Veranstaltungen
Städtische Nachrichten
Webcam

Berichte

"Die Neue stellt sich vor"

Chloe Bents aus der amerikanischen Partnerstadt Worthington (Minnesota) freut sich schon auf ihr Austauschjahr in Crailsheim. Foto: privat

Am 25. Juli landete Chloe Bents gemeinsam mit der Austauschschülerin 2017/2018 Lilo Herzig in Deutschland. Voller Neugier und Vorfreude blickt die 16-Jährige aus der amerikanischen Partnerstadt Worthington, Minnesota, ihrem einjährigen Aufenthalt in Crailsheim entgegen und ist gespannt, was auf sie zukommen wird.

Hallo Crailsheim,

mein Name ist Chloe McGinty Bents und ich wurde ausgewählt, für das Schuljahr 2018/2019 als Austauschschülerin aus Worthington nach Crailsheim zu kommen. Zu allererst möchte ich dem Crailsheim-Komitee und all den beteiligten Personen danken, die geholfen haben, dies möglich zu machen. Meinen späteren Gastfamilien möchte ich sagen, dass ich mich jetzt schon freue, euch zu treffen! Ich kann es nicht abwarten, Teil eurer Familie zu werden und bin so dankbar, dass ihr bereit seid, mich aufzunehmen.

Ich bin 16 Jahre alt und Schülerin im zweiten Jahr auf der Worthington High School. Ich wohne mit meiner Mama, die bereits in Rente gegangen ist; sie hat früher unser Familienunternehmen gemanagt. Ich bin die Jüngste von drei Mädchen. Meine älteste Schwester Claire ist als Lehrerin für Gesellschaftskunde und Geschichte an einer High School tätig. Meine mittlere Schwester Quinn ist in ihrem zweiten Studienjahr in Biologie auf dem College und möchte Tierärztin werden. Ich habe mein gesamtes Leben auf dem Land außerhalb von Rushmore gelebt. Mein Zuhause befindet sich zirka 15 Minuten westlich von Worthington.

Ich bin katholisch aufgewachsen und hoffe, eine katholische Kirche in Crailsheim zu finden, um die Messe besuchen zu können. Mein Glaube ist mir sehr wichtig, aber ich bin auch offen gegenüber anderen Religionen und akzeptiere diese. Ich wünsche mir, ebenfalls andere Kirchen in und um Crailsheim kennen zu lernen. Ich bin bereits durch die Vereinigten Staaten und nach Europa gereist und habe an einer Missionsreise nach Afrika teilgenommen. Ich lerne gerne etwas über andere Religionen, Politik, Kulturen und Traditionen, die sich von meiner unterscheiden.

Ich bin auch aktiv an der Worthington High School: Ich spiele Klarinette in der Band, bin Mitglied der Color Guard [Anm. d. Red.: mit den Majoretten zu vergleichen] – einem Teil der Marching Band, des Chors, spiele Cello im Orchester und bin Mitglied in anderen kleineren ähnlichen Gruppen. Ich bin sehr aktiv im musikalischen Bereich und hoffe, das während meiner Zeit in Deutschland fortzuführen; sei es in der Stadtkapelle oder in einem Orchester.

Ich bin auch als Schülersprecherin im Schüler-Rat tätig, der Ideen in die Schule einbringt und Aktivitäten für die Schüler plant. Im Herbst spiele ich Tennis und hoffe, auch in Deutschland Tennis zu spielen, aber ich bin auch offen, hier neue Sportarten auszuprobieren. Außerdem habe ich auch im Musical der High School mitgewirkt und bin Mitglied des Robotics Teams.

Ich bin Mitglied und Vize-Präsidentin des Okabena Bees 4-H Clubs, der Führungstätigkeiten lehrt und in der Freiwilligenarbeit der Gemeinde tätig ist. Durch meine Tätigkeit im Club habe ich bereits eine jahrelange Erfahrung darin, Reden vor einem Publikum zu halten.

