Mähroboter
Nächtlicher Schutz von Igeln und Kleintieren
Mähroboter erleichtern die Gartenarbeit, keine Frage. Dennoch sollte darauf geachtet werden, dass die Geräte ausschließlich tagsüber betrieben werden. Denn in der Nacht könnten sie Igel und andere Wildtiere stören und sogar zu Verletzungen führen. Die Stadt appelliert deshalb an die Eigenverantwortung der Bürgerinnen und Bürger.
Das typische Bild, wie der Nachbar am Samstagnachmittag seinen Rasenmäher auf und ab schiebt, wird immer seltener – inzwischen sind es die Mähroboter, die durch die Gärten rollen und für einen gepflegten Rasen sorgen. Doch die kleinen Roboter bringen nicht nur Erleichterung: Gefährliche Folgen können sie für Igel und andere kleine Wildtiere haben, besonders wenn sie in der Nacht betrieben werden.
Denn Igel sind nachtaktiv und begeben sich bei Dunkelheit auf Nahrungssuche. Mähroboter, die nachts betrieben werden, stellen eine tödliche Gefahr für sie dar: Igel fliehen bei Bedrohung nicht, sondern rollen sich ein und sind den rotierenden Klingen schutzlos ausgeliefert. Schwere, oft auch tödliche Verletzungen und lange Leidenszeiten sind die Folge.
Mähroboter im Gemeinderat
Diese Problematik wurde auch bereits im Crailsheimer Gemeinderat erkannt. GRÜNEN-Stadtrat Xavier Szymanski-Zwadlo hatte voriges Jahr beantragt, den nächtlichen Einsatz von Mährobotern einzuschränken, um die nachtaktiven Wildtiere besser zu schützen. Der Antrag sah vor, gemeinsam mit der unteren Naturschutzbehörde des Landkreises zu prüfen, ob eine städtische Allgemeinverfügung möglich sei, die den Betrieb der Geräte zwischen einer halben Stunde vor Sonnenuntergang und einer halben Stunde nach Sonnenaufgang untersagt.
Als Rechtsgrundlage nannte Szymanski-Zwadlo damals das Bundesnaturschutzgesetz, das unter anderem ein Tötungsverbot für geschützte Tiere enthält. Zusätzlich sollte geprüft werden, ob die Polizeiverordnung der Stadt – besonders im Abschnitt über öffentliche Ordnung – entsprechend ergänzt werden könne.
Bislang keine Verfügung
Als Große Kreisstadt ist die Zuständigkeit als untere Verwaltungsbehörde für die Bereiche Natur- und Tierschutz ausgenommen. Die Zuständigkeit liegt beim Bau- und Umweltamt des Landratsamtes Schwäbisch Hall, weshalb um Prüfung des Erlasses einer Allgemeinverfügung gebeten wurde. Eine abschließende Einschätzung seitens des Landkreises Schwäbisch Hall, welcher das Thema eruiert, gibt es bislang noch nicht. Nachvollziehbar sei das Anliegen des GRÜNEN-Stadtrats dennoch, so die Sicht der Verwaltung – man müsse verstärkt auf einen Appell an die Bürgerinnen und Bürger setzen und gemeinsam Verantwortung für den Artenschutz übernehmen.
Nach dem Paragraph 44 Abs. 1 Nr. 1 des Bundesnaturschutzgesetzes ist es beispielsweise verboten, besonders geschützte Arten wie den Igel zu verletzen oder zu töten. Nach Paragraph 1 Satz 2 des Tierschutzgesetzes darf zudem niemand einem Tier ohne vernünftigen Grund Schmerzen, Leiden oder Schäden zufügen.
Jeder kann die Tiere schützen
Eigentlich, so auch damals der Grundtenor in der Gemeinderatssitzung, sollte es eine Selbstverständlichkeit sein, die Mähroboter nicht in der Nacht fahren zu lassen. Die heimischen Gärten sind wertvolle Lebensräume für zahlreiche Wildtiere, und um die Artenvielfalt zu schützen, sollten Mähroboter nur tagsüber betrieben werden. Und weil eben eine entsprechende Allgemeinverfügung aktuell noch in Prüfung ist, setzt die Stadtverwaltung auf Eigenverantwortung: Alle Bürgerinnen und Bürger werden gebeten, die Mähroboter vor Sonnenuntergang abzustellen und frühestens nach Sonnenaufgang wieder in Betrieb zu nehmen.
Mit wenigen, einfachen Maßnahmen kann jeder zusätzlich einen wichtigen Beitrag zum Naturschutz leisten:
• Betreiben Sie Ihren Mähroboter ausschließlich am Tag
• Kontrollieren Sie Ihren Garten vor dem Mähen auf Igel und andere Kleintiere
• Lassen Sie kleine Bereiche mit Laub, Totholz oder naturnaher Bepflanzung als Rückzugsorte für Wildtiere bestehen
• Verzichten Sie möglichst auf unnötige nächtliche Gartenarbeiten und Beleuchtung, um Tiere nicht zu stören
• Informieren Sie auch Nachbarinnen und Nachbarn über den Schutz von Igeln und anderen dämmerungsaktiven Tieren
So kann gemeinsam dazu beigetragen werden, dass Igel und viele weitere Tierarten auch künftig einen sicheren Lebensraum in den Wohngebieten finden.