Handwerksvesper
Schlosserei ist „Handwerksbetrieb des Jahres“
Das Handwerk in der Region zeigt sich robust und zukunftsgewandt, steht aber zugleich vor Herausforderungen wie dem demografischen Wandel und der Betriebsnachfolge. Diese Mischung aus Optimismus und Handlungsbedarf prägte das 11. Crailsheimer Handwerksvesper, bei dem die Schlosserei Gerhard Kellermann aus Tiefenbach mit dem Wirtschaftspreis als „Handwerksbetrieb des Jahres 2025“ ausgezeichnet wurde.
Oberbürgermeister Dr. Christoph Grimmer nutzte seine Begrüßungsrede beim Crailsheimer Handwerksvesper, um ein differenziertes Bild der Lage im Handwerk zu zeichnen. Einerseits hob er eine erfreuliche Entwicklung hervor: Die Attraktivität handwerklicher Berufe bei Jugendlichen steigt. „Im Kammerbezirk Heilbronn-Franken haben im Jahr 2025 insgesamt 1.667 Menschen eine handwerkliche Ausbildung begonnen – ein Plus von 6,0 Prozent gegenüber dem Vorjahr“, zitierte der Oberbürgermeister aus den Daten der Handwerkskammer. Auch der Landkreis Schwäbisch Hall verzeichne mit 408 Neu-Auszubildenden ein Plus von 6,3 Prozent. Dies sei „ein starkes Signal für die Zukunftsfähigkeit unserer Region“.
Gleichzeitig verschwieg Dr. Grimmer die Herausforderungen für die Branche nicht. Ein leichter Rückgang der Mitgliedsbetriebe bei der Handwerkskammer um 1,2 Prozent zum Jahreswechsel 2025 zeige, dass wirtschaftliche Rahmenbedingungen und die Suche nach Nachfolgern die Branche belasten. Umso wichtiger sei es, Vorbilder zu würdigen, die für Stabilität, Qualität und exzellente Ausbildung stehen.
„Handwerksbetrieb des Jahres“
Ein solches Vorbild ist die Schlosserei Gerhard Kellermann, die den diesjährigen Wirtschaftspreis der Stadt Crailsheim in der Kategorie „Handwerksbetrieb des Jahres“ erhielt. In seiner Laudatio beschrieb der Oberbürgermeister den 1870 gegründeten Familienbetrieb als ein Unternehmen, das „Tradition und Innovation, handwerkliche Exzellenz und verantwortungsvolle Nachwuchsförderung auf vorbildliche Weise“ verbindet. Mit zwölf Mitarbeitenden decke der Betrieb die gesamte Prozesskette von der Planung bis zur Montage am Standort Crailsheim ab.
Besonders belege dies der Werdegang eines jungen Mitarbeiters. Der heute 19-Jährige schloss seine Ausbildung als Innungsbester ab, siegte beim Landeswettbewerb der Deutschen Meisterschaft im Handwerk und erreichte im Bundesfinale den dritten Rang. „Seine Entwicklung zeigt eindrucksvoll, welches Potenzial in guter Ausbildung steckt – und wie wichtig engagierte Ausbildungsbetriebe sind“, so Dr. Grimmer.
Der Wert des Handwerks
Die Preisverleihung im Hangar war somit mehr als nur eine Ehrung. Sie war ein Appell, den Wert des Handwerks zu erkennen und die Weichen für die Zukunft richtig zu stellen. Der Oberbürgermeister unterstrich die Bedeutung von Austausch und Vernetzung, wie sie das Handwerksvesper ermöglicht, und bekräftigte seinen zentralen Gedanken des Abends: „Handwerk verbindet!“
Eingeladen zum Handwerksvesper waren auch in diesem Jahr Handwerksbetriebe aus Crailsheim und der Region, die Crailsheimer Stadträtinnen und Stadträte sowie die Schulleitungen der weiterführenden und beruflichen Schulen in Crailsheim. Rund 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer trafen sich in entspannter Atmosphäre, musikalisch untermalt durch DJ Kellox und kulinarisch verwöhnt durch Meffs Premiumburger und ein kaltes Buffet der Ernährungsklasse der Gewerblichen Schule, zum Branchentreff, der erneut intensiv als Austauschplattform genutzt wurde.
Info: Der Crailsheimer Wirtschaftspreis wurde Ende 2020 erstmals ausgelobt. Er wird jährlich in den Kategorien „Unternehmen des Jahres“, „Handwerksbetrieb des Jahres“ und „Sonderpreis für herausragendes Engagement“ ausgeschrieben. Bewerben können sich Unternehmen mit Sitz in Crailsheim, die im vorhergehenden Jahr besondere Leistungen erbracht haben, mit einem anderen Preis ausgezeichnet wurden oder sich in besonderem Maße engagiert haben. Nominierungen können aber auch von Mitarbeitenden oder aus der Bevölkerung vorgenommen werden.