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Projekt Stadtbiene

Stadtbiene
Mit dem „Projekt Stadtbiene“ schafft die Stadt Crailsheim Lebensräume für Insekten.

Unsere intensiv genutzte Landschaft weist kaum noch insektenfreundliche Lebensräume auf. Auch in den städtischen Grünflächen sind auf mehrmalig im Jahr gemähten Rasenflächen nur wenige blühende Pflanzen zu finden. Mit dem Projekt „Stadtbiene“ betritt die Stadt Crailsheim seit 2015 bei der Pflege und Unterhaltung ihrer städtischen Grünflächen Neuland. Ziel ist es, Lebensräume für Insekten zu schaffen. Durch das Projekt wird die Lebensraumvielfalt (Biodiversität) im städtischen Grün zunehmen und ein Ausgleich zu Siedlungsstrukturen geschaffen.

Maßnahmen im Rahmen des Projekts

Folgendes wird Schritt für Schritt umgesetzt:

  • Umbau blütenarmer Rasenflächen in artenreiche Blumenwiesen 
  • Extensive Bewirtschaftung von Straßenbegleitgrün 
  • Ansaaten mit echten Hohenloher Kräutern 
  • Förderung der Honigbiene im Stadtgebiet 
  • Förderung der Wildbienenarten im Stadtgebiet
  • Steigerung des Blütenangebots durch einjährige Saatmischungen und Staudenpflanzungen
  • Förderung des stadteigenen Streuobstbestandes
  • Überarbeitung der Pflanzgebote bei Bebauungsplänen

Der Gemeinderat stimmte der Umsetzung dieser Ziele am 26. März 2015 zu.
Lebensräume, die in der Vergangenheit verloren gegangen sind, sollen wieder entstehen können. Durch das Projekt wird die Lebensraumvielfalt (Biodiversität) im städtischen Grün zunehmen und ein Ausgleich zu Siedlungsstrukturen wird geschaffen.

Das wird bereits getan

Die Stadt Crailsheim legt seit 2015 systematisch artenreiche Blumenwiesen und -säume im Stadtgebiet an: 

  • Bei der Neuanlage werden echte Hohenloher Kräuter verwendet.
  • Sie werden nur zweimal im Jahr gemäht (Juni und September).
  • Das Mähgut wird abgeräumt.
  • Die Flächen werden nicht gedüngt.

Bei der Aussaat verwendet die Stadt Crailsheim Kräutersamen (autochthones Saatgut), die auch aus Hohenlohe stammen. Hohenlohe liegt im Naturraum  „Süddeutsches Berg- und Hügelland“. 

Diese Flächen werden zu artenreichen Blumenwiesen entwickelt:

  • Lammgarten 1.000 m²
  • Paradeisallee 2.000 m²
  • Rückhaltebecken Worthingtonstr. / Goethestr. 1.150 m²
  • Post Ostseite 1.050 m²
  • Modellbootsee bis Altenmünsterbach 7.500 m²
  • Kreisverkehr Bullinger Eck Richtung Parkhaus 1.050 m²
  • Horaffenstr., Radweg zur Goethestr. / Faustballfeld 400 m²
  • Pamiersring zwischen Goldbacher Str. und Trutenbach Ost- und Westseite 2.850 m²
  • Pamiersring / Hammersbachweg, beidseitig 2.050 m²
  • Willy-Brandt-Str. zwischen Ludwig-Erhard-Str. und Bgm.-Demuth-Allee 1.250 m²
  • Bgm.-Demuth-Allee 650 m²
  • Chr.-Probst-Allee, K.-Huber-Allee 2.650 m²
  • Ludwig-Erhardt-Str., Längsstreifen unter Platanen 7.040 m²
  • Im Fliegerhorst 2.250 m²
  • Feuerwache II 3.150 m²
  • Friedrich-Bergius-Str. Längsbeet unter Erlen 900 m²
  • Quartiersplatz Musikschule und Sprachheilschule 7.650 m²
  • Ingersheimer Weg, unter Walnüssen 1.450 m²
  • Stadtteilpark 11.650 m²
  • Konversion 44.990 m²
  • Fläche insgesamt 102.680 m²

Einen Flächenplan finden Sie hier...

