Verabschiedungsfeier
Dank für jahrzehntelangen Einsatz für die Stadt
Mit einer feierlichen Veranstaltung im Rathaus hat die Stadt Crailsheim langjährige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Ruhestand verabschiedet. Oberbürgermeister Dr. Christoph Grimmer und Vertreter der jeweiligen Ressorts dankten den Geehrten für ihr oft jahrzehntelanges Engagement und ihre Verdienste für die Stadtverwaltung und die Bürgerinnen und Bürger.
„Jeder ist ersetzbar – das mag auf der professionellen Ebene stimmen. Auf der menschlichen Ebene gibt es jedoch keinen eins-zu-eins-Ersatz“, betonte Dr. Grimmer in seinem Grußwort. Mit ihrem Fachwissen, ihrer Einsatzbereitschaft und ihrer Persönlichkeit hätten die scheidenden Mitarbeitenden die Stadtverwaltung nachhaltig geprägt. Sie hätten nicht nur ihre täglichen Aufgaben zuverlässig erfüllt, sondern die Entwicklung Crailsheims in den unterschiedlichsten Bereichen mitgestaltet. Zugleich hob der Oberbürgermeister hervor, dass gerade Menschlichkeit, Kollegialität und langjährige Erfahrung Werte seien, die eine Verwaltung stark machten.
Musikalisch umrahmt mit Akkordeon
Für den musikalischen Rahmen der Feierstunde sorgte Mihajlo Rajkovic. Mit den auf dem Akkordeon vorgetragenen Stücken „Narcotic“ von Liquido und „Mamma Mia“ von ABBA verlieh der Lehrer der städtischen Musikschule der Veranstaltung einen stimmungsvollen und zugleich persönlichen musikalischen Akzent.
Im Anschluss würdigten die jeweiligen Vorgesetzten die beruflichen Werdegänge und persönlichen Leistungen der Verabschiedeten.
Austausch mit Jurbarkas
Susanne Kröper-Vogt, Leiterin des Ressorts Soziales & Kultur, verabschiedete Elisabeth Koslowski, die mehr als 24 Jahre an der städtischen Musikschule tätig war. Als Lehrkraft für Akkordeon und Musikalische Früherziehung habe sie Generationen von Kindern für die Musik begeistert. Mit ihrer Geduld, ihrer Herzlichkeit und ihrem feinen Gespür für die Bedürfnisse ihrer Schülerinnen und Schüler habe sie eine Atmosphäre geschaffen, in der sich jedes Kind angenommen gefühlt habe. Besonders während der Corona-Pandemie habe sie außergewöhnliche Kreativität und Engagement bewiesen: Sie habe Unterrichtsmaterialien persönlich zu ihren Schülerinnen und Schülern gebracht, telefonisch unterrichtet und Wege gefunden, Musik auch unter schwierigen Bedingungen lebendig zu halten. Darüber hinaus habe sie sich für den musikalischen Austausch mit der Partnerstadt Jurbarkas in Litauen engagiert. Mit ihrem Einsatz, ihrer Menschlichkeit und ihrer Liebe zur Musik hinterlasse sie bleibende Spuren in der Musikschule. "Lisa hat die Musikschule mehr als 24 Jahre geprägt wie nur wenige es tun", fasste Kröper-Vogt zusammen.
Sorgfalt und Präzision
Stefan Rettenmeier aus dem Ressort Stadtentwicklung übernahm die Verabschiedung von Martin Wieland, der rund 24 Jahre im Bereich Geoinformationssysteme tätig war. Wieland habe mit großer Sorgfalt und Präzision das digitale Kanalkataster der Stadt aufgebaut und kontinuierlich weiterentwickelt. Seine Vermessungsarbeiten seien Grundlage zahlreicher Planungen im Tiefbau, Hochbau und der Stadtplanung gewesen. Rettenmeier hob hervor, dass neben seinem umfassenden Fachwissen vor allem seine ausgezeichneten Ortskenntnisse und seine Zuverlässigkeit geschätzt worden seien. Auch außerhalb des Berufs engagiere sich Martin Wieland mit Leidenschaft – sowohl als talentierter Holzhandwerker als auch als Musiker. Als Zugposaunist in verschiedenen Crailsheimer Vereinen und als Ausbilder junger Musiker bereichere er seit vielen Jahren das kulturelle Leben der Stadt.
