Stadtgeschichte

Panflötenspieler-Brunnen wieder in altem Glanz

zwei Männer stehen an einem Brunnen mit Figur oben drauf
Der Brunnen sprudelt wieder (von links): Daniel Weiß und Henning Spieler waren beim Baubetriebshof verantwortlich für das Projekt – erfolgreich.

Nach der aufwendigen Sanierung steht der Panflötenspieler-Brunnen wieder an seinem angestammten Platz beim Herrensteg. Die Arbeiten wurden überwiegend vom städtischen Baubetriebshof ausgeführt. Trotz einer kleinen Verzögerung steht der Brunnen jetzt wieder komplett da.

Fast zwei Jahre nach der mutwilligen Zerstörung ist der Panflötenspieler-Brunnen – auch Kindlesbrunnen genannt – zurück. Die markante Brunnenanlage in der Grünanlage in der Grabenstraße gegenüber dem Herrensteg wurde umfassend saniert und steht wieder an ihrem angestammten Platz – frisch restauriert und in neuem Glanz.

Sanierung nach Vandalismus
Den Großteil der Arbeiten übernahm der städtische Baubetriebshof. Die Panflötenspieler-Figur selbst wurde von der Firma Karl Mietz – Natursteine originalgetreu neu gefertigt. Eine leichte Verzögerung gab es lediglich, weil ein spezieller Naturstein zeitweise nicht lieferbar war. Dennoch konnte die Maßnahme beim vorgesehenen Kostenrahmen jetzt abgeschlossen werden.

Die Sanierung war notwendig geworden, nachdem der Brunnen durch Vandalismus erheblich beschädigt worden war. Die Panflötenspieler-Figur wurde zerstört, auch die Brunnenanlage selbst war in Mitleidenschaft gezogen. Das obere Becken musste entfernt werden, das untere war undicht und stand schief. Deshalb wurde nicht nur die Figur ersetzt, sondern der gesamte Brunnen grundlegend erneuert.

Ein Mann an einem Brunnen setzt die Figur oben auf
Tobias Mietz war beim Aufsetzen des neuen Flötenspielers ganz nah dran.

Neue Technik im Untergrund
Die Kollegen vom städtischen Baubetriebshof arbeiteten allein am Anschluss der Technik, dem Aushub und an Schachtbauteilen drei Tage. Henning Spieler (Tiefbau) war für die Baggerarbeiten zuständig, Daniel Weiß (Hochbau) kümmerte sich um die neue Technik und neue Wasseranschlüsse. „Das Nachfüllen läuft jetzt automatisch“, erklärt Weiß. „Vorher mussten wir das noch per Schlauch machen.“ Spieler bedankt sich vor allem bei einem Nachbarn: „Karl-Otto Widmann hat damals die Teile der kaputten Figur eingesammelt und bei sich gelagert. Ohne die hätten wir kein Replikat erstellen lassen können.“

Im Vorfeld hatte es Diskussionen über die Zukunft des Brunnens gegeben. Während die Stadtverwaltung im Zuge der Freiraumplanung auch einen anderen Standort ins Spiel brachte, sprach sich der Gemeinderat, auf Initiative der CDU-Fraktion und unterstützt vom Historischen Verein, schließlich dafür aus, den Brunnen zu restaurieren und an seinem bisherigen Platz zu belassen.

Stück Crailsheimer Geschichte
Der Kindlesbrunnen gehört seit vielen Jahrzehnten zum Crailsheimer Stadtbild. Errichtet wurde er 1925 anlässlich der Bezirks-Gewerbeschau auf dem Platz vor der damaligen Gewerbeschule und der Jahnhalle. Zwei Jahre später beschloss der Gemeinderat dort seine dauerhafte Aufstellung. 1965 erhielt der Brunnen seinen heutigen Standort in der neu angelegten Grünanlage an der Grabenstraße – eine aktenkundige Begründung für die Verlegung gibt es nicht, sie dürfte aber im damaligen Bestreben zur Stadtverschönerung gelegen haben.

Auch früher blieb der Brunnen nicht von Beschädigungen verschont: Bereits 1978 warfen Vandalen die Figur in die Jagst. Damals konnte sie von der DLRG geborgen werden.
Jetzt ist der Panflötenspieler-Brunnen wieder ein Blickfang an der Stadtmauer. Gemeinsam mit den weiteren Brunnen zählt er zu den Stationen der historischen Stadtführungen. Bleibt zu hoffen, dass das frisch sanierte Denkmal künftig von Vandalismus verschont bleibt und den Bürgerinnen und Bürgern noch lange Freude bereitet.

(Erstellt am 14. Juli 2026)