Heimat & Geschichte

Horaffen – „Dies Scheltwort böser Feindeshorden, ist uns zum Ehrennam´ geworden.“

Die Horaffensage

Horaff zum Stadtfeiertag 2009
Der Horaff mit den Crailsheimer Türmen wurde zum Stadtfeiertag 2009 entworfen.

Die Crailsheimer Horaffen haben ihren Ursprung, so die traditionelle Überlieferung, in einer Stadtbelagerung, die angeblich über den Jahreswechsel 1379/80 hinweg stattgefunden hat. Während des Süddeutschen Städtekrieges, einem Machtkampf der Städte gegen Fürsten und Adel, kam es auch zur Auseinandersetzung der verbündeten Reichsstädte Hall, Rothenburg und Dinkelsbühl mit den Grafen von Hohenlohe.
 
Die Städter zogen, so die Sage, vor die hohenlohische Stadt Crailsheim, um für erlittenes Unrecht Rache zu nehmen. Sie belagerten die Stadt, versuchten sie auszuhungern und sturmreif zu machen. Als ihnen dieses Unternehmen nach Monaten der Belagerung fast zu gelingen schien, griffen die Eingeschlossenen zu einer List.
 
Die Frauen sammelten das noch vorhandene letzte Mehl, buken daraus die in ihrer Form unverkennbaren Horaffen („Horn offen“) und warfen sie über die Stadtmauer. Gleichzeitig bestieg die Bürgermeistergattin mutig die Mauer und streckte den Angreifern ihren entblößten, fülligen Hintern entgegen. Angesichts der offensichtlichen Fülle erkannten die Belagerer die Aussichtslosigkeit ihres Plans und zogen am Mittwoch vor Estomihi 1380 entmutigt ab.
 
Seit dieser Zeit nennen sich die Crailsheimer – nicht ohne Stolz – Horaffen. Obwohl die Ereignisse der Stadtbelagerung von 1379/80 historisch zweifelhaft sind, stellt dieser sagenhafte Sieg eine der Wurzeln des traditionellen Crailsheimer Stadtfeiertags dar, der alljährlich an eben diesem Mittwoch vor Estomihi gefeiert wird.

Im Horaffen-Flyer (1,2 MB) können Sie die Sage nochmals nachlesen.

Meilensteine der Stadtgeschichte

Erste urkundliche Erwähnung Crailsheims

circa 1136

Bewilligung des Marktrechts

1316

Die Legende der
Horaffensage

1379-80

Erfolgreicher Widerstand Crailsheims gegen die Belagerung durch die Reichsstädte Hall, Rothenburg und Dinkelsbühl.

Übergang der Stadtherrschaft an die Grafen von Leuchtenberg

1388

Weihe der Liebfrauen-
kapelle

1393

Baubeginn der heutigen
Johanneskirche

1398

Verkauf Crailsheims durch die Landgrafen von Leuchtenberg

1399

Crailsheim wurde an die Burggrafen zu Nürnberg aus dem Hause Hohenzollern verkauft. Dies war der Beginn der fast 400-jährigen Zugehörigkeit zu Brandenburg-Ansbach.

Weihe der Johanneskirche mit acht Altären

1440

Bau der steinernen Jagstbrücke

1497

Beginn der Reformation in Crailsheim durch Adam Weiß

1522

Ersterwähnung der
"Hornaf" als Gebäck in der Bäckerordnung

1553

Neue Stadtverfassung für Crailsheim

1607

"Privilegium der Stadt Crailsheim"

Übergang der Herrschaft an Preußen

1791-92

Übergang infolge der Abdankung des letzten Markgrafen von Brandenburg-Ansbach.

Übergang Brandenburg-Ansbachs und Crailsheims an Bayern

1806

Übergang infolge der Napleonischen Kriege (Franzosen in Crailsheim).

Abtretung von Amt und Stadt Crailsheim durch Bayern an Württemberg

1810

Beginn des Abbruchs der Vorwerke und Stadttore

1812

1812: Unteres Tor
1822: Durchgang am Ziegeltor
1825: Spitaltor
1835: Turm des Spitaltors
1842: Ziegeltor

Annahme der württembergischen Verfassung

1819

Bürgerwache

1830

Neuerrichtung des Schützenkorps als "Bürgerwache".

Beginn der Crailsheimer Zeitungsgeschichte

1838

Erscheinen des Amts- und Intelligenzblatts für das Oberamt Crailsheim und die Umgebung. Damit beginnt die Crailsheimer Zeitungsgeschichte.

Gründung des Landwirtschaftlichen Bezirks-
vereins

1841

Abhaltung des ersten Landwirtschaftlichen Bezirksfestes zur Feier des 25-jährigen Regierungsjubiläums König Wilhelms I. von Württemberg. Ab 1901 ist dieses Fest das Fränkische Volksfest.

