Augmented-Reality-Tour
Stadtgeschichte digital erlebbar
Geschichte mit Innovation verbinden: So lässt sich das Augmented-Reality-Projekt der Stadtverwaltung für die Johanneskirche am besten beschreiben. An zwölf Stationen können Besucher nun mit ihrem Smartphone eine interaktive Führung in und um den zentralen historischen Anlaufpunkt genießen – Glockenspiel und Orgelsound inklusive.
Stadtgeschichte für alle Altersklassen schmackhaft machen, Verborgenes sichtbar werden lassen, Neugier auf Historie wecken – dies und Ähnliches war bei der offiziellen Vorstellung der Augmented-Reality-Tour der Stadtverwaltung an und in der Johanneskirche zu hören. Und das Staunen war groß, als unter anderem Oberbürgermeister Dr. Christoph Grimmer einmal ausprobierte, was mit dem Smartphone dort nun möglich ist.
Insgesamt zwölf Stationen – sechs innerhalb und sechs außerhalb des Gebäudes – umfasst die interaktive Führung, die digitale Inhalte wie 3D-Modelle, Videos oder historische Rekonstruktionen über das Smartphone-Display in die reale Umgebung einblendet. So ist der Blick in das nicht mehr existierende Gebäude der Lieberei oder das Beinhaus möglich, gleichzeitig aber auch der Gang und Blick in die Kirche, wenn diese geschlossen ist.
Im Inneren der Kirche besteht nun jederzeit die Möglichkeit, den Altar virtuell zu öffnen und zu schließen, unabhängig vom realen Öffnungszustand, der dem Kirchenkalender folgt. Ada Isensee stellt im Video persönlich ihre Fenster vor, es ist der Blick in die Gruft der Anna-Ursula unter dem Altarraum möglich und auch der Orgel kann jederzeit gelauscht werden. Wer sich alles genau anschaut und ausprobiert, ist etwa eine bis anderthalb Stunden beschäftigt.
„Die Tour ist ein wichtiger Teil des Tourismuskonzepts der Stadtverwaltung, das sich unter anderem zum Ziel gesetzt hat, die Geschichte der Stadt erlebbar zu machen“, betont Kai Hinderberger, Leiter des Ressorts Digitales & Kommunikation, das federführend für die Umsetzung zuständig war. Nicht nur ähnliche Touren für weitere historische Gebäude der Stadt sind nun denkbar, sondern auch ein kompletter Stadtrundgang, der virtuelle Elemente enthält.
Die Umsetzung des ersten Projektes übernahm die Firma YONA aus der Nähe von Köln, die ähnliche Projekte in mittlerweile mehr als 60 Städten anbietet. Die Bilder und Informationen wurden größtenteils vom Stadtarchiv zur Verfügung gestellt.
„Ich bin ziemlich begeistert und freue mich sehr, dass dieses Projekt umgesetzt wurde“, sagte Oberbürgermeister Dr. Grimmer im Anschluss an die Vorstellung. „Es verbindet nicht nur Geschichte mit Innovation, sondern gibt jedem auch die Möglichkeit, Kirche auf eine modernere Weise zu erleben.“ Zudem sei die Tour barrierefrei, die App einfach zu bedienen und man müsse sich nicht registrieren. „Also stehen diesem Erlebnis keine Hürden entgegen“, freut sich Dr. Grimmer auf möglichst viele geschichtsinteressierte Nutzer.
Info: Nötig für die Tour ist die YONA-App, die kostenlos in den verschiedenen App-Stores heruntergeladen werden kann. Eine Anmeldung darin ist nicht nötig. Ein QR-Code zur App hängt auch im Schaukasten an der Johanneskirche. Auf der Startseite der App muss man unten rechts unter „Code“ lediglich die Ziffernfolge 74564, also die Postleitzahl von Crailsheim, eingeben.