Mein Lieblingsessen ist Eis und ich bin schon sehr gespannt auf das deutsche Eis! Beim Essen bin ich nicht sehr wählerisch und bin offen, typisch deutsche Gerichte zu probieren. Ich freue mich darauf, mehr über die deutsche Kultur und Familientradition zu erfahren.

Meine freie Zeit verbringe ich sehr gerne mit Freunden. Ich kann es kaum erwarten, neue Freunde zu finden und mit ihnen die Zeit n Crailsheim zu verbringen. Außerdem freue ich mich auf die Zeit mit meinen Gastfamilien und darauf, verschiedene Aktivitäten mit ihnen zu unternehmen. Ich bin bereit, in jeder Familienkonstellation zu leben. Ich habe keine Allergien und kann auch bei einer Familie mit Haustieren wohnen. Ich bin es gewohnt, daheim bei den Hausarbeiten zu helfen und bereit, diese auch in meiner Gastfamilie zu erledigen.

Ich bin sehr kontaktfreudig und knüpfe schnell Freundschaften. Ich habe Sinn für Humor und komme gut mit anderen Menschen aus. Ich kann es kaum erwarten, Crailsheim meine Heimat zu nennen, neue Dinge zu erleben, mit verschiedenen Gastfamilien zusammen zu leben und mehr über die deutsche Kultur zu erfahren.

Vielen Dank nochmal für die wunderbare und lebensverändernde Möglichkeit, ein Jahr in Crailsheim leben und zur Schule gehen zu dürfen. Ich bedanke mich bei den Komitee-Mitgliedern in Crailsheim und Worthington dafür, dass sie diesen wunderbaren Austausch der Freundschaft und des Friedens mit vollem Einsatz fortführen.

Viele Grüße,

Chloe Bents

"Danke aus tiefstem Herzen"

Grace mit allen Länderflaggen der Crailsheimer Partnerstädte. Foto: privat

Die Austauschschülerin aus der amerikanischen Partnerstadt Worthington, Minnesota (USA), Madalynne Grace Moody wird Anfang August wieder zurück in ihre Heimatstadt fliegen. Was sie alles in den letzten Monaten und im gesamten letzten Jahr erlebt und gelernt hat, berichtet sie in ihrem letzten Brief.

Es ist jetzt ein Jahr her, seitdem ich nach Deutschland gekommen bin und jetzt werde ich mich verabschieden. Letztes Jahr bin ich mit einer Gruppe von Leuten aus Worthington nach Crailsheim gekommen, um 70 Jahre Partnerschaft zu feiern. Das ist der Beginn eines Jahres voller Abenteuer und es hat mein Leben verändert und mir geholfen, zu wachsen. Ich habe hier in Crailsheim so viel gelernt und es wird sehr schwer für mich, mich zu verabschieden.

In den letzten Monaten, seitdem ich das letzte Mal geschrieben habe, war ich beschäftigt. In den USA wird der 1. Mai nicht wirklich gefeiert. Aber in Deutschland hat es mir sehr viel Spaß gemacht, die Maibäume zu sehen und ich hatte viel Spaß mit meinen Freunden, als wir zusammen den ersten Mai verbrachten. Ich hatte auch die Möglichkeit, auf der Jagst Kanufahren zu gehen. Wir starteten in Steinbach und fuhren mit den Kanus nach Crailsheim. Es war ein wunderschöner Tag und sehr lustig! Ein weiterer Höhepunkt war, als ich nach Schwäbisch Hall ging, wo ich auf den Stufen der großen Kirche ein Musical sehen konnte. Es war ein sehr gutes Musical und erstaunlich zu sehen, wie die Schauspieler auf den engen Stufen agierten! Ich durfte zum ersten Mal auch ein Pferd reiten. Ich wurde zuerst mit dem Pferd herumgeführt, aber dann konnte ich es in der Scheune selbst ausprobieren. Es hat sehr viel Spaß gemacht und ich habe es sehr genossen.

