Stadtmuseum

Sonderausstellung mit Museumsobjekten jüdischer Familien

Gießfass aus Ausstellung
Gießfass aus dem Besitz von Nathan Landauer.

Im Crailsheimer Stadtmuseum ist derzeit die Ausstellung "Angeeignet – Museumsobjekte jüdischer Familien" zu sehen. Die Ausstellung zeigt Objekte, die während des Nationalsozialismus unrechtmäßig in die Sammlung des Stadtmuseums gekommen sind. Sie rekonstruiert Verlust- und Aneignungsumstände, zeigt offene Fragen auf und beleuchtet das Handeln der Akteurinnen und Akteure sowie damalige Sammlungsinteressen.

Wie kommen Dinge ins Museum? Welche historischen und politischen Zusammenhänge stehen hinter den Sammlungen? Diese Fragen beschäftigen Museen und ihr Publikum zunehmend. Im Fokus der sogenannten Provenienzforschung stehen Objekte, die ihren ehemaligen Eigentümerinnen und Eigentümern geraubt oder auf andere Weise unrechtmäßig entzogen wurden: in der Zeit der NS-Diktatur oder in kolonialen Kontexten. Auch in der Sammlung des Stadtmuseums Crailsheim befinden sich rund 200 Objekte, die nach heutigem Verständnis auf inakzeptable Weise in die Sammlung gelangten. Sie wurden ihren Besitzerinnen und Besitzern in den Jahren 1933 bis 1945 abgepresst. Diese mussten ihre Familienstücke unter dem Druck der Verfolgung und der finanziellen Ausplünderung verkaufen. 
Mit dem Projekt ist die Hoffnung verbunden, die rechtmäßigen Eigentümerinnen und Eigentümer der heutigen Museumsobjekte, die Nachkommen der Verfolgten und Ermordeten, zu finden, um ihnen die Stücke zu übereignen. 

Info: Es gilt die 2G-Plus-Regel. Ein Test wird nicht benötigt, wenn Sie eine Auffrischungsimpfung erhalten haben oder die vollständige Impfung oder Genesung nicht länger als sechs Monate zurückliegt.

Aufgrund der aktuellen Situation sind leider noch keine öffentlichen Führungen durch die neue Sonderausstellung „Angeeignet“ möglich. Die Ausstellung wird bis zum 13. März 2022 im Stadtmuseum Crailsheim gezeigt.

(Erstellt am 07. Januar 2022)