Stadtbiene

Großer Auftritt für kleine Bienenforscher

Schülerinnen und Schüler stehen mit Betreuern der Stadt und des Projekts zusammen
Die Schülerinnen und Schüler der 6. Klasse der Käthe-Kollwitz-Schule haben mit Rainer Prosi (hinten rechts) auf Brach- und Wiesenflächen im Stadtteil Fliegerhorst die vorkommenden Wildbienen- und Hummelarten untersucht.

Mit Fangnetzen bewaffnet, sammelten die Schülerinnen und Schüler der Käthe-Kollwitz-Schule im Rahmen des städtischen Projektes "Stadtbiene" auch in diesem Jahr wieder Bienen und Hummeln auf den Blühstreifen in der Stadt ein. Es wurde gezählt, bestimmt und auch das ein oder andere Mal gestochen. Die Forschungsergebnisse wurden am 23. November bei der Abschlussveranstaltung im Ratssaal präsentiert.

Schritt für Schritt, die Köpfe gesenkt, den Blick geschärft: Was in den kurzen Videoausschnitten, die die Sechstklässler der Käthe-Kollwitz-Schule (KKS) am Dienstag, 23. November, im Ratssaal gezeigt haben, ein bisschen wie die Suche nach der Nadel im Heuhaufen aussieht, hat tatsächlich einen ganz anderen Hintergrund. Nicht im Heuhaufen wird dort nämlich gesucht, sondern auf Wiesen- und Brachflächen im Stadtteil Fliegerhorst, und auch nicht die Nadel soll gefunden werden, sondern Bienen und Hummeln.

Worum es dabei geht? Um die sogenannte „Stadtbiene“, ein städtisches Projekt, dass bereits seit 2016 in Kooperation mit dem Naturschutzbund (Nabu), dem Jugendzentrum, der Volkshochschule, lokalen Imkern, engagierten Bürgerinnen und Bürgern und den Crailsheimer Schulklassen Jahr für Jahr fortgeführt wird. Und ebenjene, eingangs erwähnte Präsentation der Sechstklässler der KKS gab allen interessierten Besucherinnen und Besuchern auch bei der diesjährigen Abschlussveranstaltung im Rathaus wieder einen Einblick, was sich denn hinter dieser „Stadtbiene“ alles verbirgt. „Es freut mich sehr, dass das Interesse so groß ist und besonders, dass in diesem Jahr auch unsere Partnerstadt Pamiers mitgewirkt hat. Denn wir verfolgen dasselbe Ziel: Neue Lebensräume zu schaffen, das weltweite Artensterben aufzuhalten und öffentlich zu zeigen, wie einfach man zum Klima- und Umweltschutz beitragen kann“, sagte Sozial- & Baubürgermeister Jörg Steuler in seiner Begrüßung.

Hilfreiche Bestimmungskarten
Einen großen Teil des Projektes macht das Monitoring aus, welches die KKS-Schüler unter Anleitung von Wildbienenexperte Rainer Prosi auch 2021 im Auftrag der Stadt durchführten. „Und das ist gar nicht so einfach. Unter 485 Arten festzustellen, welche Bienen und Hummeln man nun schon gezählt hat und welche nicht, und diese dann auch noch zu bestimmen – eine schwierige Aufgabe“, sagte Rainer Prosi.  Der verregnete Sommer habe es nicht besser gemacht, dennoch seien den Schülern etliche Arten ins Netz gegangen, davon drei erstmals bei der Kartierung nachgewiesene Wildbienenarten und sechs Hummelarten. Apropos Hummeln: Hier konnten sich die Schüler an den Bestimmungskarten orientieren, die vom „Stadtbienen“-Team ausgegeben worden sind. Egal ob Steinhummel, Baumhummel, bunte oder veränderliche Hummel: Die Schüler bewiesen in ihren Vorträgen echtes Expertenwissen und konnten einiges zu den Nistplätzen, den Verhaltensweisen und auch zum Vorkommen der unterschiedlichen Arten erzählen.
Prosi selbst hat sich zusammen mit Volker Mauss dem Wildbienen-Monitoring auf der Fläche der Stadtwerke Crailsheim angenommen. Auf den rund 0,3 Hektar wurden seit 2019 80 verschiedene Arten nachgewiesen, darunter auch stark gefährdete Bienen.

Live aus Pamiers
Parallel dazu gab es in diesem Jahr auch ein Bienen-Projekt und einen „Tag der Stadtbiene“ in der französischen Partnerstadt Pamiers. Virtuell zugeschalten war Dominique Lafont, die von Mal- und Bastelaktionen, Theaterstücken, einem Bienengarten und Insektenhotels berichtete. Franziska Zumpfe vom Ressort Bauen & Verkehr gab schließlich noch einen Rückblick auf die bisherigen Erfolge und einen Ausblick darauf, was 2022 geplant ist. „Die Bestimmungskarten beispielsweise setzen wir fort, eventuell mit Schmetterlingen.“ Auch die Blumensamentüten und den Stadtbienenhonig wird es weiterhin geben, genauso wie die Kooperationen und Veranstaltungen. Zudem, so Zumpfe, sei sie sehr gespannt, was sich am neu bepflanzten Kreisverkehr in der Grundwegsiedlung und in der Garten- und Spitalstraße tue.
Aktuell wird das Programm für 2022 erarbeitet. Fest steht beispielsweise bereits die Staudentauschbörse am Samstag, 30. April, vormittags auf dem Marktplatz.

(Erstellt am 02. Dezember 2021)