Saubere Stadt
Ärger und Kosten durch wilde Müllablagerungen
Obwohl es an vielen Ecken und Plätzen im Stadtgebiet öffentliche Mülleimer gibt, klappt die Entsorgung nicht immer reibungslos – wilde, illegale Müllablagerungen stellen für die Stadtverwaltung einen unnötigen Arbeitsaufwand dar und verursachen Kosten durch die Beseitigung.
Leere Verpackungen, Flaschen, Partymüll – nicht im Mülleimer oder Glascontainer, sondern achtlos abgestellt, weggeworfen, zum Teil sogar in unmittelbarer Nähe eines öffentlichen Mülleimers. All das sehen die Mitarbeitenden des städtischen Baubetriebshofes fast täglich: Illegaler Müll, sogenannter wilder Müll, der nicht die dafür vorgesehenen Entsorgungswege geht, sondern eben an unzulässigen Orten abgelagert wird.
Das reicht von Bauschutt, Gartenabfällen und Möbel oder Reifen in der freien Natur und an Straßenrändern über Altpapier, Elektrogeräte und Hausmüll auf öffentlichen Flächen und neben Altglascontainern bis hin zum eben genannten Partymüll, der in jüngster Zeit vor allem auf dem zum Teil schon neu gestalteten Volksfestplatz für Probleme sorgt.
Manche Orte besonders betroffen
Was zunächst verständlich ist: Seitdem der Platz dank des laufenden Umbaus einiges an Attraktivität gewonnen hat, verbringen dort auch wieder mehr Personen, vor allem Jugendliche, ihre Freizeit – eigentlich ein schöner Effekt. Nicht so schön allerdings ist die Tatsache, dass seither auch das illegale Müllaufkommen dort erheblich größer geworden ist.
Ein Grund für den Kommunalen Ordnungsdienst (KOD), auf dem Volksfestplatz nun wieder präsenter zu sein und zu kontrollieren, dass leere Verpackungen und Co. auch wirklich den Weg in die Mülleimer finden. Der Volksfestplatz gehöre definitiv zu den Orten, die in Sachen illegaler Müll immer wieder auffallen, so auch die Info seitens des Baubetriebshofes; der nämlich kommt letztendlich für die Reinigung auf.
Und die Zahlen sind erschreckend: „Es fallen pro Jahr etwa 30 Tonnen wilde Müllablagerungen an. Die Tonne Müll kostet 275 Euro – dazu kommen dann noch grob geschätzt 13.000 Euro, die für Mitarbeiter und Fahrzeuge anfallen“, sagt Jürgen Butz vom Baubetriebshof. Neben dem Volksfestplatz nennt Butz den Lammgarten, den Kreckelberg, der Karlsberg und Grillplätze und Ruhebänke abseits der Stadt, die immer wieder von wildem Müll betroffen sind.
„Dabei haben wir für den ganz normalen Müll, der bei einem Besuch in der Stadt anfällt, etwa 360 Mülleimer in der Kernstadt Mitte, West und Ost, die regelmäßig von drei Mitarbeitenden des Baubetriebshofes geleert werden – sowohl unter der Woche, als auch am Wochenende“, sagt Butz. Woche für Woche kommen dabei rund 22 bis 25 Tonnen zusammen. Es habe auch schon, so Butz, größere Mülleimer in der Innenstadt gegeben; allerdings habe sich nach kurzer Zeit herausgestellt, dass dort nur noch Hausmüll entsorgt und zum Teil sogar einfach neben den Mülleimern abgestellt wurde.
Kontrollen und Meldungen
Die regelmäßigen Kontrollen des KOD beziehungsweise des Gemeindevollzugsdienstes sind eine Möglichkeit, den wilden Müll in Schach zu halten. Aber auch aus der Bevölkerung gehen regelmäßig Hinweise ein, wofür die Stadtverwaltung dankbar ist: Das Ordnungsamt geht jeder eingehenden Meldung nach und veranlasst die nötigen Maßnahmen, damit die Stadt wieder strahlen kann.
Ob die Verursacher allerdings ermittelt werden können, ist je nach Fall unterschiedlich; manchmal helfen die Hinweise aus der Bevölkerung, manchmal dienen auch im Abfall gefundene Beweismittel als Anhaltspunkte auf die verantwortliche Person. Meist jedoch bleiben die Verursacher unbekannt und die Kosten der Beseitigung müssen letztlich von der Allgemeinheit getragen werden.
Nicht zuletzt deshalb, und weil ein sauberes Crailsheim einfach ein schöneres Crailsheim ist und sich jeder, egal ob Bewohner oder Besucher der Stadt, in einer sauberen Stadt wohler fühlt, appelliert die Stadtverwaltung: Müll und Unrat wild zu entsorgen, ist kein Kavaliersdelikt. Nicht umsonst gibt es Mülleimer und die dafür vorgesehenen Sammelplätze – in Crailsheim beispielsweise können Abfälle auf dem Wertstoffhof des Landkreises und auch auf den Sammelplätzen am Tierheim und in Wittau abgegeben werden.
Info: Vandalismus und illegale Müllablagerungen sollen konsequent zur Anzeige gebracht werden, weshalb die Bürgerinnen und Bürger gebeten werden, entsprechende Auffälligkeiten zu melden. Dies geht unter anderem über die Schadensmeldung auf der städtischen Homepage unter www.crailsheim.de/mitgestalten/schadensmeldungen.
