Mobilitätswoche

Ganz im Zeichen der Nachhaltigkeit

Gruppenfoto vor Bäckerei
Bäckermeister Jörg Baier (v.l.), Klimaschutzmanager Jonas Rönnefarth und Sozial- & Baubürgermeister Jörg Steuler freuen sich auf die Aktionstage zur nachhaltigen Mobilität.

Die Stadtverwaltung plant in der Zeit vom 16. bis 24. September gleich mehrere Aktionen, bei denen die Werbetrommel für alternative Verkehrsmittel gerührt werden soll. Radfahrer werden für ihre umweltfreundliche Fortbewegung mit dem Pendlerfrühstück bzw. der Pendlerbrezel belohnt. Die Lange Straße wird indes für einen Tag zur autofreien Zone.

Eine Änderung in der Wahrnehmung von Verkehr sowie eine Verbesserung des Stadtbildes – darum geht es bei der Mobilitätswoche, die von der EU-Kommission schon seit vielen Jahren veranstaltet wird und an der sich die Stadt Crailsheim erstmalig beteiligt.

Ein Frühstück auf dem Weg zur Arbeit
In den kommenden Tagen geht es in der Horaffenstadt ganz um die nachhaltige Mobiltität. Für den mehrtätigen Zeitraum hat sich der Crailsheimer Klimaschutzmanager Jonas Rönnefarth verschiedene Aktionen überlegt. Im Fokus stehen dabei die Pendler, die sich über eine Belohnung freuen sollen, wenn sie das motorisierte Gefährt zuhause lassen und stattdessen aufs Zweirad umsatteln. An drei verschiedenen Orten im Stadtgebiet wird am Donnerstag, den 16. September, ein Team der Stadtverwaltung pünktlich zum Berufsverkehr auf die Fahrradfahrer warten und ihnen als Dank für die umweltfreundliche Fortbewegung ein „Pendlerfrühstück“ mit auf den Weg geben.

Eine Brezel für den Helm
Sogar eine ganze Woche wird die Aktion „Pendlerbrezel“ andauern. „Wer mit dem Helm bis 10 Uhr von Montag bis Freitag die Bäckerei betritt, bekommt dort kostenlos als Dank eine Brezel mit auf den Arbeitsweg“, erklärt Rönnefarth. Teilnehmen werden dabei die Bäckerei Baier, der LBV Bäcker sowie die Bäckerei Groß. Auch wenn es sich nur um kleinere Projekte handelt, möchte Rönnefarth mit diesen ein besseres Bewusstsein für das Fahrradfahren schaffen: „Crailsheim ist eine Stadt der kurzen Wege, bei denen das Fahrrad eigentlich ideal ist.“ Und dennoch, so Rönnefarth, sehe man noch immer viel zu selten insbesondere in der Innenstadt die Zweiräder.

Autofreier Tag
Ein Grund dafür dürfte dabei weiterhin in der mangelhaften Verkehrsstruktur für Zweiräder zu finden sein. Notwendige Fahrradstreifen auf der Wilhelm- oder Karlstraße findet der geneigte Beobachter keine, was immer wieder auch zu gefährlichen Situationen führt. Hier möchte die Stadt mit ihrem Verkehrskonzept Innenstadt, was unter anderem die Einrichtung einer Fußgängerzone in dem Bereich vorsieht, eine Stärkung des Fahrrades ermöglichen. Wie das Konzept genau aussehen könnte, darüber möchte die Stadt im Rahmen eines Bürgerforums diskutieren. Für Anregungen, Ideen oder auch Kritik wird sie jedoch auch bereits am 22. September zur Verfügung stehen.
Denn an diesem Aktionstag wird die Lange Straße in eine autofreie Zone umgewidmet. „Stattdessen können Einzelhändler die Parkflächen nutzen, um ihre Ware mehr auf der Straße anzubieten. Zudem werden wir zusätzliche Begrünungen und Sitzmöglichkeiten gemeinsam mit dem städtischen Baubetriebshof schaffen, um aufzuzeigen, was alles in der Innenstadt möglich wäre“, führt Rönnefarth fort. Wer mag, kann zudem einen Lastenrad-Parcours vor Ort absolvieren, um herauszufinden, ob es nicht auch mit dem Zweirad statt dem Auto zum Einkaufen gehen könnte. 

Ein Bewusstsein für Nachhaltigkeit soll geschaffen werden
„Es geht nicht darum, die Dominanz des Autos zu brechen, sondern die Aufenthaltsqualität zu steigern und den Verkehr zu verlagern“, so der Klimaschutzmanager. Und Jörg Steuler, Sozial- & Baubürgermeister, ergänzt: „Die Frage, die wir uns stellen müssen, ist, ob wir mit der Situation zufrieden sind, wie sie jetzt ist und wie sich unsere Stadt entwickeln soll.“ Mit Verboten könnte das jedoch nicht herbeigeführt werden, weswegen er sich auf die Gespräche mit Interessierten am Aktionstag und danach freut. Jörg Baier, Inhaber der gleichnamigen Bäckerei, bringt die Intention der Mobiltitätswoche auf den Punkt: „Der Wunsch nach Veränderung muss in den Köpfen der Menschen ankommen. Sie müssen auf das Rad umsteigen wollen und nicht von Verboten getrieben werden.“

(Erstellt am 15. September 2021)