Die Schule geht hier in Crailsheim länger und während meine Freunde zu Hause eine Sommerpause hatten, bin ich immer noch zur Schule gegangen, aber es ist nicht schlimm. Ich habe die Abi-Streiche wirklich genossen. Hier schrieben sie auf alle Gesichter der Schüler. Sie machten auch kleine Spiele mit den Lehrern und es war ein kühler Tag ohne Unterricht und anders als zu Hause! Ich hatte auch die Möglichkeit, mit meiner Klasse eine Exkursion zu machen. Wir sind bowlen gegangen und es hat Spaß gemacht, einfach Spaß mit meiner Klasse zu haben. Ich habe auch beim Abiball geholfen. Es ist wie eine Mischung aus zwei Dingen zu Hause: Prom, wo wir uns für eine Nacht verkleiden und tanzen, und Graduation, wo wir unser Abschlusszeugnis am Ende des Jahres erhalten. Es war sehr interessant zu sehen, wie es hier gemacht wird. Ich mochte es sehr!

In Crailsheim war vor kurzem das Kulturwochenende. Ich war letztes Jahr auch hier mit der Worthington-Gruppe. Dies war ein Wochenende voller kultureller Feiern und Essen und vielen coolen Acts und Konzerten. Es hat viel geregnet, aber ich habe es trotzdem genossen. Das Essen war köstlich und die Auftritte der Künstler waren großartig. Ich wurde zu einem Konzert des polnischen Bürgermeisters Janusz Rosłan aus Crailsheims polnischer Partnerstadt Biłgoraj eingeladen. Er spielte sehr schön und es war eine schöne Art, das Wochenende zu beginnen. Meine Lieblingskonzerte vom Wochenende waren eine polnische Bassistin namens Kinga Głyk und eine A-Cappella-Gruppe aus New York namens Naturally 7. Es war ein fantastisches Wochenende voller Spaß und toller Musik!

Ich habe noch ein paar Wochen, bis ich mit der neuen Austauschschülerin Liss Marie Huß zurück in die USA fliege. Diese letzten paar Wochen werden mit vielen erstaunlichen Leuten, die ich in Crailsheim getroffen habe, von Lehrern bis hin zu meinen Freunden, die ich auf den Abschied vorbereiten werde, traurig sein. Ich bin sehr aufgeregt, nach Hause zu meiner Familie und Freunden dort zurückzukehren, aber ich weiß bereits, dass ich ein bisschen Heimweh nach Crailsheim haben werde, wenn ich gehe. Ich könnte nicht dankbarer für diese großartige Gelegenheit und erstaunliche Erfahrung sein. Diese Partnerstadtbeziehung ist wirklich etwas Erstaunliches und Einzigartiges. Ich bin so glücklich, dass ich dabei sein und mein Zuhause in einer Stadt repräsentieren kann, in der ich auch zuhause bin. Aber das ist noch lange kein Abschied. Ich hoffe, Crailsheim bald zu besuchen, wenn ich die Chance habe.

Also werde ich meinen letzten Brief als Austauschschülerin von Worthington schließen, indem ich allen danken werde, die Teil meines Jahres waren und besonders denen, die mir in meinem Jahr geholfen haben. Dieses Jahr hat mir geholfen, als eine Person zu wachsen, und hat viele schöne Erinnerungen hinterlassen, auf die ich zurückblicken kann.

Danke aus tiefstem Herzen und auf Wiedersehen,

Grace

 

"Wenn Träume in Erfüllung gehen"

Lilo auf einem der vielen Felsen des Grand Canyons. Foto: privat.

