Nachhaltigkeitspreis
RaK für Schul-Schorle ausgezeichnet
Die Stadt Crailsheim hat den Nachhaltigkeitspreis 2026 an die Realschule am Karlsberg verliehen. Ausgezeichnet wurde ein Projekt, das Nachhaltigkeit, regionales Engagement und Inklusion beispielhaft miteinander verbindet: Aus Äpfeln und Birnen von städtischen Streuobstbäumen entstand die „Schul-Schorle“, die im schuleigenen Fair-Trade-Laden verkauft wird.
Den Anstoß für das Projekt gaben die zahlreichen Streuobstbäume rund um das Schulgelände. Jahr für Jahr bleibt dort ein großer Teil des Obstes ungeerntet. Im Rahmen der Projektwoche zum Schuljahresbeginn 2025 griff die Realschule am Karlsberg dieses Potenzial auf und organisierte gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern eine Streuobsternte. Rund 250 Schülerinnen und Schüler sammelten dabei mit Unterstützung von Lehrkräften, Eltern und Großeltern fast 3.000 Kilogramm Äpfel und Birnen.
In Kooperation mit der Firma Erhardt Fruchtsäfte aus Sandhof wurde das Obst zu Saft verarbeitet. Daraus entstand die Idee, den Schülerinnen und Schülern eine regionale und gesunde Alternative zu Limonaden und Eistee anzubieten. So wurde die „Schul-Schorle“ entwickelt. Die vier Sorten „Apfel-Birnen-Liebe“, „Apfel-Stolz“, „Birnen-Glück“ und „Apfel-Moment“ werden im schuleigenen Fair-Trade-Laden verkauft. Die Inklusionsklasse der Fröbelschule Ellrichshausen übernahm das Etikettieren der Flaschen und leistet damit einen wichtigen Beitrag zum gemeinsamen Projekt. Auch beim Verkauf wirken sie mit – zusammen mit den Schülerinnen und Schülern der RaK.
Einnahmen für Getränkeautomat
Bereits rund 400 Flaschen wurden verkauft – ein beachtlicher Erfolg, wenn man bedenkt, dass der Schulladen lediglich einmal pro Woche in der großen Pause geöffnet ist. Die Einnahmen sollen künftig unter anderem in die Anschaffung eines Getränkeautomaten fließen, damit die Schul-Schorle dauerhaft gekühlt und jederzeit erhältlich ist.
Bei der Preisverleihung betonte Sozial- & Baubürgermeister Jörg Steuler das Engagement aller Beteiligten: „Bei diesem Projekt wird nicht nur die Idee, sondern auch die Umsetzung gewürdigt. Denn hier wird Nachhaltigkeit ganz praktisch erlebbar – von der Ernte über die Verarbeitung bis hin zum Verkauf.“
Gleichzeitig zeige die Zusammenarbeit mit regionalen Partnern und der Fröbelschule, wie erfolgreich gemeinsames Handeln sein kann. Steuler überreichte die mit 1.000 Euro dotierte Auszeichnung an die Lehrkräfte Timo Schnell, Nadine Glück-Grau und Dorothee Munzinger, die das Projekt begleiten. „Und ich möchte betonen, dass es gerne Nachahmer geben darf“, fügte er hinzu.
Auch die städtische Klimaschutzbeauftragte Helene Urbain hob die Bedeutung des Projekts hervor und warb dafür, dass sich künftig noch mehr Schulen mit ihren Ideen um den Nachhaltigkeitspreis bewerben. Die Teilnahme sei bewusst unkompliziert gestaltet: Statt eines umfangreichen Antrags genüge eine Projektbeschreibung. Zudem unterstütze die Stadt Schulen und Einrichtungen bei der Entwicklung und Umsetzung nachhaltiger Projekte.
Regionale Ressourcen nutzen
Für Manuel Bauer von der Firma Erhardt Fruchtsäfte ist die Initiative ein gelungenes Beispiel dafür, wie regionale Ressourcen sinnvoll genutzt werden können. Seit Jahren setzt sich das Unternehmen für die Wertschätzung von Streuobst ein. „Es ist schön zu sehen, dass die Schülerinnen und Schüler das Obst nutzen, das sonst ungenutzt bleiben würde. Dieses Engagement unterstützen wir sehr gerne, denn dabei gibt es nur Gewinner“, sagte Bauer.
Die Realschule am Karlsberg möchte das Projekt dauerhaft im Schulleben etablieren. Auch in den kommenden Jahren soll die Streuobsternte stattfinden. Darüber hinaus ist geplant, die Schul-Schorle künftig bei Elternabenden und weiteren Schulveranstaltungen auszuschenken. Denn wie die abschließende Verkostung zeigte, schmeckt den Beteiligten nicht nur das Projekt, sondern auch die Schorle selbst ganz hervorragend.