Loyalität und Fleiß
Stefan Markus, Leiter des Ressorts Stadtentwicklung, blickte bei der Verabschiedung von Peter Krauß auf die Zeit im Sachgebiet Baurecht zurück. Krauß habe viele Jahre zur erfahrenen „alten Garde“ des Baurechts gehört, die das Sachgebiet durch Loyalität, Fleiß, Kameradschaft und Zusammenhalt geprägt habe. Obwohl eine Erkrankung seine berufliche Laufbahn frühzeitig beendet habe und er bereits 2017 verabschiedet worden sei, habe die offizielle Ruhestandsverabschiedung nun Gelegenheit geboten, seinen langjährigen Einsatz nochmals zu würdigen. Markus betonte, die Kolleginnen und Kollegen würden Krauß als verlässlichen und geschätzten Mitarbeiter in bester Erinnerung behalten. Gleichzeitig hoffe er, dass Krauß der Stadt in seinem zweiten Standbein als Planer noch etwas erhalten bleiben werde.
Geduld und Ausdauer
Als Leiter des Ressorts Immobilienentwicklung verabschiedete Götz Förg mehrere langjährige Mitarbeiterinnen. Silvia May war seit 1979 bei der Stadtverwaltung beschäftigt und arbeitete seit 2003 in der Bauverwaltung. Dort habe sie sich zu einer unverzichtbaren Ansprechpartnerin entwickelt, die den Überblick über die zahlreichen städtischen Gebäude, Verbrauchsdaten und organisatorischen Abläufe behalten habe. Förg lobte, als langjährige rechte Hand von Siegfried Hundt sei sie weit mehr als eine Sachbearbeiterin gewesen – vielmehr habe sie als zentrale Wissens- und Koordinationsstelle fungiert. Erst bei der Einarbeitung ihrer Nachfolgerin sei das gesamte Spektrum ihrer Aufgaben für alle in vollem Umfang sichtbar geworden. Mit großer Geduld und Ausdauer habe sie dafür gesorgt, dass ihr umfangreiches Wissen an die nächste Generation weitergegeben werden konnte.
Mit herzlichem Dank wurden auch die Reinigungskräfte Renate Rakowitsch und Cecilia Schön verabschiedet. Beide stünden stellvertretend für eine Tätigkeit, die oft im Hintergrund geschehe und deshalb leicht als selbstverständlich wahrgenommen werde. Reinigungskräfte sorgten täglich dafür, dass Schulen, Sporthallen und Verwaltungsgebäude sauber und funktionstüchtig seien. Rakowitsch war unter anderem an der Volksfestplatzschule sowie zuletzt am Albert-Schweitzer-Gymnasium und der Musikschule im Einsatz.
Schön begann ihre Tätigkeit zunächst im Grünwesen, arbeitete später als Hausmeisterin und Reinigungskraft und war schließlich viele Jahre an der Feuerwehr und der Kistenwiesenhalle tätig. Förg betonte, ihr zuverlässiger Einsatz habe wesentlich dazu beigetragen, dass sich Beschäftigte, Schülerinnen und Schüler sowie Besucherinnen und Besucher täglich in gepflegten Gebäuden aufhalten konnten.
Über 50 Jahre bei der Stadt
Einen gelungenen Schlusspunkt bildete die Verabschiedung von Siegfried Hundt, dessen berufliche Laufbahn untrennbar mit der Stadtverwaltung Crailsheim verbunden ist. Bereits 1975 begann er seine Ausbildung bei der Stadt. Seit 1985 leitete er das Sachgebiet Bauverwaltung. Der Leiter des Ressorts Mobilität & Umwelt, Hannes Baur, würdigte, Hundt habe dieses über Jahrzehnte hinweg mit außergewöhnlicher Fachkompetenz, Verantwortungsbewusstsein und Verlässlichkeit geprägt. Im Laufe der Jahre habe er immer mehr Aufgaben übernommen und sich zu einem unverzichtbaren Ansprechpartner für Kolleginnen und Kollegen, Bürgerinnen und Bürger sowie die politischen Gremien entwickelt.
Auch nach seinem offiziellen Ruhestand im Jahr 2024 habe er seine Erfahrung der Stadtverwaltung zunächst weiterhin in Teilzeit zur Verfügung gestellt und für eine umfassende Einarbeitung seiner Nachfolgerin gesorgt. Nach mehr als fünf Jahrzehnten im öffentlichen Dienst ende nun endgültig eine außergewöhnliche Verwaltungslaufbahn, die die Entwicklung Crailsheims in vielen Bereichen mitgeprägt habe, fasste Baur zusammen.
Zum Abschluss der Feier wünschte Oberbürgermeister Dr. Grimmer allen Verabschiedeten Gesundheit, Glück und viele erfüllte Jahre im neuen Lebensabschnitt. Zugleich verband er seinen Dank mit der Gewissheit, dass ihre Leistungen und ihre Persönlichkeit in der Stadtverwaltung Crailsheim noch lange in Erinnerung bleiben werden.