Öffentlichkeitsarbeit

Was gut für die Artenvielfalt und den Insektenschutz ist, empfinden manche – vor allem kurz vor dem Mähen – als unschön und ungepflegt, denn der Anblick von abgetrockneten Graslandschaften im Stadtbild ist (noch) ungewohnt. Dies muss man jedoch erdulden, wenn man den bunten Reigen von Scharfem Hahnenfuß, Wiesen-Pipau, Acker-Witwenblume & Co. haben will.
Bis ein ehemals intensiv gepflegter „Stadtrasen“ allerdings bunt daher kommt, benötigt es mindestens drei bis vier Jahre. Um für die nötige Akzeptanz für das Projekt zu werben, setzt die Stadt Crailsheim von Anfang an auf
Öffentlichkeitsarbeit und schafft Beteiligungsmöglichkeiten für Bürgerinnen und Bürger.

Biene als Indikator

Ein sehr guter Indikator für eine intakte Insektenwelt und eine echte Sympathieträgerin ist die Honigbiene. Daneben kommen im Landkreis Schwäbisch Hall rund 260 Wildbienenarten vor. Die Honigbiene und ihre Cousinen stehen stellvertretend für alle anderen Insektenarten im Mittelpunkt der Öffentlichkeitsarbeit. Denn was ihnen gut tut, tut in der Regel uns allen gut.

Kooperationen

Im Rahmen des Projekts Stadtbiene arbeitet die Stadt Crailsheim eng mit dem Naturschutzbund (NABU), dem Jugendzentrum Crailsheim e. V., der Volkshochschule Crailsheim und lokalen Imkern zusammen. Zusammen mit den Kooperationspartnern werden Öffentlichkeitsmaßnahmen wie Vorträge, Kurse und Expeditionen durchgeführt.

Unser Jahresprogramm 2017 finden Sie hier...

Kreisel Goldbach – Anregung für den eigenen Garten

Der Verkehrskreisel am Ortseingang von Goldbach zeigt, welche Pflanzen(stauden) kombiniert werden können, um Insekten die ganze Saison über mit Nahrung zu versorgen.

Eine Liste mit den Pflanzen und wie sie aussehen finden Sie hier:

Liste der Staudenbepflanzung

Bilder der Staudenbepflanzung

Nisthilfen – Insekten ein Zuhause geben

Zusammen mit dem Jugendzentrum und dem NABU wurden Modelle für sogenannte Insektenhotels in verschiedenen Größen entwickelt. Diese werden von Engagierten des Jugendzentrums und Flüchtlingen auf Vorbestellung realisiert. Nähere Infos unter vorstand(at)juze-cr.de oder Telefon 07951/ 41400.

Stadthonig als Werbung für das Projekt

Imkerinnen und Imker, die ihre Bienenstöcke auf dem Stadtgebiet aufgestellt haben, können in Kooperation mit dem Bezirksimkerverein Crailsheim ihren Honig unter dem Label „Crailsheimer Stadthonig“ vertreiben. Der Honig mit dem Etikett in Stadtfarben ist unter anderem im Bürgerbüro des Rathauses erhältlich.

Sommerblumensamen

Im Frühjahr 2016 verteilte die Stadt Crailsheim erstmals kostenlosen Sommerblumensamen. Bürgerinnen und Bürger wurden eingeladen, Beete im eigenen Garten oder Balkonkästen für Biene & Co. einladend zu gestalten. Die Aktion war ein großer Erfolg und wird fortgeführt. Die Blumensamen können im Frühjahr im Bürgerbüro und in der Stadtbücherei abgeholt werden.

Wildbienen kennenlernen und kartieren

Nach dem Motto „Man schützt nur, was man kennt“ unterstützt die Verwaltung den Wildbienen-Experten Rainer Prosi, wenn dieser der Öffentlichkeit Wildbienen-Arten näher bringt. Parallel sind Crailsheimerinnen und Crailsheimer aufgefordert, die vorgestellten Wildbienenarten selbst im Stadtgebiet zu entdecken, zu fotografieren und den Fundort mit Foto über die städtische Homepage zu kartieren. Anhand des Fotos wird geprüft, um welche Wildbienenart es sich handelt und ob man mit der Bestimmung richtig lag. Zunächst wurden die drei Wildbienenarten „Gehörnte Mauerbiene“, „Bunte Hummel“ und die „Gartenwollbiene“ in den Fokus gerückt.

Kartierung von Wildbienenarten

Sie haben in Ihrem Garten oder auf Stadtgebiet eine Wildbienenart entdeckt? Bitte teilen Sie uns den Sichtungsort mit.

