Smart Forest

Klimawäldchen für Berliner Platz

Ein Platz, um den sich mehrstöckige Häuser sammeln, auf dem digital ein kleiner Wald eingefügt ist
So sah die erste Entwurfsplanung für den Smart Forest auf dem Berliner Platz aus.

Wo heute viel grau ist, soll schon bald ein kleines Wäldchen entstehen: Ab Mitte April beginnen auf dem Berliner Platz die Bauarbeiten für ein „Klimawäldchen“. Ziel ist es, den zentralen Ort im Stadtteil Kreuzberg aufzuwerten, Aufenthaltsqualität zu schaffen und gleichzeitig einen Beitrag gegen die zunehmende Überhitzung in der Stadt zu leisten.

Geplant ist die Anlage von drei mit Baumstämmen eingefassten Beeten, die dicht mit unterschiedlichen Gehölzen bepflanzt werden. Dazu zählen unter anderem Felsenbirne, Amberbaum, Ginkgo und Elsbeere. Die Mitte des Platzes sowie der bestehende Brunnen bleiben weiterhin frei zugänglich. Künftig soll der Platz dadurch sowohl Raum für Begegnungen als auch für kleinere Veranstaltungen bieten und seine Funktion als sozialer Treffpunkt im Quartier stärken. Unterstützt wird das Projekt von der Samariterstiftung, die sich mit regelmäßigen Pflegeeinsätzen einbringt.

Während der rund dreiwöchigen Bauphase wird der gesamte Platz aus Sicherheitsgründen mit einem Bauzaun abgesperrt und ist nicht begehbar. Die Arbeiten übernimmt die Grünanlagen Schwarz GmbH aus Aalen.

Smart Forest in der Stadt
Das Projekt ist Teil eines größeren Konzepts, das unter dem Namen „Smart Forest“ bekannt ist. Dabei handelt es sich um ein Pop-up-Wäldchen, das auf vergleichsweise kleiner Fläche entsteht und mehrere Funktionen vereint: Es soll nicht nur das Stadtbild verbessern, sondern auch als Treffpunkt dienen und durch zusätzliche Begrünung zur Abkühlung beitragen. Die Idee basiert auf einem ähnlichen Projekt, das bereits vor einigen Jahren in Heilbronn umgesetzt wurde.

Der Berliner Platz gilt bislang als wenig einladend. Geprägt von der Städteplanung der 1980er- und 1990er-Jahre, dominieren versiegelte Flächen und hohe Gebäude, während Grünräume kaum vorhanden sind. Genau hier setzt das Vorhaben an: Mit möglichst geringem baulichen Aufwand soll eine etwa 1.000 Quadratmeter große grüne Fläche entstehen. Bestehende Zufahrten, Ladenbereiche, Stellplätze und Bushaltestellen bleiben dabei unverändert.

Für die Bepflanzung sind vor allem größere, schnell wachsende Bäume vorgesehen, die rasch für spürbare Veränderungen sorgen sollen. Ergänzt wird das Konzept durch Wege und Aufenthaltsbereiche innerhalb und am Rand des Wäldchens. Auch der vorhandene Brunnen in Form eines Bachlaufs soll in die Gestaltung integriert werden.

Gemeinderat hielt am Wäldchen fest
Das Projekt stand zuletzt erneut politisch zur Diskussion – insbesondere wegen gestiegener Kosten. Während ursprünglich rund 150.000 Euro veranschlagt wurden, geht die Stadtverwaltung inzwischen von Gesamtkosten in Höhe von etwa 230.000 Euro aus. Grund dafür ist unter anderem, dass die Umsetzung nicht wie zunächst geplant durch den städtischen Baubetriebshof erfolgen kann, sondern öffentlich ausgeschrieben werden musste.

Eine im Gemeinderat von der BLC-Fraktion geforderte grundsätzliche Überprüfung des Projekts wurde abgelehnt. Stattdessen folgte das Gremium dem Vorschlag der Verwaltung, am „Smart Forest“ festzuhalten. Die bereits eingeplanten 150.000 Euro wurden entsprechend übertragen, die zusätzlichen Mittel von rund 80.000 Euro sind im Haushalt vorgesehen.

(Erstellt am 01. April 2026)