Volksfestplatz

Areal nimmt sichtbar Gestalt an

Ein großer Parkplatz aus der Vogelperspektive mit noch unsanierten Teilen
Aus der Vogelperspektive sind die Fortschritte auf dem Volksfestplatz deutlicher zu sehen.

Der Volksfestplatz in Crailsheim verändert Schritt für Schritt sein Gesicht – und ein weiterer Teil davon ist jetzt bereits wieder nutzbar. Bei einer Baustellen-Begehung kürzlich wurde deutlich: Der Umbau kommt voran, auch wenn noch Bauzäune stehen und Arbeiten laufen.

„Insgesamt sind wir voll im Zeitplan“, betont Hannes Baur, Leiter des Ressorts Mobilität & Umwelt. Das sei auch deshalb bemerkenswert, weil die Bauarbeiten im vergangenen Jahr durch das Volksfest unterbrochen werden mussten. Der Fortschritt ist dennoch sichtbar: „Wo beim letzten Volksfest noch Schotter lag, ist heute eine fertige Fläche entstanden und auch der Zugang zum nahegelegenen Supermarkt ist wieder möglich.“

Teilöffnung und klare Struktur
Im südlichen Bereich auf Höhe des Supermarkts ist der zuletzt neu erstellte Parkplatz also wieder freigegeben. 157 weitere Stellplätze stehen dort zur Verfügung. Bauleiter und Ingenieur Bernd Köhler zeigt sich zufrieden: „Soweit ist in diesem Bereich alles erledigt.“ Besonders auffällig ist das neue Farbkonzept, das die Flächen klar strukturiert und unterschiedlichen Verkehrsteilnehmern zuweist – etwa eigene Bereiche für Fußgänger in Weiß. Auch der Baurahmen und die Randbepflanzungen sind bereits fertiggestellt.

Ganz fertig ist dieser Teil des Platzes noch nicht. „Der nordwestliche Teil Richtung Kirche wird bis zum Volksfest auf jeden Fall fertig sein. Dort wird noch asphaltiert, gepflastert und die Umrandung fertiggestellt“, erklärt Christian Schneider, Chef der ausführenden Baufirma Schneider & Sohn. Bis dahin bleibt dieser Bereich abgesperrt.

Arbeit unter der Oberfläche
Was für Bürgerinnen und Bürger kaum sichtbar ist, hat einen großen Teil der Bauzeit in Anspruch genommen: „Die gesamte Infrastruktur ist neu – Strom, Wasser, Abwasser, Glasfaser, zusätzliche Anschlüsse für das Volksfest und eine neue Trafostation“, erläutert Schneider. Insgesamt sei der Platz nun an drei Stationen angebunden. „Das sind Dinge, die sozusagen unsichtbar sind, aber viel Zeit kosten.“ Auch die Stadtwerke waren intensiv beteiligt. Günter Kochendörfer berichtet: „Es wurden neue Schaltschränke für die entsprechenden Leitungen installiert und an den Rändern stehen E-Ladestationen.“

Dass die Kommunikation funktioniert hat, hebt Schneider besonders hervor: „Insgesamt war es eine tolle Zusammenarbeit mit allen Gewerken, mit der Stadt, es hat Spaß gemacht. Gab es mal Probleme, wurden die einfach gelöst.“ Selbst spezielle Anforderungen konnten berücksichtigt werden – etwa eine eigens geschaffene Lücke für den Aufbau einer Wasserrutsche beim Volksfest.

Der Umbau des Volksfestplatzes ist jedoch nur ein Baustein eines deutlich größeren Projekts: dem Sanierungsgebiet „Östliche Innenstadt“. Auf rund 25 Hektar Fläche soll ein ganzer Stadtbereich neu geordnet und aufgewertet werden. Ziel ist es, Wohnen, Verkehr und Aufenthaltsqualität besser miteinander zu verbinden.

Einige Männer teils in Arbeitskleidung stehen vor einem Bagger für ein Foto parat
Nach der Begehung gab es noch ein Foto fürs Baustellen-Tagebuch (von links): Omid Shooshtari (Ressort Mobilität & Umwelt), Daniel Orsinger (Ressort Stadtentwicklung), Stefan Markus (Leiter Ressort Stadtentwicklung), Hannes Baur (Leiter Ressort Mobilität & Umwelt), Bauleiter Bernd Köhler, Joachim Baum (Ressort Mobilität & Umwelt), Günter Kochendörfer (Stadtwerke), Polier Leon Stützlein, Baggerführer Rolf Melzer und Christian Schneider von Schneider & Sohn.

Großprojekt Östliche Innenstadt
Die nächsten Schritte sind bereits geplant. Noch im Herbst beginnen die Arbeiten für den neuen Auftaktplatz gegenüber dem Ehrenfriedhof. Parallel dazu starten die Arbeiten zum Wohnkomplex Schönebürgstraße II, wo später auch ein parkähnlicher Aufenthaltsbereich mit Sprühregenanlage und Sitzgelegenheiten entstehen soll. „Hier wird die Mittelachse mit den Bäumen vom Volksfestplatz weitergeführt“, erklärt Stefan Markus, Leiter des Ressorts Stadtentwicklung. „Insgesamt schafft das eine Verbindung von verdichteten Mehrfamilienhäusern über den Volksfestplatz in die Innenstadt und langfristig Richtung ZOB.“

Auch rund um die Hakro-Arena sind Veränderungen vorgesehen, zuvor wird jedoch, voraussichtlich ab dem kommenden Jahr, der Bereich an der Karlsberghalle mit Urban-Sports-Angeboten und einer neuen Festwiese umgestaltet. Ergänzt wird das Gesamtprojekt an der Schönebürgstraße durch den geplanten Bau eines neuen Finanzamts, einen Musikcampus sowie die denkmalgerechte Sanierung des Jugendzentrums ab 2028.

Zeitplan und Investitionen
Nicht alles geht dabei gleich schnell voran. „Die Planungen für eine mögliche Wohnbebauung auf dem ehemaligen RFC-Areal dauern noch etwas länger und sind auch stark davon abhängig, inwieweit Lösungen für den Bedarf der benachbarten Sportanlage in Einklang zu bringen sind“, so Markus. Auch der Lammgarten brauche noch Zeit. Dennoch gibt es ein klares Ziel: „Bis Ende 2030 sollten alle Maßnahmen für die Östliche Innenstadt geschafft sein, weil dann auch die Förderungen voraussichtlich auslaufen.“

Insgesamt investiert die Stadt mehr als 23 Millionen Euro in das Projekt, unterstützt durch Fördermittel von Bund und Land. Allein für Verkehrsanlagen und Infrastruktur wurden über 4,2 Millionen Euro vergeben. Auch die Begrünung spielt eine wichtige Rolle: 56 neue Bäume sind insgesamt geplant, deren Anschaffung, Pflanzung und Pflege für drei Jahre rund eine Million Euro kosten.

Am Ende soll der Volksfestplatz mehr sein als nur ein Parkplatz. Es bleiben insgesamt rund 600 Stellplätze erhalten, doch die Flächen werden neu strukturiert, durchgrünt und vielseitiger nutzbar gemacht. Der Trend ist klar: weg von der reinen Abstellfläche, hin zu einem modernen, multifunktionalen Stadtplatz, der sowohl für Veranstaltungen als auch im Alltag genutzt werden kann.

(Erstellt am 06. Mai 2026)