Gründung der Feuerwehr Crailsheim

1856

Ab 1877 Freiwillige Freuerwehr Crailsheim

Gründung des Musik-
vereins "Stadtkapelle Crailsheim"

1860

Beginn der Eisenbahngeschichte Crailsheims

1866

Mit der Eröffnung der Jagstbahn Crailsheim-Goldshöfe wird die Stadt an die Eisenbahn angeschlossen. 1867 folgt der Anschluss an die Kocherbahn Crailsheim-Schwäbisch Hall, 1869 an die Tauberbahn Crailsheim-Bad Mergentheim und 1875 an die Bayerische Staatsbahn Crailsheim-Ansbach.

Inbetriebnahme des Krankenhauses in Crailsheim

1878

Geburt von Hans Scholl in Ingersheim

1918

Hans Scholl, der im heutigen Crailsheimer Stadtteil Ingersheim geboren wurde, war Initiator und Kopf der studentischen Widerstandsgruppe „Weiße Rose“. Mit Flugblättern und Wandparolen rief die Gruppe zum Widerstand gegen die NS-Diktatur, Rassismus und Krieg aufrief. Bei einer Aktion wurde Hans Scholl verhaftet und 1943 hingerichtet.

Anlegung eines Militärflugplatzes

1936

Crailsheim wird mit dem Fliegerhorst Garnisonsstadt.

Zusammenschluss der Oberämter Crailsheim und Gerabronn zum Landkreis Crailsheim mit der Kreisstadt Crailsheim

1938

Vernichtung der jüdischen Gemeinde

1942

Mit der Deportation der letzten verbleibenden Crailsheimer Juden in die nationalsozialistischen Vernichtungslager endet die jüdische Gemeinde.

Nahezu vollständige
Zerstörung der Stadt

1945

Kurz vor Ende des Zweiten Weltkrieges wird die Innenstadt durch Luftangriffe und Bodenkämpfe nahezu vollständig zerstört. Diese Ereignisse gehen als größte Katastrophe in die Stadtgeschichte ein.

Städtefreundschaft mit Worthington in den USA

1947

Die erste deutsch-amerikanische Städtefreundschaft überhaupt wurde zwischen Crailsheim und Worthington geschlossen – nur zwei Jahre nach Kriegsende.

Stationierung von
Einheiten der US-Armee

1952

Die McKee-Barracks prägten Crailsheim viele Jahre.

Erstausgabe des
Crailsheimer Stadtblatts

1968

Damit hat die Stadt erstmals ein eigenes Amtsblatt. Derzeit erscheint das Stadtblatt wöchentlich in einer Auflage von 17.000 Exemplaren und wird kostenfrei an alle Haushalte verteilt.

Städtepartnerschaft mit Pamiers in Frankreich

1969

Erste Kontakte gab es bereits 1966 zwischen dem Crailsheimer Albert-Schweitzer-Gymnasium und der Musikschule in Pamiers. Am 11. April 1969 wurde dann in Crailsheim offiziell der Partnerschaftsvertrag unterzeichnet.

Crailsheim wird Große Kreisstadt

1972

Mit nunmehr 20.000 Einwohnerinnen und Einwohnern wird Crailsheim zur Großen Kreisstadt.

Ende des Landkreises Crailsheim

1973

Mit der Verwaltungs- und Kreisreform in Baden-Württemberg geht der Kreissitz in Crailsheim an Schwäbisch Hall verloren. Der Landkreis Crailsheim geht im vergrößerten Landkreis Schwäbisch Hall auf. Damit endet auch die Ära des CR-Kennzeichens – bis zu dessen Wiedereinführung im Jahre 2014.

Wiederbekrönung des
Rathausturms

1979

Nachdem im Zweiten Weltkrieg auch das Rathaus stark zerstört wurde, kann nach großem finanziellem Engagement der Crailsheimer Bevölkerung die Wiederbekrönung des Rathausturms mit Dach und Kuppel erfolgen. Damit endet symbolisch der Wiederaufbau des Stadtkerns – 34 Jahre nach Kriegsende.

Anschluss Crailsheims an die Autobahn durch Eröffnung der A6 Heilbronn-Nürnberg

1979

In den Jahren 1985/87 folgt der Anschluss an die A7 Würzburg-Ulm.

Feier des 700-jährigen Stadtjubiläums

1989

Abzug der US-Streitkräfte aus den McKee-Barracks

1993

1. Crailsheimer Kulturwochenende

1996

Städtepartnerschaften mit Bilgoraj in Polen und Jubarkas in Litauen

2000

Bereits seit 1994 gab es erste Kontakte zum polnischen Bilgoraj. Im Jahr 2000 wurde die Partnerschaft offiziell besiegelt. Ebenso wie die mit Jurbarkas, die seinerzeit die erste offizielle Städtepartnerschaft zwischen einer baden-württembergischen und einer litauischen Stadt war.

Wiedereinführung des CR-Kennzeichens

2014

In Anlehnung an den 1973 aufgelösten Landkreis Crailsheim kann nun das CR-Kennzeichen wieder geführt werden.

Crailsheim trägt den Titel "Reformationsstadt Europas"

2015

50-jähriges Jubiläum der Städtepartnerschaft mit Pamiers in Frankreich

2019