Mit dem Sommer naht wie jedes Jahr das Ende des Schuljahres und somit auch des Austauschjahres für die Austauschschüler/innen aus der amerikanischen Partnerstadt Worthington, Minnesota (USA) und Crailsheim. Im Folgenden berichtet die Austauschschülerin des Schuljahres 2017/2018 Lilo Herzig in ihrem vierten und letzten Brief von ihren Erlebnissen und Reisen in Amerika.

 

Hallo Crailsheim,

hier schreibt Lilo Herzig eure Austauschschülerin. Meine letzten Wochen in Worthington sind angebrochen, aber fangen wir doch mal von vorne an.

Am 25. Mai war „Graduation”, die High School Abschluss-Zeremonie in Worthington. Der krönende Abschluss meiner amerikanischen Schulkarriere. Jeder Absolvent trug die traditionellen „cap & gaun” – also echt amerikanisch. Ich trug außerdem eine goldene Kordel um den Hals. Diese Kordel wird an Schüler vergeben, welche einen gpa (Notendurchschnitt) von 3.7 bis 4.0 (höchster / bester Notendurchschnitt) haben und damit „Highest Honors” erreichen. Und als ich dann über die Bühne lief, um mein Diplom entgegen zu nehmen, kam ich mir vor wie im Film. All die harte Arbeit lag nun hinter mir, all meine Erlebnisse waren nun Erinnerungen und ich konnte das noch gar nicht so fassen.

Eine amerikanische Tradition, welche ich sehr mag, sind „Graduation Parties” – kleine Abschlussfeiern, welche so gut wie jeder Absolvent an den folgenden Wochenenden nach der „Graduation” hält. Auf „Grad Parties” wird meistens das Lieblingsessen des Abschlussschülers gegessen, es werden alte Schulbilder und Erinnerungsstücke aufgehängt und man kommt noch einmal zusammen, bevor man getrennte Wege beziehungsweise in das Berufsleben oder auf die Uni geht.

Diesen Sommer hatte ich die Möglichkeit, sehr viel zu reisen und spannende Orte in den Staaten zu sehen. Mein erster kleiner Urlaub war der Jungschar-Trip unserer Kirche. Mit zwei Autos voller Teenager ging es für fünf Tage zu den acht Stunden entfernten Black Hills in Süd Dakota.

Die Black Hills erinnerten mich persönlich sehr an den Schwarzwald. Jeden Tag hatten wir etwas anderes geplant und so gingen wir zu einem Kletterpark, einem Erlebnisbad und wandern. Außerdem besuchten wir Mount Rushmore, der große Fels, in welchem vier Präsidenten eingemeißelt sind, was sehr spannend anzusehen und schon immer ein kleiner Traum von mir war.

Kaum zurück zu Hause ging es auch schon zusammen mit meiner Gastmutter Lisa, meiner Gastschwester Claire, unseren Familien-Freunden Ellen und Ashley für ein richtiges „Mädelswochenende” nach New York. Ich wollte New York schon immer einmal sehen und es war unglaublich toll. Wir schauten uns zwei wunderschöne Broadway-Musicals an, gingen im Central Park spazieren, besuchten Coney Island und Greenwich Village. Rundum, eines der besten Wochenenden, welches ich je hatte.

Wieder zuhause fingen wir auch gleich wieder zu packen an. Diesmal die ganze Familie, denn es ging nach Las Vegas zum Familienurlaub. Dort blieben wir für eine Woche und genossen einen typischen Familienurlaub. Wir besuchten außerdem den Grand Caynon in Arizona. Den Grand Canyon National Park zu besuchen, war schon immer mein Traum, seitdem ich mein erstes Bild der schönen Felsen in meinem Englischbuch in der sechsten Klasse gesehen hatte.

Meine letzten paar Wochen und Tage in Worthington werde ich zusammen mit meinen Freunden damit verbringen, um den See herum zu fahren und Eis zu essen.

Dieser Sommer war bis jetzt wunderschön – genauso wie mein Jahr in Worthington.

Liebe Grüße und bis bald,

eure Lilo.