für 223 703 Euro erhielt die Fa. Kraft- und Lichtanlagen, Herzfelde, den Zuschlag. Sie führt auch die Tiefbauarbeiten für 53140 Euro aus.

 

 

Vorbildlicher Bauhof

Den Winterdienst erledigt der Baubetriebshof vorbildlich, unterstrich CDU-Stadtrat Uwe Berger und Oberbürgermeister Michl unterstrich diese Feststellung ausdrücklich. Berger fragte an, ob der Bauhof für ältere Bürger und Menschen, die Hilfe brauchen, solche Arbeiten nicht gegen Bezahlung übernehmen könne. Die Frage wird vertieft, sicherte Rudolf Michl zu.

 

 

Sauerbrunnen „buslos”

Der „hintere Teil” der Sauerbrunnensiedlung wird nicht mehr vom Bus angefahren, gab Stadträtin Helga Hartleitner (SPD) Klagen von Bürgern weiter. Das Problem sei bekannt, erklärte Bürgermeister Herbert Holl. Das Busunternehmen habe die Route geändert, weil die Straßen dort sehr eng und oft zugeparkt seien. Der Weg zur nächsten Bushaltestelle liege noch im 300 Meter-Radius. Er werde aber noch einmal mit dem Busunternehmen sprechen, sicherte Holl zu. 300 Meter seien „bei diesem Wetter und mit schweren Taschen” zu lang, meinte Helga Hartleitner.

 

 

Diskussion um Baumarkt

Empört zeigte sich der AWVStadtrat Armin Augner, dass ein für Crailsheim geplanter Baumarkt nach Hall zog, angeblich weil Crailsheim nur ein Grundstück anbot, das der Investor nicht haben wollte. Bürgermeister Holl erklärte dagegen, dass die Stadt extra für das angebotene und vom Investor gewünschte Grundstück ein Zielabweichungsverfahren in Gang gesetzt habe. Dann seien aber Notartermien mehrfach verschoben worden, „weil er selber nicht zu Potte kam”. Der Gemeinderat habe daher beschlossen, das Grundstück öffentlich auszuschreiben. Man bleibe beim Thema Baumarkt am Ball.

 

 

Abrollbehälter für Feuerwehr

Gemeinderat


Der Gemeinderat hat der Beschaffung eines Abrollbehälters Kran/Pritsche für die Feuerwehr zugestimmt. Den Zuschlag erhielt die Firma Josef Kurz, Stimpfach. Das Landratsamt hat einen Zuschuss in Höhe von 40 Prozent der Kosten (maximal 60 000 Euro) zugesagt.

 

 

Gutachter bestellt

Gemeinderat


Nach Ablauf der Amtszeit hat der Gemeinderat die Mitglieder des Gutachterausschusses neu bestellt und die Vorschläge für die Mitgliedsgemeinden der Verwaltungsgemeinschaft aktzeptiert. Aus der Stadt Crailsheim gehören dem Gutachterausschuss an: Gerhard Steiner (Vorsitzender), Norbert Präger (stellvertretender Vorsitzender, Geschäftsstelle), Andreas Aldag, Uwe Knöll, Peter Krauß (alle Vorgenannten Sachverständige und Gutachter), Gerhard Neidlein, Helmut Hassel, Klaus-Jürgen Mümmler, Helmut Hofman, Tobias Mietz und Rolf Klunker (alle Vorgenannten Gutachter). Die Verteilung der Sitze wurde nach dem d’Hondtschen Verfahren von den Fraktionen im Gemeinderat vorgenommen. Die Amtszeit beträgt vier Jahre. ks

 

 

Große Kreisstadt Crailsheim

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