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Stadt Crailsheim schließt Schulen und Kindertagesstätten bis zum 19. April

Der Koordinierungsstab der Stadtverwaltung Crailsheim hat nach der Veröffentlichung der entsprechenden Anordnung des baden-württembergischen Kultusministeriums in mehreren Sitzungen am Freitag Maßnahmen beschlossen. Sämtliche in städtischer Trägerschaft befindlichen Schulen und Kindertagesstätten werden von Dienstag, 17. März, bis zum Ende der Osterferien am 19. April geschlossen bleiben. Grund ist die weiterhin dynamische Ausbreitung des Coronavirus.
Darüber hinaus hat der Koordinierungsstab entschieden, dass sämtlicher Unterricht an den übrigen städtischen Bildungseinrichtungen ab Dienstag eingestellt wird. Davon sind auch alle Kurse an der Volkshochschule und der Musikschule betroffen. Das Jugendbüro sowie die Jugendräume bleiben ab dann geschlossen.

Zur besseren Verständlichkeit hat die Stadtverwaltung alle wichtigen Informationen im Rahmen eines FAQs zusammengestellt.

FAQ: Notbetreuung von Kindern ab dem 17. März
(Stand: 04.04.2020)

Antworten auf die am häufigsten gestellten Fragen bezüglich der Schließungen:

1. Warum werden Schulen und Kindertageseinrichtungen geschlossen? 

Die Entwicklung im Zusammenhang des Coronavirus hat sich den vergangenen Tagen deutlich beschleunigt und zugespitzt. Die getroffenen Maßnahmen dienen der Verlangsamung des Infektionsgeschehens und insbesondere dem Schutz von Menschen, die besonders gefährdet sind. Ziel der Kindergarten- und Schulschließungen ist es, Kontakte an den Einrichtungen, die zu Infektionen führen, für insgesamt fünf Wochen zu unterbinden. So soll erreicht werden, dass sich die Ausbreitung von Covid-19 verlangsamt. 

2.  Warum wird eine Schließung der Kindertageseinrichtungen und Schulen erst zum Dienstag und nicht schon montags umgesetzt?

Durch die Schließung am Dienstag, 17. März, erhalten die Schulen noch die Gelegenheit, einen möglichst geordneten Übergang in die unterrichtsfreie Zeit zu bewerkstelligen. Auch die Stadtverwaltung kann somit besser den Bedarf für eine Notbetreuung ermitteln und entsprechend situationsangepasst reagieren.

3. Welche Schulen und Kindertageseinrichtungen sind betroffen und wie lange bleiben diese geschlossen?

Die Schließung betrifft alle Schulen und Kindertageseinrichtungen in Crailsheim. Eine Aussetzung des Betriebs ist derzeit vom 17. März bis 19. April (Ende der Osterferien) vorgesehen. Aufgrund der sehr dynamischen Entwicklung ist heute (Stand: 14.03.2020) noch nicht absehbar, wie das Vorgehen danach sein wird.

4. Gibt es eine Betreuung für Kinder von berufstätigen Eltern? Welche Voraussetzungen müssen hierbei erfüllt sein?

Das Ziel aller jetzt getätigten Maßnahmen ist es, die Ausbreitung des Virus zu reduzieren und die notwendigen Versorgungsstrukturen für die Bevölkerung aufrechtzuerhalten. Hierzu ist es unabdingbar, dass alle Arbeitenden, die im Bereich der kritischen Infrastruktur (siehe Punkt 5) tätig sind, ihrem Beruf nachgehen können. Aus diesem Grund stellt die Stadt bis einschließlich zum 19. April eine Notbetreuung für Kindergartenkinder und Schüler der Klassen 1 bis 6 sicher.
Grundvoraussetzung für die Inanspruchnahme ist, dass beide Erziehungsberechtigte, im Fall von Alleinerziehenden der oder die Alleinerziehende, in Bereichen der kritischen Infrastruktur tätig sind. Arbeitet ein Erziehungsberechtigter im Bereich der kritischen Infrastruktur und ist der andere Erziehungsberichtigte aus schwerwiegenden  Gründen (z.B.: schwere Erkrankung) (siehe Punkt 6) nicht in der Lage die Betreuung zu übernehmen, kann nun ebenfalls die Notbetreuung durch die Stadt beansprucht werden. In diesem Fall ist eine Bescheinigung des behandelnden Arztes notwendig.