Wildbienen in der Stadt Crailsheim

Wildbienen sind wichtige, aber bedrohte Tierarten. Auch sie sollen durch das Projekt „Stadtbiene“ mehr Beachtung finden. Hierfür arbeitet die Stadt Crailsheim unter anderem mit dem NABU Crailsheim zusammen. 


Die Ziele:

  • Wissen über die einzelnen Wildbienenarten erhöhen. Dazu werden zunächst die drei Wildbienenarten „Gehörnte Mauerbiene“, „Bunte Hummel“ und die „Gartenwollbiene“ in den Fokus gerückt.
  • Gezielt Lebensräume auf öffentlichen Flächen und in privaten Gärten schaffen.
  • Die Erfolge der Maßnahmen über die Schaffung eines Wildbienenkatasters sichtbar und überprüfbar machen.


Infomaterial:

 Flyer: „Stadtbienen-Projekt“: Förderung von Wildbienen

Informationen über die Gehörnte Mauerbiene

Informationen zur Garten-Wollbiene

Informationen zur Bunten Hummel

Presse

Mit einem Klick auf das Bild startet das Video

Preise für das Kartieren von Wildbienen

Sie haben Wildbienen richtig kartiert und bekamen dafür ein Insektenhotel: Annika Haupt (Satteldorf), Melanie Bulenda und Emil Merkel. Eine Blumenzwiebelmischung erhielten: Mara Bleher, Tanja Czienskowski, Albrecht Gschwind, Julius Ohr, Walter Binder und Familie Bader. Über einen Crailsheimer Stadthonig konnten sich Lukas Bleher, Else Hilscher, Karl Uhl, Harry Huber und Hans Hägele freuen. Einen Hummel-Feldführer besitzen jetzt Lisa Brumm, Familie Ohr und Klaus Joos. Barbara Langston hatte in ihrem Garten alle drei Wildbienenarten erfolgreich aufgespürt und bekam dafür auch drei Preise. Foto: Stadt Crailsheim

Mit dem Projekt Stadtbiene hat sich die Stadt Crailsheim dem Insektenschutz angenommen. Auch Bürgerinnen und Bürger sind aufgerufen, sich zu beteiligen. So sollten beispielsweise über den ganzen Sommer über Wildbienenarten kartiert werden.

Crailsheim. Zunächst wurden drei Wildbienenarten, die Gehörnte Mauerbiene, die Bunte Hummel und die Garten-Wollbiene, in der Presse vorgestellt. Die Bürger wurden aufgefordert, nach den Wildbienenarten auf Stadtgebiet Ausschau zu halten, sie, wenn möglich zu fotografieren und Foto und Fundort über die Homepage der Stadt Crailsheim zu dokumentieren. Die Beteiligung war erfreulich hoch, auch wenn nicht alle Einsendung einer Überprüfung durch den NABU-Experten Rainer Prosi standhielten. 21 richtige Kartierungen waren im Oktober eingegangen. Unter den neuen „Wildbienenexperten“ wurden nun zum Abschluss der ersten „Stadtbienen-Saison“ Preise verlost. Zu gewinnen gab es Insektenhotels, die das Jugendzentrum herstellt, Blumenzwiebelmischungen, Stadthonig und Insektenführer.

Bei der Preisverleihung im Rathaus wurde den Gewinnerinnen und Gewinnern auch ein Ausblick auf das kommende Jahr gegeben. So werden im Frühjahr wieder kostenlos Samentütchen mit einjährigen Blumensamen verteilt. In Kooperation mit der vhs, dem NABU und dem Bezirksimkerverein werden Vorträge und Führungen angeboten. 2017 soll vor allem die Bepflanzung der Kreisverkehre beleuchtet werden. Hier sind viele Stauden gepflanzt, die den Insekten gerade dann Nahrung bieten, wenn die Wiesen und das Straßenbegleitgrün verblüht und abgemäht sind. Auch die Kartierung der drei Wildbienenarten soll weitergehen. Preise wird es für die schönsten insektenfreundlichen Beete und Balkonkästen geben.

