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Geschichte - Die Horaffensage

Belagerung von Crailsheim 1380

Gegen Ende des 14. Jahrhunderts kam es zum Süddeutschen Städtekrieg gegen Fürsten und Adel. Das Ziel aller Städte war, »Freie und Reichsstadt« zu sein. Da eine Stadt gegen die Macht des Fürsten nichts ausrichten konnte, schlossen sich benachbarte Städte zu Bünden zusammen, um sich gegenseitig zu helfen.

In Franken kam es zum Kampf der verbündeten Städte Hall, Rothenburg und Dinkelsbühl gegen den Grafen von Hohenlohe, dem die Stadt Crailsheim Untertan war. In einem Fehdebrief war denen von Hohenlohe Rache für erlittene Unbill vom Städtebund angedroht worden. Hohenlohe achtete der Drohung nicht, und so zogen die verbündeten Haufen vor die Stadt Crailsheim, um sie zu belagern, auszuhungern und dann sturmreif zu machen.

Aus dieser Zeit ist uns zwar kein Heldenlied, aber eine hübsche Historie überliefert:

Als nach dreimonatiger Belagerung der Sturm auf die Mauer begann, sammelten die Frauen in höchster Not das letzte Mehl, buken davon Horaffen - das sind Hörnchen von besonderer althergebrachter Form ("Hornoffen") - und warfen sie den Feinden zu. Die Frau des Bürgermeisters bestieg mutig die Mauer und ließ ihren üppigen »Blanken« dem unten stehenden Kriegsvolk ins Gesicht scheinen. Durch den Anblick von soviel Fülle an Brot und Speck erkannten die Belagerer die Aussichtslosigkeit der Aushungerung. Die Reichsstädte gaben daher den Kampf auf und zogen entmutigt ab.

Zur Erinnerung an diesen unblutigen Sieg wird alljährlich am Mittwoch vor Fastnacht ein Stadtfeiertag gehalten, an dem die traditionellen Horaffen an die Kinder verteilt werden.