Um die Betreuung in Anspruch nehmen zu können, müssen die Eltern einen entsprechenden Nachweis ihrer beruflichen oder ehrenamtlichen Tätigkeit im kritischen Infrastrukturbereich durch eine Arbeitgeberbescheinigung oder Bestätigung ihres Bereitschaftsleiters vorlegen.

5. Was zählt zur kritischen Infrastruktur?

Zur kritischen Infrastruktur zählen insbesondere die gesamte Infrastruktur zur medizinischen und pflegerischen Versorgung einschließlich der zur Aufrechterhaltung dieser Versorgung notwendigen Unterstützungsbereiche, der Altenpflege und der ambulanten Pflegedienste. , die Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung einschließlich der nichtpolizeilichen Gefahrenabwehr (Feuerwehr, Notfall- und Rettungswesen, Katastrophenschutz),  die Sicherstellung der öffentlichen Infrastruktur (Telekommunikation, Energie, Wasser, Ernährung, ÖPNV, Entsorgung), Informationstechnik, Finanz- und Versicherungswesen, Transport, Verkehr, Rundfunk und Presse.

Zudem werden auch Beschäftigte der Betreiber bzw. Unternehmen für den ÖPNV und den Schienenpersonenverkehr sowie Beschäftigte der lokalen Busunternehmen, sofern sie im Linienverkehr eingesetzt werden, die Straßenbetriebe und Straßenmeistereien sowie das Bestattungswesen.

Regierung und Verwaltung, Parlament, Justizeinrichtungen, Justizvollzugs- und Abschiebungshaftvollzugseinrichtungen sowie notwendige Einrichtungen der öffentlichen Daseinsvorsorge, soweit Beschäftigte von ihrem Dienstherrn unabkömmlich gestellt werden.  Darüber hinaus hat die Stadtverwaltung Crailsheim bereits am 17. März entschieden, dass auch Ehrenamtliche, die sich im Bereich des Katastrophenschutzes (Feuerwehr, DRK, THW) aktiv engagieren, die Voraussetzungen für die Notbetreuung erfüllen. Letzteres wurde vom Land am 28. März nun ebenfalls umgesetzt. Zudem zählen nun auch Einheiten und Stellen der Bundeswehr, die mittelbar oder unmittelbar wegen der durch das Corona-Virus SARS-CoV-2 verursachten Epidemie im Einsatz sind, zur kritischen Infrastruktur.

Die ambulanten Einrichtungen und Dienste der Wohnungslosenhilfe, die Leistungen nach §§ 67 ff. des Zwölften Buchs Sozialgesetzbuch erbringen, sowie gemeindepsychiatrische und sozialpsychiatrische Einrichtungen und Dienste, die einem Versorgungsvertrag unterliegen, und ambulante Einrichtungen und Dienste der Drogen- und Suchtberatungsstellen, gehören jetzt auch zur kritischen Infrastruktur.

6. Was bedeutet “schwerwiegende Gründe“ bei weiteren Erziehungsberechtigten?

Wenn der Partner nicht in der kritischen Infrastruktur tätig ist und das Kind betreuen müsste, aber aus schwerwiegenden Gründen nicht kann, dann darf das Kind ebenfalls für die Notbetreuung angemeldet werden. Schwerwiegende Gründe liegen dann vor, wenn der Partner eine Person mit Behinderung zu Hause betreuen muss, selbst als Patient erkrankt ist, zur stationären Behandlung in einer Klinik oder Rehabilitationsmaßnahme ist, an einem anderen als dem Wohnort in Quarantäne ist oder nicht zurückreisen kann, für die Notbetreuung an einer Schule oder Kita eingesetzt ist. Bitte beachten Sie, dass die Aufzählung nicht abschließend ist. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an Margit Fuchs, Ressortleiterin Bildung & Wirtschaft, Telefon 07951 403-1214.

7. Können auch Eltern, die zwar in Crailsheim arbeiten, aber außerhalb wohnen, die Notbetreuung in Anspruch nehmen?

Das Angebot richtet sich an alle Kinder, die an einer städtischen Crailsheimer Kindertagesstätte oder Schule angemeldet sind. Sollten Eltern zwar in Crailsheim arbeiten, jedoch ihr Kind in einer anderen Kommune zur Schule beziehungsweise Kita schicken, so können sie auch nur die dortigen Notbetreuungsangebote nutzen.