Führung zum Thema Stadtbiene

Stadtbiene
Jetzt sieht es schön aus, ist die Wiese verblüht, macht sie weniger Eindruck. Um sich neu aussäen zu können, müssen die Blumen, Gräser und Kräuter aber ausreifen können. Dass es sich bei einer verblühten Wiese nicht um Vernachlässigung städtischer Aufgaben handelt, darauf machen Schilder am Wiesenrand aufmerksam. Fotos. Stadt Crailsheim

Im Rahmen des Projekts Stadtbiene fand eine Führung durch das Wohngebiet Hirtenwiesen statt

Die Dimensionen des Crailsheimer Projekts Stadtbiene wurden bei einer naturkundlichen Führung durch das Neubaugebiet Hirtenwiesen aufgezeigt. Zu der Führung hatten die Stadt Crailsheim und der Naturschutzbund (NABU) eingeladen.  

Viele kennen das Neubaugebiet Hirtenwiesen nur aus der Perspektive der stark befahrenen Haller Straße. Das Besondere dieses Wohngebiets erschließt sich aber vor allem von den großen Wällen aus, unter denen der Abrissschutt der alten Kasernengebäude verborgen ist. Diese Wälle grenzen das Wohngebiet vom Industriegebiet ab. An ihrer Südseite fand die große Solarthermische Anlage der Stadtwerke ihren Platz. Und sie sind zudem eine 15,3 Hektar große Ausgleichsfläche, die dazu dient, städtische Eingriffe in die Natur wettzumachen. Eine innerörtliche Ausgleichsfläche ist an sich schon etwas Besonderes, so Stephan Brendle, städtischer Mitarbeiter des Sachgebiets Planen und Bauen. In Hirtenwiesen gehen die Ausgleichsflächen aber darüber hinaus nahtlos ins städtische Straßengrün über. Ziel ist es, möglichst viel naturnahen und vor allem vernetzten Lebensraum zu schaffen, der Insekten und anderen Lebewesen Nahrung bietet. 

Seit rund fünf Jahren sind Brendle und Kollegen nun dabei, die Grünflächen in den Hirtenwiesen neu anzulegen. Vom bisherigen Resultat überzeugten sich am Mittwoch rund 30 Personen bei der naturkundlichen Führung, die durch die Straßen des Baugebiets Hirtenwiesen und auf die Wälle führte. 

Unter anderem wurden hier zirka zehn Hektar blütenarme Rasenfläche in artenreiche Blumenwiesen umgestaltet, referierte Brendle. Dazu wurde Saatgut mit echten hohenloher Kräutern verwendet. Unter den Pflanzen sind auch Wiesenblumen, wie Wiesen-Pippau, Wiesen-Glockenblume oder der Kleine Fadenklee, die nur ein oder zwei Jahre alt werden, sich aber selbst wieder aussäen.

Für die Wälle entwickelten Brendle und Kollegen spezielle Pflegepläne, die eine offene Heckenlandschaft entstehen lassen. In den einzelnen Sträuchern finden heckenbrütende Vögel ihren Nistplatz, das Grasland dazwischen liefert die Nahrung. Der Pflegeplan ist aber auch so gestaltet, dass das ganze Jahr über Futter und Rückzugsraum zur Verfügung stehen. 

Dass der neue Naturraum auch von Insekten geschätzt wird, zeigte Wildbienen-Experte Rainer Prosi (NABU) während der Führung. Er ermunterte die Gruppe, Insekten mit einem Köcher zu fangen. Anhand eines Bestimmungsbuches wurden diese dann der richtigen Art zugeordnet.

Aber nicht nur die biologische Vielfalt, die sich im Wohngebiet entwickeln konnte, spricht für das aufwändige Pflegekonzept. Pro Quadratmeter fallen Pflegekosten in Höhe von 14 Cent an. Eine Summe die auch eine konventionelle Pflege kosten würde.

Einen Nachteil führte Stephan Brendle aber auch aus: Die Wiesen und die Grünstreifen in den Straßen werden nur zweimal im Jahr gemäht. „Wir sind aber eher an gestutzte und ordentliche Rasenflächen gewöhnt“, führte der Grünexperte aus. Die Stadt bekäme daher oft Anrufe und werde aufgefordert, ihren Pflegearbeiten nachzukommen. Kleine Schilder am Wiesenrand informieren deshalb darüber, dass Wiesen und Straßenränder nicht aus Schlamperei nicht gemäht werden, sondern mit voller Absicht stehen gelassen wurden. „Machen Sie also in Ihrem Umfeld Werbung für das Projekt ‚Stadtbiene‘, wir brauchen mehr Akzeptanz“, so der Appell Brendles am Ende der rund zweieinhalbstündigen Führung.

