Burgbergstraße 39
Besichtigung der neuen Räume
Ein Brand, ein Wasserschaden und umfangreiche Bauarbeiten: Die Burg-bergstraße 39 hat in den vergangenen Jahren eine außergewöhnliche Sa-nierung durchlaufen. Nun steht das Gebäude mit 18 modernisierten Woh-nungen kurz vor der Fertigstellung. Vertreterinnen und Vertreter aus dem Gemeinderat haben sich die neuen Räume angesehen.
Auf Antrag der AWV-Fraktion um den Vorsitzenden Sebastian Klunker haben sich kürzlich Vertreterinnen und Vertreter nahezu aller Fraktionen – AWV, CDU, SPD, GRÜNE sowie ein fraktionsloser Stadtrat – ein Bild vom aktuellen Stand gemacht. „Schön, dass Sie alle hier sind und sich vor Ort ein Bild der geleisteten Arbeiten machen möchten“, begrüßte Sozial- & Baubürgermeister Jörg Steuler die Anwesenden, bevor der Leiter des Ressorts Immobilienmanagement, Götz Förg, übernahm und einiges zum Werdegang des Gebäudes erzählte.
Es stammt aus dem Jahr 1936 und wurde in mehreren Etappen grundlegend modernisiert. Bereits 2018 erfolgte eine umfassende Sanierung von Erd- und Obergeschoss. Neben neuen Fenstern und frischem Außenputz wurden auch die Grundrisse angepasst, Böden erneuert und moderne Bäder eingebaut.
Im nächsten Schritt wurde das Dachgeschoss ausgebaut und der gesamte Dachaufbau erneuert – abgeschlossen im Mai 2021. Doch kurz darauf kam es zu einem folgenschweren Brand im Dachgeschoss. Aufgrund der Einsturzgefahr musste der Dachstuhl vollständig entfernt werden. Auch die darunterliegenden Etagen wurden bis auf den Rohbau zurückgebaut, um die Wände zu trocknen. „Das Gebäude befand sich damit wieder im Rohbauzustand. Der Dachstuhl musste komplett neu aufgerichtet werden, bevor in allen Geschossen der Innenausbau folgte“, berichtete Förg.
Versicherung übernimmt Kosten
Die ursprünglichen Sanierungskosten vor dem Brand lagen bei rund 1,83 Millionen Euro. Für den Wiederaufbau nach dem Feuer kamen etwa 2,8 Millionen Euro hinzu. Diese Summe wird nach aktuellem Stand voraussichtlich vollständig von der Versicherung getragen. Auch zusätzliche Kosten, etwa durch den Austausch schadstoffbelasteter Böden rund um das Gebäude, werden übernommen.
„Heute bietet die Burgbergstraße 39 insgesamt 18 Wohnungen auf drei Geschossen“, erklärte Jeremy Atkinson vom Sachgebiet Hochbau, der das Projekt betreut. Die meisten Einheiten umfassen demnach zwei bis drei Zimmer mit im Schnitt rund 60 Quadratmetern Wohnfläche. Ergänzt wird das Angebot durch eine größere Fünf-Zimmer-Wohnung mit etwa 90 Quadratmetern im Dachgeschoss.
Ausstattung innen und außen
Die Ausstattung ist bewusst funktional gehalten. „Wir haben hier eine solide Standardausstattung umgesetzt“, erklärt Atkinson. Das Erdgeschoss ist barrierefrei, zudem entspricht der Brandschutz modernen Anforderungen. Auch gemeinschaftliche Kellerräume gehören zur Ausstattung. Drei Wohnungen sind derzeit noch nicht bezugsfertig. Grund ist ein Wasserschaden, der aktuell noch behoben wird.
Noch ausstehend ist die Gestaltung der Außenanlagen. Für rund 175.000 Euro entstehen Sitzbereiche mit Pergolen und Fahrradstellplätze. Ziel ist es, die Aufenthaltsqualität für die künftigen Bewohnerinnen und Bewohner deutlich zu erhöhen. Perspektivisch ist zudem eine Photovoltaikanlage auf dem Dach denkbar. Dazu laufen Gespräche mit den Stadtwerken.
Teil eines größeren Sanierungsprojekts
Wie das Gebäude künftig genutzt wird, muss der Gemeinderat noch entscheiden. Die Verwaltung werde in der kommenden Sitzungsrunde einen konkreten Vorschlag machen, deutete Förg an.
Die Burgbergstraße 39 ist Teil des Sanierungsgebiets Fliegerhorst. Auch an den beiden Gebäuden mit Hausnummer 63 und 65 wird derzeit gearbeitet. Dort werden unter anderem Dachgeschoss und Heizungsanlagen modernisiert. Die Fertigstellung ist für 2028 vorgesehen. „Den knappen Zeitplan können wir gut halten“, sagt Förg.
Mit dem nahezu abgeschlossenen Wiederaufbau ist ein komplexes Bauprojekt erfolgreich auf der Zielgeraden – und ein weiteres Stück Stadtentwicklung sichtbar geworden.