8. Was ist mit den Kindern von Eltern, die in Bereichen ohne kritische Infrastruktur-Aufgaben tätig sind?

Diese Eltern werden gebeten, selbstständig eine Betreuung ihrer Kinder zu organisieren. Zugleich bittet die Stadtverwaltung alle Arbeitgeber, kulante Arbeitszeitregelungen zu finden oder, wo möglich, Home-Office einzurichten. Das Ziel der Schließungen ist es, soziale Kontaktpunkte zu minimieren und damit Ausbreitungsmöglichkeiten des Coronavirus zu reduzieren. Daher wäre eine erweiterte Notbetreuung über das hier zugesagte Maß für die Erreichung dieser Ziele kontraproduktiv.
Großeltern sollten nach Angaben des Kultusministeriums die Betreuung ihrer Enkelkinder in der jetzigen Situation jedoch nicht übernehmen, da ältere Personen nach allen vorliegenden Erkenntnissen eine besonders gefährdete Personengruppe darstellen.

9. Wie können Kinder der Eltern, die eine Notbetreuung in Anspruch nehmen können, hierfür angemeldet werden?

Eltern, die in der sog. kritischen Infrastruktur beschäftigt sind und eine Betreuung ihres Kindes benötigen, werden gebeten, sich mit der Ressortleiterin des Ressorts Bildung & Wirtschaft in Verbindung zu setzen, damit die Betreuung des Kindes organisiert werden kann. Die Kontaktdaten sind: Margit Fuchs Telefon 07951 403-1214.

10. Wo befindet sich die Notbetreuung und wie viele Stunden steht diese täglich zur Verfügung?

Die Stadt Crailsheim hat eine Notbetreuung für Schüler ab dem 17. März in der Grundschule Altenmünster (Schulplatz 3) eingerichtet. Kinder aus Krippen und Kindergärten werden im Kindergarten Sonnenschein (Martha-McCarthy-Straße 13, Roßfeld), Sternentaler (Taxisstraße 3, Roßfeld), Kleeblatt (Schulplatz 3, Altenmünster), Traumkiste (Ingersheimer Hauptstraße 50, Ingersheim) und Hirtenwiesen (Kurt-Schneider-Straße 4, Hirtenwiese) betreut. Von 7.00 bis 17.00 Uhr findet hier eine Betreuung statt.

Sollten weitere Standorte eingerichtet werden müssen, teilt die Stadtverwaltung das zum entsprechenden Zeitpunkt mit.

11. Wer betreut die Kinder?

Die Betreuung der Krippen- und Kindergartenkinder wird durch die Erzieher/innen der städtischen Kindertageseinrichtungen übernommen. Schüler/innen werden von Lehrer/innen  der Schulen in städtischer Trägerschaft betreut.

12. Wird es auch eine Verpflegung in der Notbetreuung geben?

Die Stadt bittet alle Eltern, ihren Kindern in der ersten Woche ausreichend Verpflegung mitzugeben. Ab der zweiten Betreuungswoche wird  über die Mittagszeit wieder eine zentrale Verpflegung erfolgen.

13. Werden die Kita-Gebühren aufgrund der Schließungen erstattet?

Die Stadtverwaltung Crailsheim hat am 26. März beschlossen, die Einziehung der Kindergarten- und Krippenbeiträge für den April auszusetzen, um Familien in der jetzigen Situation finanziell nicht zusätzlich zu belasten. Diese Entscheidung ist zunächst vorläufig. Hintergrund für den zunächst nur vorbehaltlichen Erlass sind zwei Gründe: Zum einen erhält Crailsheim als finanzschwache Kommune bis dato finanzielle Mittel aus dem Ausgleichsstock des Landes Baden-Württemberg. Die Verwaltung prüft derzeit, ob ihr finanzielle Nachteile entstehen könnten, wenn sie nun freiwillig auf Gelder, die sie eigentlich erheben müsste, verzichtet. Zum anderen verfolgt die Stadt das Ziel, wie alle anderen Kommunen auch, gemeinsam mit dem Land oder dem Bund eine einheitliche Lösung zu finden, dass der erlittene Verlust ersetzt wird. Die Verwaltung geht jedoch davon aus, dass die Stadt mit dem am 27. März beschlossenen Hilfsnetz der Landesregierung über 100 Millionen Euro die nun ausgesetzten Kosten vom Land ersetzt bekommt, womit die vorbehaltliche Entscheidung endgültig wäre. Hierüber werden die Eltern gesondert informiert.