Grundwegsiedlung

Mehrfamilienhäuser können am Siedlungsrand entstehen

Übersichtsgrafik über Baugebiet
In drei Losen wurden die Grundstücke vergeben. 61 Prozent der geplanten Wohnungen werden dabei Sozialwohnungen sein.

Der Gemeinderat hat dem Verkauf der städtischen Grundstücke zum Bau von insgesamt vier Mehrfamilienhäusern zugestimmt. Von den 44 Wohnungen, die dabei entstehen, werden 27 als Sozialwohnungen ausgezeichnet.

Mit großer Mehrheit hat der Gemeinderat in seiner letzten Sitzung vor den Weihnachtsferien den Verkauf mehrerer städtischer Grundstücke im Baugebiet Grundwegsiedlung beschlossen. Insgesamt gingen auf die drei Lostöpfe 24 Angebote von 16 Bietern ein, welche durch die Verwaltung anhand einer durch den Rat beschlossenen Bewertungsmatrix geprüft wurden. Grundvoraussetzung war dabei neben der Einhaltung des Bebauungsplans, dass die Angebote die Schaffung einer bestimmten Anzahl von Sozialmietwohnungen sowie die Abgabe eines Mindestgebotes vorsahen.

Drei Lostöpfe für drei Grundstücke
Für Los 1, dass eine Fläche von 784 Quadratmeter umfasst, erhielt die Crailsheimer Firma HS Bau GmbH den Zuschlag. Das Unternehmen möchte auf der Fläche insgesamt neun Wohneinheiten errichten, die allesamt den Kriterien des sozialen Wohnungsbaus entsprechen und zwischen 62 und 75 Quadratmeter groß sind. Bei Los 2, 934 Quadratmeter groß, kann die Firma Care Living Immobilien GmbH, ebenfalls aus Crailsheim, tätig werden. Insgesamt sollen hier elf Wohneinheiten entstehen, wovon sechs Sozialwohnungen sein werden, die zwischen 47,2 und 64 Quadratmeter groß sind. Die Belegungsbindung wird bei Los 1 und 2 15 Jahre betragen, die notwendigen Stellplätze werden durch eine Tiefgarage realisiert.
Deutlich größer war das Grundstück im Lostopf 3 mit einer Fläche von 2.259 Quadratmetern, auf denen zwei Baukörper verwirklicht werden sollen. Das überzeugendste Angebot hatte hier die Harsch Bau Immobilien GmbH aus Ilshofen, die den Bau von insgesamt 24 Wohnungen plant, wovon die Hälfte Sozialwohnungen mit einer Belegungsbindung von 25 Jahren werden sollen. Jede Wohnung wird dabei 81 Quadratmeter groß sein. Die Parkplätze befinden sich in der Tiefgarage.

27 von 44 Wohnungen erfüllen soziale Kriterien
Insgesamt werden somit 61 Prozent aller neuen Wohnungen die Kriterien des sozialen Wohnungsbaus erfüllen. Neun Wohnungen haben dabei eine Größe von 46 bis 65 Quadratmeter, 18 Wohnungen zwischen 66 und 90 Quadratmetern. Die Stadt rechnet mit einem Verkaufserlös von 893.334 Euro. Da bei den Losen 1 und 2 dabei höhere Angebote eingegangen sind, als der Mindestpreis vorsah, soll der Mehrerlös von 78.844 Euro zweckgebunden für den weiteren sozialen Wohnungsbau in der Stadt eingesetzt werden.

Verwirrung über Beteiligung der Fraktionen
Im Gemeinderat kam der Vorschlag der Verwaltung gut an. Sebastian Karg (Grüne) lobte, dass die Vergabekriterien funktionieren würden und freute sich über den hohen Anteil an Sozialwohnungen. Auch die SPD signalisierte ihre Zustimmung. Lukas Köberle von der CDU merkte an, dass bei den Losen 1 und 2, bei denen es sich zwar um zwei verschiedene Bauunternehmen aber den teils gleichen Geschäftsführern handelt, darauf geachtet werden sollte, dass eine einheitliche Optik bei den benachbarten Häusern umgesetzt wird.
Klaus Wüst (AWV) wunderte sich, dass der Gemeinderat nicht in die Vergabe miteinbezogen worden war: „Im Mai hatten wir beantragt, dass die Verwaltung das Interesse bei den Fraktionen abfragen soll, ob diese bei der Entscheidung mitwirken möchten.“ Mona Schneider vom Ressort Bauen & Verkehr erwiderte, dass dies erfolgt sei und alle Stadträtinnen und Stadträte angeschrieben wurden. Peter Gansky von der BLC unterstützte dabei die Verwaltung: „Wir wurden informiert und waren als einzige auch da, was sowohl uns als auch Herrn Markus von der Stadtentwicklung verwunderte. Die Vergabe verlief sachlich, fair und interessant, auch wenn natürlich hier nur städtebauliche Kriterien betrachtet wurden und keine sozialen.“ Er lobte das Vorhaben der Firma Harsch Bau, freiwillig die Preisbindung bei den Sozialwohnungen auf 25 Jahre anzuheben und regte an, dass die anderen Unternehmen nachziehen sollten. Dank des großzügigen Schnitts sei eine Vermarktung auch nach der Zeit problemlos möglich.
 
Bei einer Enthaltung und einer Gegenstimme votierte eine breite Mehrheit des Rates für den Verkauf der Flächen.

(Erstellt am 11. Januar 2022)