
„Blech” und Schlaglöcher soweit das Auge reicht: Der Volksfestplatz könnte als Umfeld eines Stadthallenneubau aufgewertet werden. Foto: Siewert
Der Entwicklung der Innenstadt als der „guten Stube” Crailsheims misst der Stadtentwicklungsplan (STEP) einen hohen Stellenwert zu.
Nach den eher „trockenen” Auftaktkapiteln zur gravierenden Veränderung der Bevölkerungsstruktur, zur Wirtschaftsstruktur und zu den allgemeinen ökologischen Herausforderungen nimmt der Stadtentwicklungsplan in den Fachthemen Fahrt auf. „Crailsheim in der Region” sowie „Verwaltung und Finanzen” beleuchten noch einmal grundlegende Positionen. Doch mit dem Fachthema „Siedlung und Freiraum” ist der Einstieg in einen Bereich gegeben, der in der Bürgerbeteiligung breiten Raum einnahm. Hinter dem Leitsatz „Crailsheim zeigt seinen Charakter als moderne Stadt mit städtebaulicher Qualität”stehen Leitziele, die einerseits das Erscheinungsbild und die Aufenthaltsqualität beschreiben als auch die Innenstadt als Wohnquartier für alle Lebensalter im Blick hat. Es wird festgestellt, dass die Innenstadt als bei Senioren ebenso wie bei jungen Familien zunehmend beliebtes Wohnquartier weiterentwickelt werden soll. Es werden Chancen für generationenübergreifende Wohnprojekte gesehen. Ruhe und Parkraum als Ansprüche der hier lebenden Menschen müssen dabei mit den Wünschen der Kunden und Nutzer eines qualitätsvollen Einzelhandelsund Dienstleistungsschwerpunkts sowie Verwaltungszentrums unter einen Hut gebracht werden. Die privaten und öffentlichen Grünbereiche sowie Plätze müssen aufgewertet werden. Der Lammgarten wird explizit genannt. Außerdem müssen die Fuß- und Radwegeverbindungen besser vernetzt werden. „Die größten Entwicklungspotentiale zur Stärkung des Einzelhandels- und Dienstleistungszentrums bestehen u. a. im Bereich des Schlossareals”, wird mit Blick auf die landeseigenen Immobilien in der Innenstadt festgestellt. Untersuchungen und gegebenenfalls ein Wettbewerb sollen alternative Konzepte für Nutzungen (Einkauf/Kultur/Verwaltung, auch für Wohnen und Mischformen) im Schlossareal inklusive Gefängnis bringen. „Das Bahnareal spielt eine Schlüsselrolle für die Stadtentwicklung.” Zu denkbaren Nutzungen von freigegebenen Flächen, zu einem Bahnhofsneubau und zur Weiterführung des Fußgängertunnels liegen vom Gemeinderat beschlossene Konzepte und ein Bebauungsplan vor. Es wird für die Verlängerung des Bahntunnels mit einem Eigenanteil der Stadt in höhe von mehr als einer halben Million Euro gerechnet, für die Neuordnung des Bahnhofs und der Flächen am Alten Postweg werden eine Million Euro veranschlagt. Für die Gestaltung der Innenstadt sollen jährlich rund 30 000 Euro (Begrünung, Möblierung, Planungen) ausgegeben werden. Die Neugestaltung der südlichen Langen Straße wird mit 250 000 Euro und die zweite Zufahrt zum Parkhaus Grabenstraße mit ca. 200 000 Euro aufgeführt. „Der Volksfestplatz ist Identifikationsmerkmal, Festplatz, Veranstaltungsort und innerstädtischer Parkplatz”, wird festgestellt. Strukturelle und gestalterische Mängel müssen behoben werden. Die in den Planungswerkstätten geborene Idee einer mitten über den Platz führenden Allee ist eines der konkreten Vorhaben. Fußgänger und Radfahrersollen gesicherte Wege erhalten. Die Gesamtsanierung wird mit 4,5 Mio. (Eigenanteil 1,8 Mio) Euro angegeben. „Die Innenentwicklung wird aktiv vorangetrieben.” Dieser Leitsatz steht über dem Kapitel Wohnbau- und Gewerbeentwicklung. Von 1990 bis 2008 sind in Crailsheim 3500 Wohnungen neu gebaut worden (+ 32 Prozent); in den letzten Jahren hat sich der Wohnungsbau stark abgeschwächt. Man setzt in Crailsheim stark auf Nachverdichtung und die Schließung von Baulücken. Dabei engagiert sich die Stadt, indem sie strategisch bedeutsame Immobilien kauft und das Areal baureif macht. Es werden zudem kleine bedarfsgerechte Gebiete mit
attraktiven Bauplätzen als Arrondierung bestehender Infrastruktur entwickelt. Ein Wohnbauentwicklungskonzept bis 2025 liegt bereits vor. Zurzeit stehen 25 Hektar Gewerbeflächen zur Verfügung. Erschlossen werden der Gewerbepark Roßfeld (19,5 Hektar) und in absehbarer Zeit ds Gewerbegebiet Südost III (14 Hektar). Erschlossen werden außerdem Gewerbebrachen und ungenutzte Flächen für die Wirtschaft. Außerdem wird die Umwandlung der ehemaligen Militärflächen (Konversion) bis 2014 mit weiteren 12,9 Mio. Euro (Eigenanteil 3,5 Mio. Euro) zum Abschluss gebracht. Hier stehen noch 44 Einzelmaßnahmen (Erschließung, Ausgleichsflächen, Grünanlagen und Gebäudesanierungen) sowie die Vermarktung an. Dazu kommen die Kosten für den Sportplatz und die Freiflächengestaltung am Lise-Meitner-Gymnasium.