Der Kindergarten Roßfeld besucht den Imker Otto Wieland

Stadtbiene
Der Kindergarten Sterntaler beschäftigte sich mit Bienen und der Imkerei und besuchte den örtlichen Imker Otto Wieland. Foto: privat

Imker Otto Wieland hatte vergangene Woche Besuch vom Roßfelder Kindergarten Sterntaler. Die „Großen“ durften einen Blick auf sein Bienenvolk werfen und die verschiedenen Bienenwesen kennen lernen. 

Neben den Arbeiterinnen, die den Honig machen und beim Pollensammeln die Obstbäume bestäuben, gibt es noch Drohnen und die Königin, erklärte der Imker. Vor allem die Drohnen haben es den Kindern angetan, denn die dicken Brummer durften angefasst werden. Das kostete zunächst Überwindung, aber am Ende haben sie sich alle getraut. Sogar die Erzieherinnen. Überwindung kostete es auch, Honig aus einer Wabe zu schlecken, auf der noch Bienen sitzen. Auch das haben sich alle getraut und so ein unvergessliches Erlebnis gehabt, von dem später im Kindergarten allen anderen Kindern ausführlich erzählt wurde. Durch den Besuch beim Imker vor Ort wurde bei den Kindern die Angst vor Bienen gemildert. 

Wieland war beeindruckt, dass die Kinder eine gute Stunde lang aufmerksam zugehört und interessiert Fragen gestellt haben, auch wenn er auf Fragen, wie „Sind Bienen und Hummeln Freunde?“ nicht immer gleich eine Antwort parat hatte.              

Jetzt muss schnell gemäht werden

Projekt Stadtbiene
Grünplaner Stephan Brendle erläutert seinen Kollegen des Baubetriebshofs den neuen Mäh-Rhythmus der Stadtbienen-Wiesen. Foto: Butz

Der Plan ist aufgegangen: Es blüht kräftig auf den städtischen Flächen, die im Rahmen des Projekts Stadtbiene zu Blumenwiesen umgestaltet wurden. Nun muss die Blütenbracht leider abgemäht werden.

„Wir mähen jetzt und dann erst wieder im Herbst“, erklärt der städtische Grünplaner Stephan Brendle dem Mähtrupp des städtischen Baubetriebshofes, der sich nach der Mahd auch um das wichtige Abräumen des Schnittgutes kümmert. Grund dafür sind die Gräser in den Wiesen und dem Straßenbegleitgrün. Bleibt die Wiese jetzt stehen, würden die Gräsersamen ausreifen, sich verteilen und damit langsam aber stetig die Wiesenblumen verdrängen.

Nach der ersten Mahd werden Kräuter und Blumen noch einmal blühen können, so Brendle weiter. Die „neue“ Wiese wird dann bis Herbst stehen gelassen, so dass die Samen aller Pflanzen ausreifen, sich verteilen und im günstigen Fall sogar schon vor dem Winter keimen. Dann kann die Entwicklung der Wiesenflächen hin zu blumenreichen „Glatthafer-Wiesen“ weitergehen. Die „Glatthafer-Wiese“ ist der Typ Wiese, der früher in der Region gang und gäbe war. 

Schon jetzt konnte Brendle seinen Kollegen bei einer Ortsbegehung verschiedenste Pflanzenarten vorstellen, die bewusst ausgesät wurden oder durch einen neuen, späten Mäh-Rhythmus wieder blühen konnten und jetzt das Wiesenbild prägen. Der blau-violette Wiesensalbei, die weiße Wiesenmargerite, die Rote Lichtnelke, die weiße Scharfgarbe, die blasslila Acker-Witwenblume und der gelbe Wiesenpippau stechen hier besonders hervor. 

„Wir haben überall den selben Samen verwendet, je nach Standort und Bodenverhältnis werden sich die Wiesen aber ganz unterschiedlich entwickeln und unterschiedliche Pflanzenarten aufweisen“, so Brendle weiter. Auf die Entwicklung in den kommenden Jahren sind nicht nur die Mitarbeiter des städtischen Mähtrupps mehr als gespannt.

In der Paradeisallee und im Lammgarten können Naturliebhaber zudem mitverfolgen, wie sich die Wiesen über Selbstaussaat wandeln. Dort wurden in den Wiesen nur kleinere Fläche mit der Samenmischung geimpft. Nun sollen sich die Kräuter- und Pflanzenarten von dort aus selbst über die ganze Wiese ausbreiten.
mbu